• Hallo liebes Forum,

    Gestern auf dem Weg zur Arbeit haben mich Gedanken eingeholt die ich nur zu gut kenne.

    Mir kam für ein paar Sekunden der Gedanke dass ich doch nun wieder anfangen könnte kontrolliert zu trinken.

    Dieser Gedanke kam aus heiterem Himmel, aber fühlte sich in diesem kurzen Moment so logisch an „klar solltest du das machen warum auch nicht“.

    Ich habe mich dann wirklich kurz erschrocken über diesen Gedanken, weil ich genau weiß was passiert falls ich das versuche.

    Da hat sich das Suchtgedächtnis gemeldet und wollte wieder Alkohol, aber ich bin nicht darauf hereingefallen.

    Aber alleine das dieser Gedanke so klar und logisch war in diesem Moment, beschäftigt mich bis jetzt weshalb ich das hier kurz schreiben wollte.

    Viele Grüße Bingo

  • Nein, leider nicht und es war auch nichts, es war alles gut. Ich hatte auch keine schlechte Laune oder sonst was.

    Ich denke manchmal kommt das Suchtgedächtnis auch ganz ohne äußeren Einfluss ums eck, oder es hat mich etwas unbewusst getriggert.

    Mir geht’s aber gut es war nur ein aha Moment der mich zum nachdenken gebracht hat.

    Viele Grüße Bingo 😊

  • Das habe ich teilweise ständig. Das Saufhirn findet immer einen Grund bei mir. Streit, Sonne, Langeweile, Nichts, Trigger, Stress. Jetzt immer Notfallkoffer und Plan statt sofort nachgeben. Leicht ist es nicht aber es lohnt sich!!!

    Abstinent seit 10.11.2025

  • Ich denke manchmal kommt das Suchtgedächtnis auch ganz ohne äußeren Einfluss ums eck,

    Das ist nach den ganzen Jahren nicht ungewöhnlich. Bei mir hatte es schon ausgereicht, wenn ich einfach nur auf dem Weg nach Hause war. Wichtig war nur, dass ich es auch als Suchtstimme erkannt habe. Also, alles richtig gemacht :thumbup:

    Es wird mit der Zeit weniger. Da hilft nur Geduld. Ich bin jetzt vor allem hier, um nicht zu vergessen. Damit ich richtig reagiere, wenn es einmal passieren sollte.

  • In den ersten Monaten wurde ich immer wieder von meinem Suchtgedächtnis gequält, meistens dezent, ab- und an auch mal brachial. Da musste ich einfach durch.


    Du lebst erst seit ein paar Wochen alkoholfrei, da ist es für mich keine Überraschung, dass es zu solchen Trinkgedanken kommt. Auch der Gedanke des KT schoss mir in den ersten Monaten häufig durch den Kopf.


    Ich bin damals mit der 1-Tagesstrategie gut gefahren. Jeden morgen nach dem Erwachen habe ich mir fest vorgenommen: "Heute trinke ich nicht." So bin ich Schritt für Schritt gegangen.


    Auch habe ich mir damals eine Strategie gegen Suchtgedanken zurecht gelegt. Vor allem gehörte dazu, viel Wasser mit "Blubber" zu trinken. War der Bauch erst mal gefüllt, hatte ich zumnindest keinen Durst mehr, was das Trinkverlangen rapide abfallen ließ.


    Bei mir kamen die Gedanken auf, als ich in Situationen geriet, die damals mit dem Konsum von Alk verknüpft waren. Klassisches Beispiel war der Freitag nach Dienstschluss. Da habe ich mich damals für das WE eingedeckt. Anfangs wurde ich daher am Freitag immer unruhig, mein Suchtgedächtbnis wollte mich wohl abkochen und zum Aufsuchen des Getränkemarktes zwecks Beschaffung animieren.


    Später habe ich mir im Vorfeld diese rein persönlichen Schlüsselreize mal vor Augen gehalten, damit ich erkennen konnte, warum ich gerade ruckelig unterwegs war.


    Vielleicht kannst Du hier etwas für Dich gewinnen.

  • Glücklicherweise habe ich gar nicht so häufig mit diesen Gedanken zu kämpfen, ausser natürlich in trigger Situationen wie zum Beispiel wenn jemand im Geschäft ein Bier aufmacht. Um so mehr hat mich das gewundert, weil es auf dem Weg zur Arbeit kam und dass morgens. Eigentlich überhaupt kein trigger.

    Wichtig war nur, dass ich es auch als Suchtstimme erkannt habe.

    Das ist ganz wichtig zu erkennen weil genau das hat mich schon öfter zurück in die Sucht geführt.

    Ich bin damals mit der 1-Tagesstrategie gut gefahren. Jeden morgen nach dem Erwachen habe ich mir fest vorgenommen: "Heute trinke ich nicht." So bin ich Schritt für Schritt gegangen.

    Diesen Ansatz verfolge ich auch, aber was mir persönlich noch viel mehr geholfen hat war der Denkanstoß von Hartmut, dass denken von „ich darf nicht trinken, auf ich muss nicht mehr trinken“ umzustellen.Dass hat mich innerlich sehr befreit.

    Später habe ich mir im Vorfeld diese rein persönlichen Schlüsselreize mal vor Augen gehalten, damit ich erkennen konnte, warum ich gerade ruckelig unterwegs war

    Darüber mache Ich mir auch noch Gedanken, eventuell gibt es ja noch Reize die mir so gar nicht bewusst waren.

    Danke euch für die Antworten 😊

    Viele Grüße Bingo

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