Savia. Ein schüchternes Hallo....

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Momentan fällt es mir sehr schwer hier zu schreiben Ich bin 53 Jahre alt, und trinke seit ca. 15 Jahren fast täglich entweder 1L Wein, oder etwa 6 Bier. Habe schon öfters versucht trocken zu werden, habe es aber nie geschafft. Vor einem Jahr hatte ich drei Gespräche bei der Suchthilfe, kam aber leider mit diesem Berater nicht zurecht.

    Nüchtern zu sein fühlt sich richtig gut an, aber nach ein paar Tagen läuft mir der gute Vorsatz wie Sand durch die Finger. Dann trinke ich wieder wochenlang täglich und verurteile mich dafür.


    Liebe Grüße, Savia

  • Hallo Savia,

    willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe, schön, dass du zu uns gefunden hast.


    Lass dir bitte ein paar Fragen gefallen, damit wir dich näher kennen lernen können.


    Dir ist bewusst, dass das hier ein Forum für bekennende Alkoholiker, die abstinent leben möchten, und für deren Angehörige ist?


    Wenn ja, siehst du dich selbst denn als Alkoholiker*in?

    Und wie stehst du zu der Vorstellung, den Rest deines Lebens abstinent bleiben zu wollen?


    Viele Grüße

    AufderSuche

  • Liebe Savia,


    schön, dass du den Mut aufgebracht hast, hier zu schreiben.


    Ich bin auch knapp über fünfzig und habe auch jahrelang getrunken, bis ich vor ein paar Jahren dann endlich den Absprung geschafft habe.


    Bei mir war es so, dass ich mir sehr sehr lange nicht eingestehen konnte, abhängig zu sein, Alkoholikerin zu sein. Damit verband ich ganz viel Negatives. Außerdem hätte das ja bedeutet, dass ich endgültig dem Alkohol komplett Adieu hätte sagen müssen, und das konnte ich mir lange nicht vorstellen, (klar, dass es ja gerade meine Sucht war, die mir vorgegaukelt hat, ich könnte dauerhaft nicht komplett ohne Alkohol leben …)


    Ich weiß nicht, ob du dich in dem, was ich geschrieben habe, wiederfindest.

    Mir hat es damals jedenfalls sehr geholfen, dass ich Leute kennengelernt habe, zum Beispiel hier im Forum, die (auch) Alkoholiker sind, und ich mich nicht mehr so alleine gefühlt habe mit meinem Problem, und mit meiner Scham.


    Viele Grüße dir und meine Hochachtung für dein schüchternes Hallo!


    Thalia


    P.S. Vielleicht kannst du ja beim nächsten Mal zu einer/m anderen Berater/in gehen, bei dem/der du dich besser öffnen kannst.



  • Hallo AufderSuche,


    ich bin definitiv Alkoholikerin, und wünsche mir nichts mehr als für den Rest meines Lebens nicht mehr trinken zu müssen.


    Heute ist mein Tag 1. Auf der Suche nach Tipps bin ich über dieses Forum gestolpert und dessen Sinn erkannt, bevor ich mich registriert habe.

    Bin erstmal dabei das Forum quer zu lesen, um schon nach wenigen Beiträgen konnte ich feststellen hier richtig zu sein.


    Vor etwa zwei Stunden war ich einkaufen und es war eine Herausforderung am gekühlten Bier vorbeizugehen. Das war ein richtiger Trigger, und ich werde in Zukunft am frühen Morgen einkaufen gehen.


    Nächste Woche haben wir eine Firmenfeier....vielleicht find ich hier ja den ein oder anderen Ratschlag mit dieser Situation umzugehen.


    Liebe Grüße, Savia

  • Hallo Savia,

    herzlich Willkommen hier! :)

    Wenn heute dein Tag 1 ist, heißt das, daß du gerade einen Kalten Entzug machst? Also alleine daheim im stillen Kämmerlein den Alk einfach wegläßt?

    Dein Körper hat sich an die Aufnahme von 1 l Wein am Tag gewöhnt und wenn du plötzlich damit aufhörst, kannst du schwere Entzugserscheinungen bekommen.

    Unser Rat ist daher immer, daß man auch wenn es einem furchtbar peinlich ist, mit seinem Hausarzt od. einem anderen Arzt redet. Dann wird man durchgecheckt, die Entgiftung wird besprochen und überlegt, was die sicherste Variante ist.

    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • liebe Savia, ich freue mich so für Dich, dass du diese Entscheidung getroffen hast und so ehrlich zu Dir bist - das ist der erste große Schritt in die neue Richtung, den du gemacht hast.


    Ich bin tatsächlich "nur" Partnerin eines Alkoholikers, bei dem diese Realisation auch viele Jahre gedauert hat - er ist seit 2 Jahren trocken!

    Er hat mir vor 2 Tagen etwas gesagt, was ich sehr gut fand: er findet es so befreiend zu wissen, dass er keinen Alkohol mehr trinken muss, nie wieder. Und das Geheimnis: man lässt das erste Glas stehen- weil man es nicht trinken muss.

    Er geht auch mit Kollegen weg und trinkt dann meist Wasser oder Spezi und auf Fragen sagt er, dass Alkohol ihm einfach nicht gut tut und er deswegen keinen mehr trinkt.


    Schön dass du da bist und herzlichen Glückwunsch zu Tag 1!

  • Hey Savia,


    schön, daß du hier bist! Dir muss nichts peinlich, unangenehm oder sonstwas sein. Du bist hier vollkommen richtig.

    Du wirst schon jetzt merken, wie GUT es tut, darüber reden / schreiben zu können!

    Ich wünsche dir ein gutes Ankommen im Forum!


    Lieben Gruß.
    Peter

  • Guten Morgen!


    Vielen Dank für den Zuspruch.


    Linde66 Mir war das gar nicht bewusst, dass ein KE so gefährlich sein kann, habe mir den entsprechenden Beitrag samt Zitaten durchgelesen.

    Mein Hausarzt hat leider erst morgen wieder Sprechstunde, und ich möchte nach dem ersten Schritt nicht wieder zwei zurückgehen.

    Die Alternative wäre der ärztliche Notdienst, aber für den bin ich eine völlig unbekannte Person.


    Die Nacht verlief recht gut....Hatte leichte Schweißausbrüche und wurde mehrmals wach. Aber das war ja zu erwarten.

    Tag 2 starte ich jetzt mal mit einem leichten Frühstück und einer Walkingrunde mit Musik.


    Was würdet ihr mir raten? Heute zum Wochenenddienst, oder bis morgen warten damit ich zu meinem Hausarzt gehen kann?


    Liebe Grüße, Savia

  • Guten Morgen Savia,

    wir raten, bis zur ärztlichen Begleitung moderat weiterzutrinken, auch wenn einem das total doof vorkommt, nachdem man endlich den Entschluß gefasst hat.

    Nun kann ich verstehen, daß du nicht wieder trinken willst, bis morgen dein Hausarzt geöffnet hat.

    Daher geh bitte nachher zum Wochenenddienst. Sprich dich aus, sag, was Sache ist. Dann bist du auf der sicheren Seite.

    Bleib so motiviert, aber eben mit ärztlicher Unterstützung.



    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Savia,


    willkommen im Forum. Zum Arztbesuch wurde ja schon einiges geschrieben. Eine ärztliche Begleitung ist wichtig.


    Dann geht es ja darum, dass du eine Stabilität aufbaust. Kannst du zu einer anderen Suchtberatungsstelle gehen? Vielleicht kommst du mit dem Berater besser zurecht. Ich würde dir auch empfehlen, viel über die Krankheit zu lesen. Ganz wichtig sind da die Grundbausteine und der Notfallkoffer.


    Konkret hätte ich zwei Tipps, die vielleicht umsetzbar sind: Gehe in der ersten Zeit nicht alleine einkaufen. Sag die Firmenfeier ab, wenn dort getrunken wird.

    Gerade in der Anfangszeit würde ich alle Gefahren vermeiden.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hallo Savia,

    schön das du hier bist :)

    Ich bin auch erst seit ein paar Tagen dabei und bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben. Ich bin Alkoholikerin und mir ging es mit der Konsummenge ähnlich wie dir, ein bisschen mehr war das schon an einigen Tagen. Ich wollte seit Monaten damit aufhören, gestand es mir aber nicht ein Alkoholikerin zu sein... einerseits dachte ich, ich könnte alleine (kalten Entzug) trocken werden, andererseits hatte ich unglaublich Angst vor den Entzugserscheinungen. Diese Angst hinderte mich tatsächlich daran aufzuhören. Alles änderte sich, als ich dann bei meinem Hausarzt mein Alkoholproblem offen machte. Auch er riet mir, weiter zu trinken (in kleinen Mengen und nichts "hartes", aber das trank ich ja eh nicht) bis ich den Termin in einer Entzugsklinik bekam. Dies ging dann recht fix, ein paar Tage.... Dort fühlte ich mich verstanden und ich hatte keine Angst mehr vor Entzugserscheinungen. Ich bekam sehr wenig medikamentöse Unterstützung, aber das war mein Befreiungsschlag!

    Hab keine Angst, lass dir helfen und vertraue auf dich und die Hilfe die dir angeboten wird.

    Ganz liebe Grüße

    Jutta

  • Hallo Savia,


    Willkommen hier bei Uns


    bevor wir dich freischalten, wollte ich erst mal wissen wie es mit der begleitete Entgiftung aussieht. Warst du beim Arzt?

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Savia,


    Willkommen hier bei Uns


    bevor wir dich freischalten, wollte ich erst mal wissen wie es mit der begleitete Entgiftung aussieht. Warst du beim Arzt?

    Hallo Hartmut,


    wie schon geschrieben war ich gestern beim Notdienst. Zusätzlich war ich heute bei meinem Hausarzt, der auch wirklich mehr wissen wollte. Meinen nächsten Termin habe ich am Mittwoch, bis dahin kann ich ihn anrufen, sollte ein Problem auftauchen. Ansonsten bin ich seit knapp zwei Jahren in psychologischer Behandlung (kein Suchtproblem), und mache seit ca 3 Monaten eine Gesprächstherapie. Wobei ich jedoch meinen Alkoholismus hellrosa gefärbt habe.

    "Ich bin Alkoholikerin" sprach ich gestern das erste Mal laut aus, aber da das bei einem fremden Arzt war, hat es mir nicht sonderlich viel ausgemacht.

    Heute bei meinem Hausarzt lag die Sache schon etwas anders, aber er hat mich wirklich aufgefangen.


    Also ja. Ich habe mir professionelle Hilfe geholt.


    Liebe Grüße

    Savia

  • Hallo Savia

    Also ja. Ich habe mir professionelle Hilfe geholt.

    Dann hatte ich da was überlesen. Danke für die Information. Ich werde dich demnächst freischalte und deinen Thread in den zuständigen Bereich verschieben. Ist das so weit ok für dich?

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Savia,


    ich finde es gut, dass du dir gleich ärztliche Hilfe geholt hast. Ich hatte es als erleichternd empfunden, meine Sucht auszusprechen. Auch bei deiner Therapie kannst du das Thema ansprechen, auch wenn der Grund der Behandlung ein anderer ist.


    Wie kommst du denn gerade im Alltag zurecht?


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Ein schüchternes Hallo....“ zu „Savia. Ein schüchternes Hallo....“ geändert.
  • Gar nicht so schlecht. Es war der richtige Schritt mich hier anzumelden und zum Arzt zu gehen. Mir gehen grade so viele Gedanken im Kopf herum, welche ich erst sortieren muss.


    Liebe Grüße

    Savia

  • Guten Morgen Savia,


    schön, dass Du hier bist. Ich hab eben in einem anderen Thread gelesen, dass Du aufgrund der Empfehlungen hier zum Arzt gegangen bist und ich wollte Dir einmal sagen, dass ich das super finde.


    Dass Dir viele Gedanken im Kopf herumgehen und Du Dich erst einmal sortieren musst, ist völlig normal. Wie geht es Dir denn heute so?


    LG Cadda

  • Guten Morgen!


    Nachdem ich die letzten paar Tage hier doch einiges gelesen habe, musste ich feststellen das mein Suchtgedächtnis schon stolze 41 Jahre alt ist. Deshalb will ich ein wenig mehr über mich erzählen....


    Meinen ersten Kontakt mit Alkohol und Nikotin hatte ich mit 12 Jahren, der erste Vollrausch ließ nicht lange auf sich warten. Wenige Jahre später kamen Cannabis, Uppers and Downers dazu. Mitte zwanzig gab es keine Droge, welche ich nicht konsumierte.


    Mit 30 dann die 180° Drehung. Wirklich (fast) nichts mehr!!!! Ich fing an zu Laufen, drei Wochen danach ließ ich auch die Zigaretten weg. Als ich grade mal 2 Monate clean war setzte ich mir in den Kopf einen Marathon zu laufen. Habe ich auch gemacht. Meine Süchte hab ich auf den Sport verlagert....leider schlichen sich Alkohol, Zigaretten und "weiche" Drogen wieder ein.

    Ein paar Jahre hielten sich Sport und Suchtmittel die Waage. Dann wurde die Waage, dieses blöde Ding, kaputt.


    Bis vor 5 Tagen waren Alkohol und Zigaretten meine ständigen Begleiter, noch nicht mal eine Autoimmunerkrankung (seit 2017) konnte mich davon abhalten.


    Je mehr ich hier lese, umso klarer wird mir die Größe meines Problems. Auf jeden Fall bin ich dankbar dieses Forum Gefunden zu haben!


    Liebe Grüße

    Savia

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