JEB - Vorstellung

  • Alkoholabhängigkeit ist ebenso eine Erkrankung und hat auch oft zusätzlich noch tiefer liegende Probleme ebenfalls Erkrankung, im Prinzip ist es das selbe.

    Woher nimmst du eigentlich diese Gewissheit?;)

    Alkoholabhängigkeit ist eine Suchterkrankung. Warum muss ich daraus jetzt noch ein Modell mit irgendwelchen tiefer liegenden Problemen oder weiteren Erkrankungen basteln?

    Und nein, für mich ist das nicht „im Prinzip dasselbe“.

    Nicht jeder Alkoholiker hat irgendwelche tiefer liegenden psychischen Probleme, die erst gefunden und aufgearbeitet werden müssen. Man kann auch unter völlig normalen Lebensumständen abhängig werden. Alkoholabhängigkeit braucht keine tragische Hintergrundgeschichte als Eintrittskarte.

    Ich habe lange genug gesoffen, mein Verhalten und Denken haben sich immer mehr nach der Sucht ausgerichtet und irgendwann war ich abhängig. Dafür brauche ich heute keine zusätzliche Erklärung, die irgendwo drei Etagen tiefer im Keller meiner Psyche liegt.

    Genau deshalb sage ich immer wieder: Man kann Sucht mit Kommunikationsmodellen, psychologischen Erklärungen und Vergleichen wunderbar auseinandernehmen. Nur erklärt mir das noch lange nicht, wie sich Sucht für einen Alkoholiker tatsächlich anfühlt und wie dieses Denken funktioniert.

    Ein Nichtsüchtiger kann versuchen, das zu verstehen. Natürlich. Aber erlebt hat er es nicht.

    Deswegen sage ich ja, hier ist der Alkoholikerbereich.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich bin mit nicht bewusst wo ich das dass so ausgedrückt verallgemeinert habe, kannst du das bitte zitieren, ich weiss nicht genau was daran nicht gepasst hat und ich spreche von mir und meinen Erfahrungen, also bitte an welcher Stelle meinst du habe ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt?

  • Es ist vielleicht besser, in deinem Faden weiter zu schreiben Jane1 , das ist ja der von JEB. In deinem geht es ja momentan auch um das Verallgemeinern. Wär das ok?

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Danke für Deine Antwort JEB .
    Dieses Gefühl kenne ich auch aus meiner Ex-Beziehung, zwar nicht in Bezug auf meinen Alkoholkonsum, denn er hatte ja selbst getrunken, aber verantwortlich wurde ich immer für alles gemacht. So brauchte er nicht, bei sich selbst schauen. Am Ende hatte ich kein Selbstwertgefühl mehr und in Alkohol konnte ich meine negativen Gefühle ertränken.
    Vielleicht ist es Zeit, Eure Beziehung auf den Prüfstand zu stellen… meine Abstinenz würde dabei an erster Stelle stehen. Heute lasse ich mich nicht mehr kleinmachen.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • "alles wegen deiner Sauferei". Kennt ihr sowas und wenn ja, wie geht ihr damit um?

    Seit ich trocken bin wurden neue Sachen gefunden die stören: Ich mecker, putze zu wenig^^ Obwohl Frauchen selber meckert. Wieso alles wegen deiner Sauferei? Du bist doch trocken. In der Vergangenheit wühlen ist doof

    Heute trinke ich nicht

  • @absti: nicht nur doof, sondern es fällt halt auf ihn selbst zurück. Er ist ja kein Alkoholiker und hat totzdem zahlreiche Fehler gemacht in all den Jahren. Und ich halte sie ihm nicht vor. Denn das ist unfair und kleinlich.

    Tabsi und die anderen: Ich bin ehrlich, kurz hat sich das Saufhirn wieder gemeldet und gesagt, ich solle den ganzen Ärger einfach wegsaufen. Dann hab ich es aber gemerkt und ein gesunder Trotz kam auf: Wieso sollte ich meine Erfolge gerade jetzt kaputt machen? Wieso sollte ich wieder mich kaputt machen und noch dazu meinem Partner noch mehr Material liefern? Mach ich nicht. Es ist mein Leben. Ich bin nicht perfekt, aber zumindest meine Abstinenz wird immer fester.

    Hab es sogar geschafft, der Familie zu vermitteln, was ich will. Einfach in keine Location, die Bier, Wein oder Brau im Namen hat. Wie für Kinder erklärt, aber das haben sie gerafft 😅

  • kurz hat sich das Saufhirn wieder gemeldet und gesagt, ich solle den ganzen Ärger einfach wegsaufen.

    Ich habe es fast gespürt, dass Du nah dran bist am Alkohol, weil ich diese Situationen und Gefühle kenne.
    Danke, dass Du so ehrlich bist.

    Jetzt kommt das ABER:

    Ich muss niemanden was beweisen!
    Ich muss niemanden überzeugen!
    Ich muss mich vor anderen nicht rechtfertigen!
    Das alles ist Kampf.

    Meine Abstinenz steht an 1. Stelle und was mir nicht gut tut, kann weg.

    Schau mal ganz tief in Dir, macht Dich so ein Partner glücklich?

    In Bezug auf Deine erste Frage, mein jetziger Mann macht mir keine Schuldgefühle, er unterstützt mich, er kommt mit als Angehöriger in die Gruppe, wir können über alles reden. Das alles ist eine Basis für eine gesunde Beziehung und eine stabile Abstinenz.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Tabsi und Rennschnecke , ich bin echt froh, hier mit Leuten reden zu können, die mich verstehen. Beim Einkaufen gestern hab ich mir extra jemanden mitgenommen, um auf Nummer Sicher zu gehen. Und einen weiten Bogen um die Getränkeabteilung gemacht, wie schon empfohlen.

    Nein, so ein Partner macht mich auf Dauer nicht glücklich. Um eine Trennung durchzuziehen, dazu noch mit kleinem Kind, bin ich allerdings noch nicht stabil genug.

    Und ich sehe auch nicht ein, darauf meine Energie zu verschwenden. Abstinenz ist wichtiger. Ich fokussiere mich auf's Trockensein. Zum Glück lässt er mich dann einfach in Ruhe. Räumliche Trennung muss erstmal reichen.

  • Da gibt es ganz viele Anleitungen im Netz. Generell eignen sich basische Reiniger gut für Fett und solche Sachen. Saure Reiniger sind gut für Kalk, Urinstein und solche Dinge. Hier eine kleine Zusammenfassung. Kann man sich alles sehr einfach mit Hausmittel selbst herstellen.

    • Basische Reiniger (pH-Wert 8–14): Ideal für organische Verschmutzungen wie Fette, Öle, Eiweiße und Ruß.
    • Saure Reiniger (pH-Wert 0–6): Ideal für mineralische Verschmutzungen wie Kalk, Rost, Urinstein und Zementschleier.
    • Neutrale Reiniger (pH-Wert 7): Der Mittelweg für empfindliche Oberflächen und leichte, alltägliche Verschmutzungen.
  • Mein Partner hat mir gesagt, dass er nicht mal mehr zu einem klärenden Gespräch nach dem Streit gestern bereit ist. Sich gemeinsam hinsetzen und Fernsehen, das würde er noch machen.

    Im Moment bin ich safe und morgen sieht bestimmt alles schon anders aus, aber was macht ihr in solchen Situationen (z.B. Trennung), wenn ihr gerade versucht, trocken zu bleiben?

  • Hallo JEB

    Tut mir Leid , dass es dir so geht!

    Mein Partner lässt mich auch manchmal so stehen..Aber da weiß ich woher es kommt… Ich bin auch gerade dabei trocken zu werden, während er noch weiter trinkt. Durch mein Nüchternheit fühlt er sich in die Enge getrieben. (…)

    Aber wie ich es lese, trinkt dein Partner keinen Alkohol.

    Wenn du schreibst: „Morgen sieht bestimmt alles schon anders aus“
    Meinst du das Verhalten von deinem Partner?
    Ich denke, Du solltest morgen schon nochmal mit ihm versuchen zu reden und herausfinden, ob das bei euch noch passt.
    Mir kommt es vor, als ob er jetzt deine Trockenheit genauso wie deine nasse Zeit vorschiebt, und als Grund nimmt, um dich und die Beziehung schlecht zu machen, obwohl es vielleicht ganz andere Gründe sind. Aber ich möchte nicht zu viel spekulieren!
    Oder Suchtdruck?
    Dann denke ich, ist hier schreiben und lesen schonmal ganz gut.
    ;)Auch die eigenen Worte:

    Wieso sollte ich meine Erfolge gerade jetzt kaputt machen? Wieso sollte ich wieder mich kaputt machen und noch dazu meinem Partner noch mehr Material liefern? Mach ich nicht. Es ist mein Leben. Ich bin nicht perfekt, aber zumindest meine Abstinenz wird immer fester.


    Und sonst Ideen aus dem Notfallkoffer anwenden!

    Ich wünsche dir viel Kraft!

  • aber was macht ihr in solchen Situationen (z.B. Trennung), wenn ihr gerade versucht, trocken zu bleiben?

    Mir bewusst machen, dass der Alk nichts, wirklich GAR NICHTS an der real existierenden Situation ändert, ausser: eingetrübte Sicht auf das, was ist.

  • "Mir kommt es vor, als ob er jetzt deine Trockenheit genauso wie deine nasse Zeit vorschiebt, und als Grund nimmt, um dich und die Beziehung schlecht zu machen, obwohl es vielleicht ganz andere Gründe sind."

    Ganz genau so seh ich das auch. Ich werde es morgen nochmal versuchen, vielleicht komme ich ja zu den eigentlichen Problemen... Aber meist mauert er.

    Vielleicht hab ich auch irgendwann keine Lust mehr, nachzuhaken

  • Hi JEB ,

    einmal in eine ganz andere Richtung gedacht. Vielleicht ist es ja für Dich eine Idee Sucht bezogene Mutter und Kind Reha zu machen, wenn es so etwas gibt. Oder eine Mutter und Kind Kur. Dann wärest Du erstmal raus aus Deinem Umfeld und hättest Zeit Deine Abstinenz zu stabilisieren.

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!