Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • mag sein das es moralisch nicht in ordnung ist, doch hier prallen wieder zwei welten aufeinander. die eine die mit der sucht, die alles mit sich reißt und verschlingt und die andere die alles ertragen muss/musste. ich persönlich glaube, dass es mit zu dem prozess der aufarbeitung gehört, wie gesagt meine meinung. alle haben darunter gelitten und jeder geht damit anders um...

    gruss eternal

    Ja, man muss was ertragen, aber wenn man einen Menschen noch liebt und behalten will, sollte man kapieren, dass es eben die Sucht ist, die man nicht mag und nicht den Menschen. Wenn man das nicht mehr schafft, sollte man sich (vielleicht auf Zeit trennen), aber eine Aufarbeitung sollte stattfinden, wenn man dazu bereit ist und die besteht nicht daraus Menschen mit solchen Aussagen zu triggern. Man sollte einem Suizidalen auch nicht sagen, dass man drauf wettet, wann er sich wieder umbringen will, das ist im Endeffekt das gleiche. Dann lieber ehrlich sein und sagen, dass man damit nicht klar kommt und Abstand braucht.

  • Aber ein Stück weit muss sich der Kritisierte auch an die eigene Nase packen und mal überlegen, woher diese Einschäztungsprognose wohl kommt.

    Stimmt leider, habe schon 1000x gesagt jetzt höre ich auf und immer wieder Rückfällig geworden. Die glauben nicht mehr dran. Muss mir egal sein was die denken. Ich mache weiter. Tag für Tag. Das Wetter macht eine schlechte Stimmung. 5 Wochen trocken, kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Die Saufgedanken sind jetzt täglich present. Ich mache was anderes

    Heute trinke ich nicht

  • Ich kann die zwei verstehen, Wetten ist aber makaber. War erst wütend und co. Aber jetzt scheiß ich drauf. Ich mache weiter. Juckt mich nicht. Habe wieder paar schwierige Tage geschafft.Freu, freu. Jetzt kommen bestimmt wieder paar nette Tage. Irgendwie immer der gleiche Ablauf. Heute ist Sonntag mir gehts gut, mein Ziel im Blick. Mache mir einen schönen Tag. Körper ist Heile, Psyche o.k. Konto füllt sich, keine Polizei, keine Blamagen, kein Kater, kein Entzug, keine Zerstörung. Ist doch toll!!

    Heute trinke ich nicht

  • Ich spekuliere ungern, was andere in so einer Situation tun sollten. Im Austausch sehe ich immer nur einen Ausschnitt, nie das ganze Bild. Wenn ich jahrelang gesoffen habe, hat das natürlich Spuren hinterlassen – auch in meiner Familie. Und meine Denkweise ist nur begrenzt auf andere übertragbar.

    Ob ich solche Geschichten als Motivation nehmen sollte? Keine Ahnung. Eher nicht. Meine Motivation kommt nicht von außen, sondern entstand aus der Erkenntnis, süchtig zu sein, und daraus folgte die Notwendigkeit, mit dem Saufen aufzuhören. Alles andere ist nur Beiwerk.

    Ich kann nicht die Welt um mich herum mit Gewalt verändern, nur weil ich meinen Weg aus der Sucht gefunden habe. Und „Aufarbeitung“? Ich habe nichts „aufgearbeitet“, sondern die Auswirkungen meiner Sucht akzeptiert, klar benannt und nicht versucht, etwas zu kitten , das nicht mehr zu kitten war.

    Abstinenzler , alles noch in "trockenen Tüchern?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • 5 Wochen trocken, kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Die Saufgedanken sind jetzt täglich present.

    Da bist du ja noch ordentlich im Kampf-Modus.

    Ich weiß, dass ich nicht mehr trinke. Also gibt es auch keine Saufgedanken. Ich denke auch nicht übers Fliegen nach. Weil ich es nicht kann.
    Meine mich aber erinnern zu können, dass es bei mir im ersten Monat auch so Gedankenblitze gab. Nach einem guten Tag an den Kühlschrank zu gehen und ein Bier raus zu nehmen. Das war noch Konditionierung. Aber "richtige" Gedanken hatte ich keine.
    Die Suchtstimme wurde sofort überbügelt. Das könnte vielleicht auch der Grund sein, wieso keine sinnlose Diskussion in meinem Kopf aufkam.

    Dein Thread-Name scheint noch immer Programm zu sein. Was für Gedanken hast Du denn da?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich kann die zwei verstehen, Wetten ist aber makaber. War erst wütend und co. Aber jetzt scheiß ich drauf. Ich mache weiter. Juckt mich nicht. Habe wieder paar schwierige Tage geschafft.Freu, freu. Jetzt kommen bestimmt wieder paar nette Tage. Irgendwie immer der gleiche Ablauf. Heute ist Sonntag mir gehts gut, mein Ziel im Blick. Mache mir einen schönen Tag. Körper ist Heile, Psyche o.k. Konto füllt sich, keine Polizei, keine Blamagen, kein Kater, kein Entzug, keine Zerstörung. Ist doch toll!!

    Freut mich für dich, dass du den Modus gewechselt hast. Lass dich von sowas auf keinen Fall wieder reinziehen. War beim letzten Versuch mein Fehler auf die Zweifel der anderen zu hören.

  • Suchtgedächtnis muss totgelegt werden.

    Hi,

    Du wirst Dein Suchtgedächtnis bis zu Deinem Lebensende nicht mehr tot legen können. Aber Du kannst es schlafen legen. Du kannst es durch Risikovermeidung schlafen legen. Und Du kannst dadurch auch vermeiden, dass es geweckt wird. Beweg Dich in Umgebungen, in denen keine Flaschen (voll oder leer) rumstehen. Und falls doch, blende sie bewusst aus. So mache ich es.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Kazik (14. Dezember 2025 um 18:04)

  • Du wirst Dein Suchtgedächtnis bis zu Deinem Lebensende nicht mehr tot legen können. Aber Du kannst es schlafen legen. Du kannst es durch Risikovermeidung schlafen legen. Und Du kannst dadurch auch vermeiden, dass es geweckt wird.

    Die Gedanken kommen ja auch wenn kein Risiko da ist

    Heute trinke ich nicht

  • Das Problem ist der Alkohol ist NIRGENDS zu sehen und trotzdem habe ich oft Saufgedanken. Ich glaube auch jeder Mensch ist anders stark abhängig und ich bin sehr abhängig weil ich mit 13 Jahren anfing mit Drogen und Alkohol und desto früher und öfter desto schlimmer. Ich mache weiter

    Heute trinke ich nicht

  • Die Gedanken kommen ja auch wenn kein Risiko da ist

    Es ist das über allem stehende Lösungsmuster.
    Wenn du einen Pferdekarren Jahrelang einen Weg entlanggezogen hast, hat das tiefe Spurrillen hinterlassen. Er wird nur sehr schwer bei der nächsten Weggabelung der neue Richtung folgen.
    Je öfter ich aber den Karren in die neue Richtung ziehe, desto leichter wird es mit der Zeit gehen. Es hat sich eine neue Spurrille gebildet und trotzdem muss ich jedesmal an der Stelle darauf achten, denn von alleine findet er den neuen Weg noch nicht.
    Welches sind deine Weggabelungen und wann zieht der Karren besonders in die alte Richtung?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi,

    Das Problem ist der Alkohol ist NIRGENDS zu sehen und trotzdem habe ich oft Saufgedanken. Ich glaube auch jeder Mensch ist anders stark abhängig und ich bin sehr abhängig weil ich mit 13 Jahren anfing mit Drogen und Alkohol und desto früher und öfter desto schlimmer. Ich mache weiter

    ich weiß nicht, ob die Sucht unterschiedlich stark ist. Ich weiß, dass sie zu stark ist, dass ich sie besiegen könnte. Nicht mit Willen. Nicht mit Wissen. Nicht mit purer Entschlossenheit. Und nicht mit Kampf. Und deshalb versuche ich es gar nicht erst. Deshalb mache ich das einzige, was ich sicher kontrollieren kann, ich nähere mich nicht geistig, seelisch oder körperlich Alkohol. Wenn kein Alkohol in Armeslänge ist, dann bin ich sicher. Da kann das Suchgehirn noch so toben. Ich bin sicher. Denn Alkohol kommt nicht alleine zu mir, springt in meine Hand und lässt mich trinken. Das müsste ich alles willentlich machen. Und jeder dieser einzelnen Schritte gibt mir die Möglichkeit, abzubrechen. Das ist mein Sicherheitsnetz. Und das Toben wird weniger. Auch das Suchtgehirn kann nicht für ewig aus allen Rohren feuern.;)

    Meinen Willen spare ich mir für die Momente auf, wo ich mich plötzlich und unvermutet auf Armlänge zu Alkohol befinde. Und dann Notfallplan sofort raus aus der Situation und weg da. Ist mir bisher aber noch nicht passiert.

    Das heißt aber nicht, dass ich Suchtdruck nur aushalte. Wenn ich welchen habe, greife ich in meinem Notfallkoffer und unternehme irgendetwas um meinen Körper zu beschäftigen. Wenn mein Körper zu tun hat, kommen Geist und Seele hinterher. Und irgendetwas kann ich immer unternehmen. Solange es kein Saufen ist. Ist alles gut.

    Noch ein Gedanken zu Deiner Geschichte. Ich kann mir vorstellen, dass diese Geschichte auch Spuren in Deinem Selbstbewusstsein hinterlassen hat. Diese Gruppe setzt alleine auf Selbsthilfe. Und Selbsthilfe setzt Selbstbewusstsein und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit voraus. Was ich schreiben will, vielleicht brauchst Du mehr Unterstützung? Vielleicht solltest Du noch einmal über eine ambulante oder stationäre Sucht spezifische Therapie nachdenken? Damit meine ich nicht, dass Du Dich hier abmelden solltest. Im Gegenteil. Eher eine Ergänzung.

    Nichts bestimmtes.Lang nicht mehr gesoffen, saufen, Tankstelle. So antrainiert über Jahrzehnte. Wenn irgendwas ist- Saufen.

    Dafür das Du schreibst das die Gedanken nicht bestimmt sind, scheinen sie sehr bestimmt.;) Saufen ist das Thema. Ich nehme an, dass Du an der Tankstelle nicht Dein Auto nachtanken willst. Wie dem auch sei, das sind Gedanken, die ich nicht festhalten würde, sondern einfach kreisen lassen würde. Die gehen wieder weg.

    Die Gedanken kommen ja auch wenn kein Risiko da ist

    Das mag im Moment so sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gut, dass, wenn Du Risiko konsequent vermeidest, die Gedanken weniger oft kommen und irgendwann dann auch nicht mehr. Die Trigger fehlen. Und die Zeit ist auf Deiner Seite.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Das Problem ist der Alkohol ist NIRGENDS zu sehen und trotzdem habe ich oft Saufgedanken. Ich glaube auch jeder Mensch ist anders stark abhängig

    Wie andere abhängig sind, ist mir egal. Wenn ich ans Saufen denke, dann ist das eben so. Da helfen keine Vergleiche.

    Das Suchthirn hat keine Augen, es „sieht“ keinen Alkohol. Es reagiert auf Muster, auf Auslöser, auf Situationen, die es kennt, und mischt das mit emotionalen Zuständen. Vor ein paar Tagen hast du selbst geschrieben, dass Stress mit der Frau früher immer ein Trinkauslöser war. Genau das greift das Suchthirn jetzt wieder auf. Da war Stress , wo bleibt der Stoff.?

    Es greift auf gespeicherte Reize wie Emotionen, Situationen und Rituale zurück. Wenn ich jeden Tag um 18:00 mein Feierabendbier getrunken habe, reagiert es genau darauf und wenn das fehlt, meldet es sich.

    Da hilft nur dagegenhalten, andere Beschäftigungen finden, griffbereite Flaschen meiden und standhaft bleiben.

    Oder eben wieder saufen!

    Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Welches sind deine Weggabelungen und wann zieht der Karren besonders in die alte Richtung?

    Risikovermeidung, Selbstfürsorge. Streit vermeiden, nicht auf biegen und brechen meinen Willen versuchen durchzusetzen. Der Karren zieht in die alte Richtung besonders wenn es mir schlecht geht, bei Streit und triggern

    Heute trinke ich nicht

  • Dafür das Du schreibst das die Gedanken nicht bestimmt sind, scheinen sie sehr bestimmt. ;) Saufen ist das Thema. Ich nehme an, dass Du an der Tankstelle nicht Dein Auto nachtanken willst. Wie dem auch sei, das sind Gedanken, die ich nicht festhalten würde, sondern einfach kreisen lassen würde. Die gehen wieder weg.

    Dieses Kreisen geht garnicht- ablenken und neue Gedanken sind bei mir der Schlüssel

    Heute trinke ich nicht

  • Ich bin schon wieder erkältet, das nervt. Kann man nix machen. Ansonsten läuft es gut: Halte mich Konsequent von Triggern fern. Was meine Frau angeht werde ich immer ruhiger und versuche keine Machtkämpfe auszutragen oder meinen Willen auf biegen und brechen durchzusetzen. Daraus kann Streit entstehen und den kann ich nicht ab, was Saufdruck erzeugen kann. Bin jetzt bei 5,5 Wochen Abstinenz, kommt mir vor wie ne Ewigkeit. Als ob ich schon Monate trocken bin- bestimmt weil ich vorher immer Monate und Wochen abstinent war. Ist echt cool wenn ich dann hier schreibe und mir meine Fortschritte bewusst werden- trotzdem achtsam und wachsam bleiben

    Weihnachten und Silvester kommen noch, da werde ich mich abstinenztechnisch noch vorbereiten.

    Heute trinke ich nicht

  • Weihnachten und Silvester kommen noch, da werde ich mich abstinenztechnisch noch vorbereiten.

    Gute Idee. Das war für mich früher die absolute Hochsaison des Saufens. Im ersten Jahr war es für mich dann etwas ungewöhnlich, aber machbar.


    Wichtig ist, sich eine Strategie gegen aufkommenden Suchtdruck zurecht zu legen und einen großen Bogen um saufende Gesellschaften zu machen.

    Ich habe mir mit meinem Ausstieg aus dem Suff angewöhnt, an Weihnachten und Neujahr auch noch einen Abstecher ins Fitnesstudio zu machen, dies nur mal als Anregung. Ansonsten bin ich auch viel draußen unterwegs mit dem Rad oder zu Fuß. Freunde des Alkohols laden wir nicht ein und meiden wir.

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