Ratlos24 - Ich trete auf der Stelle

  • Hallo!

    Ich bin neu hier. Seit 4,5 Jahren bin ich mit einem Partner zusammen, der in meinen Augen alkoholkrank ist. Ich habe ihn so kennengelernt. Irgendwie war er damals trotzdem charmant. Heute komme ich nicht mehr damit klar und bin sehr einsam und unglücklich in dieser Beziehung.

    Wir wohnen 1 Straße auseinander und sehen uns abends nach der Arbeit evtl. für 30 Minuten, wenn ich zu ihm gehe. Am Wochenende gehe ich abends zu ihm und übernachte dort. Jeder lebt irgendwie sein eigenes Leben.

    Sein Tag gestaltet sich so, dass er morgens zur Arbeit fährt. Am Nachmittag nach der Arbeit geht er direkt in die Werkstatt. Dort sind Bierkisten aufgereiht. Ab dem Moment trinkt er Bier wie Wasser. Alleine, aber es kommen auch etliche vorbei, um dort ihr Feierabendbier zu trinken. Er natürlich bei jedem mit.

    Zum einen ertrage ich den Geruch nicht mehr und zum anderen seine Art. Er ist sehr einfach gestrickt, ist mir intellektuell unterlegen. Er lässt aber raushängen, dass ich doof sei und er der einzig wahre und tollste und fähigste Mensch der Welt. Wenn er getrunken hat, dann ist er über jeden und alles am schimpfen. Benutzt nur Fäkal-Ausdrücke. Es ist schwierig, ihm immer und immer zuzuhören. Ich kann ihm nichts erzählen. Von meiner anspruchsvollen Arbeit möchte er nichts wissen und auch hat er wenig Ahnung,was im wirklichen Leben abgeht. Ich muss z.B. ankündigen, wenn er mich mal fahren muss, damit er dann nicht trinkt. Ohne Ankündigung kann ich nicht auf seine Hilfe zählen. Er hat immer getrunken. Bier ist so ein großes Thema für ihn.

    Ich habe ihm gesagt, dass sein Verhalten das eines Alkoholikers ist. Dann vergleicht er noch mit seiner verhassten Familie, die das auch sagen. Wenn ich mich trennen, weil ich das so nicht mehr aushalte, dann ist es ihm egal.

    Er ist ein sehr unzufriedener Mensch. Er betont, dass er immer schon trinkt. Irgendwie wirkt er stolz darauf. Er ist bestens informiert, wo es Bier im Angebot gibt. Dieses wird dann in großen Mengen gekauft.

    Er kann auch ohne. Am Wochenende vielleich für 1 Tag. Dann ist er ein ruhiger Mensch. Er ist so viel angenehmer. Er hat dann keine Entzugserscheinungen.

    Ich habe ruhig mit ihm gesprochen. Er sieht kein Problem. Er beschimpft mich dann. Er wird dann unlogisch.

    Ich weiß einfach nicht mehr wie ich das weitermachen soll. Ich glaube, ich will das auch gar nicht mehr. Die Beziehung gibt mir nicht viel. Keine Zukunftsaussichten. Ich bin einsam mit ihm.

    Ich kann ihm nicht helfen. Er sieht kein Problem. Ohne mich macht er genauso weiter.

    Ich wüsste einfach gerne, wie ich da raus komme. Ich schaffe das nie endgültig.

    Ganz viele liebe Grüße.

  • Hallo Ratlos,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Im Grunde ist es egal, ob er ein Alkohliker ist oder nicht, Du fühlst Dich in der Beziehung nicht mehr wohl

    Was hält Dich dann, zumal er ja knallhart sagt:

    Wenn ich mich trennen, weil ich das so nicht mehr aushalte, dann ist es ihm egal.

    Damit ist doch im Grunde alles gesagt, oder?!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich weiß einfach nicht, warum ich nicht endgültig raus aus dieser Beziehung komme. Ich denke, dass es ein Grund ist, dass mein Haus in seiner Nähe ist und ich ihn deswegen oft sehe.

    In meiner romantischen Vorstellung hört er für mich auf zu trinken.

  • Ich wüsste einfach gerne, wie ich da raus komme. Ich schaffe das nie endgültig.

    Was genau hält Dich denn an so einem Mann mit so einer Art?

    Geht’s wirklich um ihn? Oder um den Wunsch nach einer schönen Beziehung?
    Weiteres wirst Du ja mit ihm nicht erreichen können.

  • Um die Beziehung mit ihm. Aber wahrscheinlich um die in meiner Vorstellung, wie es sein könnte. Ich möchte aber auch nicht, dass er so weiter macht. Ich habe das Gefühl, dass ich die einzige bin, die sich Gedanken um sein Trinkverhalten macht. Alle anderen befeuern es, mit denen er zusammen ist.

  • Hallo Ratlos,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Deine Vorstellung ist lang, aber im Prinzip hast du deinen Partner vorgestellt.

    Dein Leben sollte sich mehr um dich und um deine Bedürfnisse drehen. Denn nur da kannst du ansetzen, damit es dir besser gehen kann.

    Ich weiß einfach nicht mehr wie ich das weitermachen soll. Ich glaube, ich will das auch gar nicht mehr. Die Beziehung gibt mir nicht viel. Keine Zukunftsaussichten. Ich bin einsam mit ihm.

    Warum fällt es dir dann so schwer zu gehen?

    Ich kann ihm nicht helfen. Er sieht kein Problem. Ohne mich macht er genauso weiter.

    Ich wüsste einfach gerne, wie ich da raus komme. Ich schaffe das nie endgültig.

    Richtig, du kannst ihm nicht helfen. Er sieht kein Problem, warum sollte er denn da was ändern.

    Wenn ich mich trennen, weil ich das so nicht mehr aushalte, dann ist es ihm egal.

    Denkst du das oder hat er das so gesagt?


    Wenn du dich hier austauschen möchtest , klicke den folgenden Link an und schreibe kurz etwas dazu.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Kein Angehöriger hat Einfluss auf den Alkoholkonsum seiner Lieben. Auch Du nicht, Ratlos.

    Die Frage ist, ob Du so weiterleben willst, oder die sehr einseitige Beziehung weiter fortsetzen willst.

    Was würdest Du D/einer Freundin raten?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Wenn ich mich trennen, weil ich das so nicht mehr aushalte, dann ist es ihm egal.

    Alkohol kommt an erster Stelle. Da ist kein Platz für Dich, weil der vom Alkohol eingenommen wird.

    Dann lese ich da noch einige Dinge, die sich auch nicht ändern würden, wenn er nicht trinkt. Jeder Mensch hat seinen Charakter.

    Für mich liest sich das nicht nach einer Beziehung. Als Außenstehender kann ich nicht verstehen, was Dich hält. Die Hoffnung?

    Nach dem, was Du beschrieben hast, ist die Sinnlos.

    Entweder Du machst weiter, bis es Dir schlecht genug geht. Oder Du schaffst es vorher.

    Hier gibt es viele, die das Problem haben, dass sie ihren Alkoholiker nicht aus der Wohnung bekommen. Du hast ja das große Glück, dass ihr nicht zusammenwohnt. Ich wünsche Dir, dass Du bald Deinen Weg weiter gehst.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Ratlos,

    wenn Du gehst ist es Ihm egal. Wenn Du Ihm den Kasten Bier wegnimmst ist es ganz sicher nicht egal. Soviel zur Romantik.

    Was bringt Dir eine "Beziehung" in der Du weniger wiegst als ein Kasten Bier?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Es ist wirklich die Hoffnung, dass ich ihm so viel bedeute, dass die Beziehung doch noch ausfüllend wird, dass er ohne den Alkohol sieht, dass wir es wert sind. Aber ich weiß nicht wie man jemandem von diesem Verhalten herunter bekommt.

    Wenn ich mich getrennt habe, hat er genauso weiter gemacht und getrunken mit den Besuchern und geschraubt.

    Wenn ich sage, dass ich das so nicht mehr möchte, dann diskutiert er, dass er immer schon trinkt, dass das Leben viel zu kurz ist, um drauf zu verzichten usw. Dann zählt er alle auf, die er ja so hasst, dass die ja auch so reden würden, wie ich, z.B. seine Mutter. Ich weiß eben nicht, ob da der Alkohol aus ihm spricht, da er ja fast immer schon getrunken hat, wenn ichbihn abends treffe.

    Wie mache ich ihm klar, warum ich das wegen des Alkohols nicht mehr will. Er versteht das scheinbar nicht und diskutiert dann immer gegen an.

    Ich kann ihm auch nichts erzählen, da er dann darauf irgendeinen Quatsch erzählt und dann so von seiner Meinung überzeugt ist. Er hat keinen angenehmen Charakter, wenn er trinkt.

    Ich weiß nicht, ob er Alkoholiker ist, denn es geht ja auch ab und zu ohne. Dann ist er ganz normal und umgänglich.

  • Hallo Ratlos,

    bitte schaue mal weiter oben in dem Beitrag von Moderatorin Stern.

    Da findest du unseren Bewerbungslink.

    Bitte anklicken und kurz einen Satz schreiben, damit wir dich freischalten können.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Ratlos,

    Aber ich weiß nicht wie man jemandem von diesem Verhalten herunter bekommt.

    Ich auch nicht. Ich kann nicht beurteilen, ob Dein Partner Alkoholiker ist. Aus dem was Du schreibst, vermute ich ja, oder er ist auf dem besten Weg dahin. Ein Alkoholiker ist suchtkrank, er kann nicht einfach aufhören, er muss trinken.
    Die absolute Krankheitseinsicht ist die Voraussetzung, dass er sich Hilfe suchen kann und die Krankheit stoppen kann.
    Solange dies nicht geschieht, wird er immer weiter in der Suchtspirale nach unten gezogen. Es kann noch Jahre dauern, bis er zur Einsicht kommt oder er hat sie nie.

    Ich kann ihm nicht helfen. Er sieht kein Problem. Ohne mich macht er genauso weiter.

    Ja. Ja. Nein.
    Er wird auch mit Dir so weiter machen und Dich mit nach unten ziehen. Genau deswegen bezeichnet man die Alkoholkrankheit als Familienkrankheit.
    Du kannst Dich entscheiden, ob Du Dein Leben so führen willst oder ob Du ab jetzt darauf achtest, dass es Dir wieder gut geht.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich habe nochmal eine Bewerbung geschickt. Ich hoffe, es hat geklappt.

    Die Tag vor Weihnachten und an Weihnachten ging es mit ihm. Er hat in Maßen Bier getrunken und war einigermaßen normal. Den heutigen Nachmittag hat er mit seinem Bruder verbracht. Ich habe gleich gemerkt, dass er wieder zu viel getrunken hat. Er ist mich ohne Grund verbal angegangen. Ich habe ihn mehrmals gefragt, was ich ihm getan habe, warum er so zu mir ist. Irgendwann habe ich gesagt, ob er mich wieder so angeht, weil er den ganzen Nachmittag getrunken hat. Er antwortete, dass ich ihm nicht mit dem Scheiß kommen soll und hat mich stehen gelassen.

    Ich weiß nicht mehr, was eigentlich los ist.

  • Hallo Ratlos,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich hier nun überall austauschen.

    Nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich ( du erkennst das an den orangefarbene Namen) schreiben.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Alex_aufdemweg 27. Dezember 2024 um 20:54

    Hat den Titel des Themas von „Ich trete auf der Stelle“ zu „Ratlos24 - Ich trete auf der Stelle“ geändert.
  • Hallo ratlos,

    das was du am Anfang geschrieben hast, habe ich zum Schluss meiner Beziehung auch erlebt. Und ich kann dir nur sagen, geh, mach Schluss, du hast jemand anderen an deiner Seite verdient, der dir die Wertschätzung und Liebe geben kann, die du brauchst um glücklich zu sein. Er wird so, wie du eure Situation beschreibst an seinem Leben nicht viel ändern, vorallem wenn es ihm egal ist ob du gehst. Glaube allem was er so raushaut, egal ob nüchtern oder nicht. Zieh lieber ein Ende mit emotionalem Down und Tiefpunkt für dich, als gefangen in der Endlosschleife zu sein und dich vollkommen fertig zu machen, weil die Beziehung einfach nicht passt. Du kennst ihn ohne Alkohol nicht, also weißt du auch nicht wie er wirklich nüchtern und trocken ist. Du liebst ihn und wünscht dir mehr, aber so wie du deine Beziehung beschreibst, wird es ins Leere führen und immer wieder von vorne anfangen, bis du abspringst und den Mut hast für dich selbst ein besseres Leben anzustreben. Lieber allein weiter gehen, als seine Lebzeit unglücklich zu sein und immer wieder eigene Enttäuschung zu spüren.

    Nüchtern bekommst du deinen Partner nicht, das muss er selbst von Herzen für sich selber wollen. Es ist für ihn sehr bequem, ich mein du besuchst ihn immer, er kann trinken, hat keine Verantwortung... Er achtet nicht auf dich und du tust wohlmöglich alles dafür das die Beziehung bestehen bleibt. Es ist deine Enrscheidung zu gehen oder noch ein paar Ehrenrunden zu drehen, bevor du wieder zu dir selbst findest und dein Leben und deine Wünsche für dich wieder in die Hand nimmst.

    Liebe Grüße

  • Ich weiß nicht mehr, was eigentlich los ist.

    Es gibt auf Deine Frage aus Sicht des Alkoholikers keine vernünftige Antwort.
    Dann bleibt nur noch die Strategie, Angriff ist die beste Verteidigung und schon fragst Du Dich,
    was Du falsch gemacht hast und er hat seine Ruhe. Diesen Kreislauf kannst Du durchschauen und auch stoppen und das Wie kannst Du hier bei ganz vielen Angehörigen lesen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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