Franzi - Ehemann trinkt

  • hallo Franzi,

    Einfach erstmal abwarten, ob sich wirklich was getan hat oder eben nur 1 Woche nicht getrunken wurde, wäre jetzt meine Devise. Auch wenn sich mein Co-Herz sträubt

    er ist erwachsen, kann selbstständig nach Hause kommen. Lass ihn machen, und schau was passiert. Natürlich sträubt sich dein Gefühl, mir hat es geholfen zu lernen, zuerst auf den Verstand zu hören. Das Gefühl wollte immer etwas anderes, ich war aufs helfen fixiert und mußte lernen, dass ich nicht helfen konnte.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Nsch einer Woche stationärem Entzug ist er ja nicht trocken, sondern gerade mal entgiftet.

    Entscheidend ist, wie er weitermacht, wie Aurora beschrieben hat. Also: bloß nicht einlullen lassen. Wenn es ihm wirklich ernst ist mit der Abstinenz, zieht er die auch ohne Beifall und "Wohlverhalten" von deiner Seite durch. So war und ist es bei mir...

    Welche Pläne hast du fur dich?

  • Was möchtest DU wirklich und was würdest du aus (falschem) Pflichtgefühl machen? Hör auf dein Gefühl! Sträubt sich etwas in dir?

    Würdest du dich auf eine gewisse Weise selbst verlassen, wenn du ihn abholst?

    Falls du eine Tochter hast oder hättest und sie wäre in deiner Situation - was würdest du ihr raten?

  • Danke dafür! Das sollte ich mir spiegelverkehrt auf die Stirn tätowieren lassen!

    Dito! Da ich das aber nicht will, helfe ich mir mit kleinen Notizzetteln oder irgendwelchen Symbolen, die ich zeitweise in meiner Hosentasche trage und die mich daran erinnern. Vllt wäre das auch für Dich eine Alternative zum Tattoo?:P

  • Danke für eure Antworten. Ich werde ihn nicht abholen. Er hat nicht gefragt, ich hab’s nicht angeboten, jetzt holt ihn sein Vater ab, der ihn auch hingefahren hat.
    Natürlich ist er aber enttäuscht und es hagelt vorwürfe, dass ich ihn ja nicht besucht und überhaupt kaum Interesse gezeigt hätte. Aber: ich bin nicht da, um seine Erwartungen zu erfüllen.

  • Richtig, Franzi!:thumbup:

    Wenn Du nicht zu Dir stehst und das, was Dir wichtig ist, vertrittst, wer denn dann?

    Du gehst in die richtige Richtung! Gratulation!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Liebe Franzi

    Super! Stehe zu Dir und Deiner Meinung! Ich bin auch so verdammt harmoniesüchrig, dass ich da auch hart an mir arbeiten muss. Aber es wird von mal zu mal einfacher Nein zu sagen und zu mir zu stehen. Und danach bin ich dann irgendwie dann doch stolz auf mich.

    Das wünsche ich Dir auch. Finde es super, wie Du jetzt Deinen Weg gehst!

    LG Momo

  • Willkommen im Club der harmoniesüchtigen. Vor allem: Was für eine angebliche Harmonie ist das denn... In der Musik würde man sich die Ohren zuhalten bei dem, was wir manchmal machen. Es ist alles andere als eine Harmonie!

  • Hi Franzi,

    Wieso bist Du ein schlechter Mensch, wenn Du zu Dir stehst und Dich schützt. Würdest Du im Notfall keine erste Hilfe leisten, wäre das etwas anderes. Es handelt sich ja hier nicht um einen Notfall. Dir das zu sagen, Du bist ein schlechter Mensch weil Du Dich und Deine Grenzen schützt, sagt mehr über den Sender dieser Aussage aus, als über Dich. Versuche Dich abzulenken und etwas Schönes zu unternehmen und lasse diese Aussage nicht an dich ran. Vielleicht macht es auch Sinn mal die Kanäle der Kommunikation aus Selbstschutz zu blockieren.

    Kopf hoch. Ich merke oft im meinem Umfeld, dass viele nicht damit klar kommen, wenn ich jetzt Grenzen ziehe. Aber das heißt für mich, dass sie mir ganz klar zeigen, dass ich nur als Dienstleister für sie fungiert habe. Wenn meine beste Freundin was verneint, bin ich grundsätzlich nicht sauer, weil es ihr zusteht (als Beispiel)

    LG Momo

  • Am Sonntag ist er zurück gekommen. Wir hatten ein gutes Gespräch, darüber was er in der Klinik erlebt und „gelernt“, sprich, über seine Krankheit erfahren hat. Seine folgenden Beziehungs“anfragen“ habe ich relativ konsequent abgewiesen. Und weil ich ja ach so abweisend war, musste er sich m Tag drauf leider „zum Test“ ein Bier reinziehen (weil wenn ich ihn eh nicht mehr will…). Entschuldigt den Zynismus. Aber wie ätzend ist das denn? Gestern wollte ich noch schrieben, ich kann jetzt Auroras Worte nachvollziehen: ihr Exmann hätte „nur“ aufgehört zu trinken und sonst gleiches Verhalten gezeigt. Hier genau das gleiche. Mit dem unterschied dass er jetzt (!) schon einen Rückfall hatte (nur 1 Bier und ich konnte ja nach 1 Bier aufhören). Unfassbar.

  • Dann war die Entziehung für die Katz und auch nicht wirklich gewollt von ihm, wie Du so richtig festgestellt hast.

    Gut, dass Du innerlich auf Abstand eingestellt bist.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Franzi!

    Und weil ich ja ach so abweisend war, musste er sich m Tag drauf leider „zum Test“ ein Bier reinziehen (weil wenn ich ihn eh nicht mehr will…).

    Ironie an Der Arme Ironie aus

    Da kannst du doch sehen daß er nicht dahinter steht wenn es um seine Trockenheit geht, das war doch nur ein Versuch dich zurück zu gewinnen. Das war bei meinem Mann genauso er sagte den Entzug mache ich nur weil meine Familie es so haben will. Natürlich ging das genauso schief wie bei deinem Mann.

    Bleib bei deinem Entschluß dich zu trennen das ist momentan das einzig Richtige.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Wahrscheinlich wird es auch noch 2-3x mit nur einem Bier gut gehen und danach geht’s wieder voll los.

    So ähnlich war es bei meinem Mann. Er kam aus der Klinik, hatte 1-2 Wochen nichts getrunken und danach mit „einem“ Glas Wein wieder angefangen. Er hatte da noch nicht akzeptiert, dass es für ihn wirklich nie wieder geht. Es ist dann nochmal 2 Monate richtig eskaliert, bis ich ihn quasi rausgeschmissen habe.

    Was hat er dir denn erzählt, was er „gelernt“ hat?

  • Ja ja, die böse Co ist immer schuld.

    Das Denkmuster ist geblieben. Der erstbeste Griff zu Flasche ebenso. Da frage ich mich doch wirklich, was er angeblich gelernt hat.

    Gut, dass du Abstand hälst. Du siehst ja, er will es nicht wirklich. Er konnte jetzt nach einem aufhören. Also wird so in ein paar Tagen wahrscheinlich wieder getestet. Geht vielleicht auch noch gut und der Alkoholiker wiegt sich in Sicherheit. Und schon ist er wieder mitten drin, weil er kann ja aufhören, wenn er möchte.

    Darauf bin ich übrigens 1000 mal reingefallen. Also als Alkoholikerin. Und jedesmal hat es nicht lange gedauert und ich habe wieder getrunken als gäbe es keine Morgen mehr.

    Es ist so schwer für mich auszuhalten, als „schlechter“, egoistischer Mensch dazustehen.

    Was mir in solchen Momenten immer geholfen hat:

    "Ich tue das jetzt nicht GEGEN andere, sondern FÜR MICH"

  • Hallo Franzi,

    als Rückfall würde ich das nicht bezeichnen. Er hat lediglich ne Pause gemacht, um zu beeindrucken.

    Mich macht es wütend, dass so jemand Plätze in einer Entzugsklinik einnimmt.

    Gut, dass Du innerlich auf Abstand bist, jedes Gespräch ist im Grunde ein Gespräch zu viel.

    LG Cadda

  • Mit dem unterschied dass er jetzt (!) schon einen Rückfall hatte (nur 1 Bier und ich konnte ja nach 1 Bier aufhören). Unfassbar.

    Wer eine Entzugsklinik aufsucht, zeigt damit den Wunsch, sich von seiner Sucht zu lösen. Kommt es danach erneut zum Saufen handelt es sich um einen Rückfall.

    Ich halte mich auch mit Ferndiagnosen zurück – ich kenne die Person nicht und halte es für nicht zielführend, darüber zu spekulieren, ob es nur eine Pause war oder mehr dahintersteckt.

    Letztlich ist das für deine persönliche Situation ohnehin unwesentlich, oder? Also lass dich nicht auf die altbekannten Spielchen ein. Ob er tatsächlich wieder getrunken hat oder nicht, ist letztlich irrelevant. Manche Menschen reagieren auf eine so klare Haltung zur Trennung mit Unsicherheit oder zeigen merkwürdiges Verhalten.;) Alkoholiker besonders:saint:

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Er hatte da noch nicht akzeptiert, dass es für ihn wirklich nie wieder geht. Es ist dann nochmal 2 Monate richtig eskaliert, bis ich ihn quasi rausgeschmissen habe.

    Und danach hat er dann „ernsthaft“ aufgehört?

    Was hat er dir denn erzählt, was er „gelernt“ hat?

    Tatsächlich viele Dinge, die ich auch hier im Forum schon so gelesen habe (die Alkoholiker betreffend). Und natürlich auch, wie wichtig es sei, dass die Familie hinter einem steht…

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