Steevie - Hallo, nun konnte ich nicht anders…

  • Ich empfand es beim Lesen Deiner Beiträge ähnlich wie Nayouk. Er, er, er - aber was ist mit Dir? Wie fühlt es sich für Dich an? Fühlst Du Dich ernst genommen?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Eigentlich sind es zwei Fragen, die beantwortet werden müssen:
    Willst du bei ihm bleiben, wenn er weiter trinken möchte?
    Will er bei dir bleiben, wenn auf Alkohol in deiner Gegenwart verzichten müsste?

    Danke Nayouk24 !
    Das sind wirklich die zwei Sachen die in meinem Kopf rumschwirren, aber du hast es in Worte gefasst!!!
    Ja, das muss und wird geklärt werden.
    Ich muss mir darüber Gedanken machen!

    nimmst du scheinbar mehr Rücksicht, als auf deine eigenen Bedürfnisse

    Das trifft es sehr genau.
    Ich bemühe mich schon sehr, dass es ihm gut geht und er zufrieden ist! Auf mich achte ich dann meistens erst danach (Beispiel: früher Trinken zur Streitvermeidung)
    Das wird mir selbst auch immer mehr klar , ich versuche mittlerweile viel mehr auf meine Bedürfnisse zu achten , aber die Umsetzung fällt mir immer noch schwer . Es sind sehr kleine Schritte.

    Er, er, er - aber was ist mit Dir

    Mir war garnicht bewusst, dass das so auffällig ist und so extrem ist.

    Danke fürs Aufmerksam machen!!!

  • Hallo Steevie ,

    danke für Deine Erklärung zu Deiner Situation! In der Zwischenzeit habe ich mir auch ältere Posts von Dir durchgelesen um ein besseres Bild zu bekommen...
    Ich hoffe, es ist ok, , wenn ich ein paar Gedanken teile, die mir beim Lesen gekommen sind:
    Ich war als junges Mädchen von meiner Schwester Co-abhängig (keine Substanz-Sucht, aber doch eine manifeste Suchterkrankung) und ich wollte viele Jahre immer für sie da sein und sie retten. Bis ich begriffen habe, dass sie das gar nicht möchte und dass ich das nicht kann. (Sie hat sich dann irgendwann selber gerettet, Gott sei Dank.)
    Ich glaube, die Dynamik der Co-Abhängigkeit ist nicht zu unterschätzen und beim Lesen Deiner Beiträge bekomme auch ich den Eindruck, dass Du sehr bei Deinem Partner bist und kaum bei Dir.
    Ich wünsche Dir daher, dass Du rechtzeitig Deine Selbstbehauptung und Deine Grenzen wieder entdeckst und gut für Dich sorgst. Denn danach klingt es ehrlich gesagt im Moment nicht. Ich weiß, wie schwer das ist und sehe, was bei Dir alles dranhängt, aber ich denke, wenn Du es möchtest, werden sich Lösungen finden...
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • ich versuche mittlerweile viel mehr auf meine Bedürfnisse zu achten , aber die Umsetzung fällt mir immer noch schwer . Es sind sehr kleine Schritte.

    Jeder Schritt (in die richtige Richtung) ist ein guter Schritt, und zwar egal, wie klein er ist, denn es tut sich endlich etwas.

    Von außen betrachtet erscheint einem vieles immer so klar. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, wie sehr du dich in dieser Situation einerseits gefangen fühlst, andererseits aber auch darin eingerichtet hast.

    Was du von deinem Freund geschrieben hast, klingt in meinen Ohren jedenfalls nicht – und zwar nicht einen Hauch – danach, dass er auf dich Rücksicht nimmt oder nehmen wird. Aber auch ich habe natürlich keine Glaskugel.

    Ich hoffe, du kommst irgendwann (und hoffentlich ziemlich schnell) an den Punkt, an dem du deine Abstinenz in dieser Hinsicht an erste Stelle stellst. Alles andere wird sich dann finden (auch wenn es sich vielleicht gerade wie eine unüberwindbare Hürde anfühlt).

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Hallo Steevie,

    ja, Deine Befürchtung, dass er sich trennt, wenn Du auch nur vorübergehend Abstand zu seinem Konsum hältst, habe ich verstanden.

    Aber muss es wirklich so weit kommen? Käme es nicht auf einen Versuch an? Kannst Du es Dir wirklich leisten, nicht wenigstens eine räumliche Trennung zu versuchen? Menschen sind, wenn es hart auf hart kommt, beweglicher, als sie selbst glauben.

    Es klingt für mich, als hättest Du Sorge, ihn durch eine konsequente Sicherung Deiner Abstinenz zu verlieren.

    Aber verlierst Du ihn nicht sowieso schleichend - an seine eigene Sucht? Und welchen Preis zahlst Du dafür? Was alles würdest Du in Kauf nehmen, um ihn nicht zu verlieren?

    Und was genau - außer dem, was Dir vertraut ist und was Dir deshalb Sicherheit zu geben scheint - würdest Du denn an Lebensqualität verlieren, wenn er sich wirklich trennt?

    Vielleicht hält das Leben noch viel mehr für Dich bereit als diesen alkgeschwängerten Kokon ohne jede nicht-digitalen Außenkontakte?

    Kommst Du überhaupt irgendwo hin, zum Arzt oder zum Einkaufen, ohne ihn oder seine Eltern um Hilfe zu bitten und dazu über Deine Pläne zu informieren?

    Was wäre z. B., wenn Du an einer Selbsthilfegruppe in der Nähe teilnehmen wolltest (eine gute Gelegenheit, um Gleichgesinnte außerhalb von Partnerschaft und Familie in der Welt da draußen kennenzulernen)?

    Du hast geschrieben, dass Du vorsichtig wieder Kontakt zu Deinen Eltern aufnimmst. Das klingt gut - solange Deine Abstinenz nicht durch neuen emotionalen Stress gefährdet wird.

    Wenn Ihr beide gerade die Wohnung oben für Euch ausbaut: Bist Du offiziell als Miteigentümerin eingetragen oder könnte er Dich jederzeit rauswerfen? Arbeitet Ihr jeder für sich getrennt oder macht ihr gemeinsame Kasse?

    Bitte entschuldige die vielen Fragen. Schon wegen der gebotenen Anonymität brauchst Du sie nicht mir zu beantworten - nur Dir selbst.

    Ich sehe nur zwei mögliche Haltungen:

    Entweder: Ohne Deine Abstinenz ist alles nichts - auf die Gefahr hin, dass sich Eure Wege vielleicht trennen.

    Oder: Ohne ihn ist alles nichts - dann musst Du früher oder später wieder mitsaufen - garantiert.

    Du hast schon so viel für Dich bewegt, indem Du Dich hier angemeldet hast und Dich unerschrocken austauschst - ich glaube, Du darfst Dir noch viel, viel mehr zutrauen - für Dich, nicht gegen ihn.

  • Mein Partner trinkt jeden Tag Alkohol
    -Ich wohne immer noch teilweise mit den Eltern von meinem Partner in einem Haushalt (Benutzung von Küche etc.), wo auch Alkohol vorhanden ist (wegen Neubau/Umbau unserer Wohnung darüber)

    Hi Steevie, du lebst gefährlich. Ich hab mich daran erinnert wie du geschrieben hast das seine Mutter immer die ganzen Bierkästen rannschaft.

    In dem Haus in dem wir wohnen/welches wir ausbauen, wohnen wir mit seinen Eltern zusammen, aber in getrennten Wohnungen.
    Seine Mutter besorgt ihm immer die Kästen Bier. Das macht mich echt wütend! (…)Ich habe sie auch schonmal gebeten kein Bier mehr zu kaufen, weil ich finde das muss er schon selber, wenn er es braucht, dann würde er vielleicht auch merken wieviel er trinkt.
    Aber sie kauft fleißig weiter sein Bier. Wie soll ich damit umgehen?!


    Ihr wohnt quasi in einem Haushalt so wie ich das lese und drei von vier Personen trinken gerne Alkohol/Bier. Wie stellst du dir das vor so glücklich trocken zu leben, vom trocken bleiben will ich gar nicht reden.

    Wenn dann das Haus/Wohnung fertig gebaut ist gibt es spätestens dann eine riesen Sause/Richtfest an dem dann bestimmt noch mehr Alkoholika angekarrt wird, warscheinlich sitzt die ganze Nachbarschaft und der Freundeskreis deines Mannes dann auf Bierbänken vor und in deinem neuen Zuhause.

    Das sind alles nur Mutmaßungen aber ganz abwegig ist das nicht finde ich, in dem Haus deines Mannes und der Eltern spielt Alkohol eine große Rolle, so lese ich das jedenfalls heraus.

    Du musst dir wirklich nochmal Gedanken machen was du wirklich willst, am Ende sitzt du sonst auch auf der Bierbank, zwar im eigenen Haus aber halt nicht mehr trocken.

    Keine leichte Entscheidung, aber andere haben auch schon Häuser versoffen, ich denke das geht schneller als man denkt.

    Wenn wirklich Mama, Papa und Sohn gerne gemeinsam Bier trinken hast du schlechte Karten dein erstes trockenes Jahr zu erreichen und wenn du es schaffst wirst du immer kämpfen. Geh mal raus und mach einen langen Spaziergang und überlege was du wirklich willst.

    Vielleicht kannst du ja mal ein paar Tage weg fahren/fliegen.

    Gruß R/no

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