• Sowas habe ich bisher nicht erlebt.
    Derartige Erlebnisse zeigen aber, wie wichtig es ist, sich zu hinterfragen, ob gerade nasses oder trockenes Denken meinen Kopf beherrscht.

    Nasses Denken hört sich auch passender als Suchthirn oder Suchtstimme an, aber Suchthirn und -stimme war gerade zu Beginn der Abstinenz (für mich) plastischer, besser vorstellbar.

    Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Ich lasse sie auch nicht vorbeiziehen, zumal es mir schwerfällt, mir vorzustellen, wie das funktionieren soll, ohne dass ich in der Zeit der Wanderung meiner Alkohol-Gedanken vor meinem geistigen Inneren dem Alkohol doch Raum gebe.

    „Vorbeiziehen“ ist da vielleicht doch etwas unglücklich in diesem Zusammenhang. Ich versuche, solche „Suchtgedanken“ weder zu bekämpfen noch sie bewusst wegzuschieben. Denn erstens kann ich diesen Kampf ohnehin nicht gewinnen und zweitens kommen sie, wenn ich sie verdränge, irgendwann (vielleicht sogar völlig unerwartet) wieder zurück.

    Ich richte meine innere Aufmerksamkeit schlicht von ihnen weg, wie einen Scheinwerfer, den ich in eine andere Richtung schwenke.

    Ohne Licht kein Schatten.

    Den Gedanken gebe ich schlichtweg keine Aufmerksamkeit und damit auch keinen Raum. Sie ziehen deshalb vielleicht auch nicht wirklich „an mir vorbei“, sondern sie berühren mich einfach nicht weiter.

    Meine Therapeutin sagte zu mir, dass ich etwas mindestens 100 mal umsetzen müsse, bevor es sich überhaupt als neue Gewohnheit im Gehirn etablieren kann.

    Setze ich gerade bei meiner regelmäßigen Sporteinheit um, „nur“ noch 80 Einheiten, dann läuft es von selbst 💪😬

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ich möchte mich bei euch allen herzlich für eure Glückwünsche bedanken.

    Auch freue ich mich sehr, dass euch mein Beitrag gut gefallen hat. Ich habe ihn für mich geschrieben, um mir komprimiert meinen Weg und meine Strategie vor Augen zu führen.
    Und ich habe ihn hier im blauen Bereich eingestellt, um Ankommenden Mut zu machen, um ihnen zu zeigen, dass Abstinenz machbar ist.

    Wichtig ist dabei vor allem, sich von Verzichtsgedanken lösen zu können und immer achtsam zu bleiben.

    Ich richte meine innere Aufmerksamkeit schlicht von ihnen weg, wie einen Scheinwerfer, den ich in eine andere Richtung schwenke.

    Hallo KW,

    jetzt kann ich mir besser vorstellen, was du mit dem „Vorbeiziehen“ gemeint hast.
    Ich finde es gut, dass hier wirklich mehrere Wege nach Rom führen dürfen 😊.
    Für mich ist das Stopp sagen kein Kampf, sondern ein Bewusstwerden meiner aufkommenden Suchtgedanken, denen ich keinen Raum geben möchte.

    Es ist schön, dass für jeden von uns sein Weg, mit Suchtgedanken umzugehen, um die Abstinenz zu sichern, funktioniert und sich als richtig anfühlt.

    Liebe Grüße Kyra

    Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Ich habe vor kurzem einen sehr schönen Spruch gelesen

    - edit, bitte im Forum keine externen Zitate einstellen, sondern in eigenen Worten formulieren, danke -

    Gerade im Kontext von Sucht und Genesung bricht dieser Spruch den oft erdrückenden Berg an Sorgen (Vergangenheit bereuen, Angst vor der Zukunft) auf das herunter, was ich jetzt gerade kontrollieren kann: den heutigen Tag.

    Der Spruch erinnert mich an das Achtsamkeitssymbol bei Tattoos:

    In der Mitte ist ein Punkt mit rechts und links zwei Wasserwellenringe, über und unter dem Punkt jeweils 2 Tropfen.

    Die unteren Tropfen stellen die Vergangenheit dar, die ich nicht mehr ändern kann, die vergangen, vorbei ist.
    Die oberen Tropfen stehen für die Zukunft. Diese folgt aus der Gegenwart, jedoch lebe ich nicht in ihr, da sie noch nicht real ist.
    Der Fokus liegt auf dem Punkt, das Zentrum des Achtsamkeitssymbols. Das ist das Heute, das Jetzt. Das lebe ich. Das kann ich beeinflussen. Die Ringe, die sich von dort ausbreiten, stehen für die Wellen der Achtsamkeit, die durch das reine Verweilen im Moment entstehen und sich positiv auf mein gesamtes Leben auswirken.

    Ich sage mir:
    „Denke nicht an das, was war oder was sein wird. Da verlierst du dich. Denke an das, was ist, und mache daraus das, was dir gut tut.“

    Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir.
    (Antoine de Saint-Exupéry)

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (11. Oktober 2026 um 13:14) aus folgendem Grund: Bitte keine externen Zitate ins Forum einstellen.

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