Steevie - Hallo, nun konnte ich nicht anders…

  • Ich empfand es beim Lesen Deiner Beiträge ähnlich wie Nayouk. Er, er, er - aber was ist mit Dir? Wie fühlt es sich für Dich an? Fühlst Du Dich ernst genommen?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Eigentlich sind es zwei Fragen, die beantwortet werden müssen:
    Willst du bei ihm bleiben, wenn er weiter trinken möchte?
    Will er bei dir bleiben, wenn auf Alkohol in deiner Gegenwart verzichten müsste?

    Danke Nayouk24 !
    Das sind wirklich die zwei Sachen die in meinem Kopf rumschwirren, aber du hast es in Worte gefasst!!!
    Ja, das muss und wird geklärt werden.
    Ich muss mir darüber Gedanken machen!

    nimmst du scheinbar mehr Rücksicht, als auf deine eigenen Bedürfnisse

    Das trifft es sehr genau.
    Ich bemühe mich schon sehr, dass es ihm gut geht und er zufrieden ist! Auf mich achte ich dann meistens erst danach (Beispiel: früher Trinken zur Streitvermeidung)
    Das wird mir selbst auch immer mehr klar , ich versuche mittlerweile viel mehr auf meine Bedürfnisse zu achten , aber die Umsetzung fällt mir immer noch schwer . Es sind sehr kleine Schritte.

    Er, er, er - aber was ist mit Dir

    Mir war garnicht bewusst, dass das so auffällig ist und so extrem ist.

    Danke fürs Aufmerksam machen!!!

  • Hallo Steevie ,

    danke für Deine Erklärung zu Deiner Situation! In der Zwischenzeit habe ich mir auch ältere Posts von Dir durchgelesen um ein besseres Bild zu bekommen...
    Ich hoffe, es ist ok, , wenn ich ein paar Gedanken teile, die mir beim Lesen gekommen sind:
    Ich war als junges Mädchen von meiner Schwester Co-abhängig (keine Substanz-Sucht, aber doch eine manifeste Suchterkrankung) und ich wollte viele Jahre immer für sie da sein und sie retten. Bis ich begriffen habe, dass sie das gar nicht möchte und dass ich das nicht kann. (Sie hat sich dann irgendwann selber gerettet, Gott sei Dank.)
    Ich glaube, die Dynamik der Co-Abhängigkeit ist nicht zu unterschätzen und beim Lesen Deiner Beiträge bekomme auch ich den Eindruck, dass Du sehr bei Deinem Partner bist und kaum bei Dir.
    Ich wünsche Dir daher, dass Du rechtzeitig Deine Selbstbehauptung und Deine Grenzen wieder entdeckst und gut für Dich sorgst. Denn danach klingt es ehrlich gesagt im Moment nicht. Ich weiß, wie schwer das ist und sehe, was bei Dir alles dranhängt, aber ich denke, wenn Du es möchtest, werden sich Lösungen finden...
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • ich versuche mittlerweile viel mehr auf meine Bedürfnisse zu achten , aber die Umsetzung fällt mir immer noch schwer . Es sind sehr kleine Schritte.

    Jeder Schritt (in die richtige Richtung) ist ein guter Schritt, und zwar egal, wie klein er ist, denn es tut sich endlich etwas.

    Von außen betrachtet erscheint einem vieles immer so klar. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, wie sehr du dich in dieser Situation einerseits gefangen fühlst, andererseits aber auch darin eingerichtet hast.

    Was du von deinem Freund geschrieben hast, klingt in meinen Ohren jedenfalls nicht – und zwar nicht einen Hauch – danach, dass er auf dich Rücksicht nimmt oder nehmen wird. Aber auch ich habe natürlich keine Glaskugel.

    Ich hoffe, du kommst irgendwann (und hoffentlich ziemlich schnell) an den Punkt, an dem du deine Abstinenz in dieser Hinsicht an erste Stelle stellst. Alles andere wird sich dann finden (auch wenn es sich vielleicht gerade wie eine unüberwindbare Hürde anfühlt).

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Hallo Steevie,

    ja, Deine Befürchtung, dass er sich trennt, wenn Du auch nur vorübergehend Abstand zu seinem Konsum hältst, habe ich verstanden.

    Aber muss es wirklich so weit kommen? Käme es nicht auf einen Versuch an? Kannst Du es Dir wirklich leisten, nicht wenigstens eine räumliche Trennung zu versuchen? Menschen sind, wenn es hart auf hart kommt, beweglicher, als sie selbst glauben.

    Es klingt für mich, als hättest Du Sorge, ihn durch eine konsequente Sicherung Deiner Abstinenz zu verlieren.

    Aber verlierst Du ihn nicht sowieso schleichend - an seine eigene Sucht? Und welchen Preis zahlst Du dafür? Was alles würdest Du in Kauf nehmen, um ihn nicht zu verlieren?

    Und was genau - außer dem, was Dir vertraut ist und was Dir deshalb Sicherheit zu geben scheint - würdest Du denn an Lebensqualität verlieren, wenn er sich wirklich trennt?

    Vielleicht hält das Leben noch viel mehr für Dich bereit als diesen alkgeschwängerten Kokon ohne jede nicht-digitalen Außenkontakte?

    Kommst Du überhaupt irgendwo hin, zum Arzt oder zum Einkaufen, ohne ihn oder seine Eltern um Hilfe zu bitten und dazu über Deine Pläne zu informieren?

    Was wäre z. B., wenn Du an einer Selbsthilfegruppe in der Nähe teilnehmen wolltest (eine gute Gelegenheit, um Gleichgesinnte außerhalb von Partnerschaft und Familie in der Welt da draußen kennenzulernen)?

    Du hast geschrieben, dass Du vorsichtig wieder Kontakt zu Deinen Eltern aufnimmst. Das klingt gut - solange Deine Abstinenz nicht durch neuen emotionalen Stress gefährdet wird.

    Wenn Ihr beide gerade die Wohnung oben für Euch ausbaut: Bist Du offiziell als Miteigentümerin eingetragen oder könnte er Dich jederzeit rauswerfen? Arbeitet Ihr jeder für sich getrennt oder macht ihr gemeinsame Kasse?

    Bitte entschuldige die vielen Fragen. Schon wegen der gebotenen Anonymität brauchst Du sie nicht mir zu beantworten - nur Dir selbst.

    Ich sehe nur zwei mögliche Haltungen:

    Entweder: Ohne Deine Abstinenz ist alles nichts - auf die Gefahr hin, dass sich Eure Wege vielleicht trennen.

    Oder: Ohne ihn ist alles nichts - dann musst Du früher oder später wieder mitsaufen - garantiert.

    Du hast schon so viel für Dich bewegt, indem Du Dich hier angemeldet hast und Dich unerschrocken austauschst - ich glaube, Du darfst Dir noch viel, viel mehr zutrauen - für Dich, nicht gegen ihn.

  • Mein Partner trinkt jeden Tag Alkohol
    -Ich wohne immer noch teilweise mit den Eltern von meinem Partner in einem Haushalt (Benutzung von Küche etc.), wo auch Alkohol vorhanden ist (wegen Neubau/Umbau unserer Wohnung darüber)

    Hi Steevie, du lebst gefährlich. Ich hab mich daran erinnert wie du geschrieben hast das seine Mutter immer die ganzen Bierkästen rannschaft.

    In dem Haus in dem wir wohnen/welches wir ausbauen, wohnen wir mit seinen Eltern zusammen, aber in getrennten Wohnungen.
    Seine Mutter besorgt ihm immer die Kästen Bier. Das macht mich echt wütend! (…)Ich habe sie auch schonmal gebeten kein Bier mehr zu kaufen, weil ich finde das muss er schon selber, wenn er es braucht, dann würde er vielleicht auch merken wieviel er trinkt.
    Aber sie kauft fleißig weiter sein Bier. Wie soll ich damit umgehen?!


    Ihr wohnt quasi in einem Haushalt so wie ich das lese und drei von vier Personen trinken gerne Alkohol/Bier. Wie stellst du dir das vor so glücklich trocken zu leben, vom trocken bleiben will ich gar nicht reden.

    Wenn dann das Haus/Wohnung fertig gebaut ist gibt es spätestens dann eine riesen Sause/Richtfest an dem dann bestimmt noch mehr Alkoholika angekarrt wird, warscheinlich sitzt die ganze Nachbarschaft und der Freundeskreis deines Mannes dann auf Bierbänken vor und in deinem neuen Zuhause.

    Das sind alles nur Mutmaßungen aber ganz abwegig ist das nicht finde ich, in dem Haus deines Mannes und der Eltern spielt Alkohol eine große Rolle, so lese ich das jedenfalls heraus.

    Du musst dir wirklich nochmal Gedanken machen was du wirklich willst, am Ende sitzt du sonst auch auf der Bierbank, zwar im eigenen Haus aber halt nicht mehr trocken.

    Keine leichte Entscheidung, aber andere haben auch schon Häuser versoffen, ich denke das geht schneller als man denkt.

    Wenn wirklich Mama, Papa und Sohn gerne gemeinsam Bier trinken hast du schlechte Karten dein erstes trockenes Jahr zu erreichen und wenn du es schaffst wirst du immer kämpfen. Geh mal raus und mach einen langen Spaziergang und überlege was du wirklich willst.

    Vielleicht kannst du ja mal ein paar Tage weg fahren/fliegen.

    Gruß R/no

  • Hallo zusammen!
    ich habe mir selbst nochmal meinen Faden durchgelesen, und es erschrickt mich sehr , wie abhängig ich mich wirklich verhalte. (Und das ganz ohne Alkohol)


    Kurswechsel du triffst es gut. Ich habe mich darin eingerichtet und bin/fühle mich in der Situation gefangen

    Allerdings kann ich mir auch vorstellen, wie sehr du dich in dieser Situation einerseits gefangen fühlst, andererseits aber auch darin eingerichtet hast.

    Und auch Morgaine , danke für den Anstoß und dein persönliches Beispiel. Ich habe bis jetzt nur ab und zu bei den Co‘s gelesen. Aber ich denke es wäre gut auch da mehr zu erfahren.

    Ich glaube, die Dynamik der Co-Abhängigkeit ist nicht zu unterschätzen und beim Lesen Deiner Beiträge bekomme auch ich den Eindruck, dass Du sehr bei Deinem Partner bist und kaum bei Dir.

    Hi R/no !
    Ich lebe gefährlich, da hast du recht!
    Es ist nur mein Freund der Bier trinkt und seine Mutter ihm die besorgt(wahrscheinlich co-abhängig ihrerseits!?) Die Mutter trinkt kaum Alkohol, der Vater garnicht…
    Aber das reicht schon, dass mein Partner in der Woche ca. 3 Kästen trinkt!!
    Aber ich weiß , was du meinst: der Alkohol ist da und es gibt viel zu viele Gelegenheiten ‚schwach‘ zu werden und keiner ist in meiner Nähe der Rücksicht nimmt!
    Und das stimmt natürlich alles! (Bitte korrigier mich, falls ich’s anders verstanden hab)

    Ihr wohnt quasi in einem Haushalt so wie ich das lese und drei von vier Personen trinken gerne Alkohol/Bier. Wie stellst du dir das vor so glücklich trocken zu leben, vom trocken bleiben will ich gar nicht reden.

    du lebst gefährlich. Ich hab mich daran erinnert wie du geschrieben hast das seine Mutter immer die ganzen Bierkästen rannschaft.



    Hallo Rennschnecke
    Das sind viele Fragen, die wichtig sind .
    Wenn ich sie gedanklich beantworte, werde ich auch traurig!
    Ich denke das sagt schon viel aus…

    Es klingt für mich, als hättest Du Sorge, ihn durch eine konsequente Sicherung Deiner Abstinenz zu verlieren.

    Aber verlierst Du ihn nicht sowieso schleichend - an seine eigene Sucht? Und welchen Preis zahlst Du dafür? Was alles würdest Du in Kauf nehmen, um ihn nicht zu verlieren?

    Und was genau - außer dem, was Dir vertraut ist und was Dir deshalb Sicherheit zu geben scheint - würdest Du denn an Lebensqualität verlieren, wenn er sich wirklich trennt?

    Es ist Zeit , dass ich mich damit auseinandersetze!
    Weil genau diese offenen Fragen und Sorgen, habe ich bei meinen letztem Rückfall verdrängen wollen! Auch danach habe ich es immer vor mir hergeschoben.

    Danke, danke für eure Verdeutlichungen und dass ihr mich auf alles aufmerksam macht!
    Und bitte wie Morgaine lieber nachfragen.
    Ich weiß, dass das alles etwas kompliziert und verwirrend von mir geschrieben ist. Sorry dafür.


    Ich habe mir gedacht, dass ich meinem Freund erstmal einen Brief schreibe, um ihm meine Gedanken mitzuteilen. Weil ich nie den passenden Moment für so eine Art Gespräch finde, und er ja meistens auch nicht nüchtern ist, und ich dann schwer sagen kann,was ich wollte, bzw. zu Wort komme.

  • Weil ich nie den passenden Moment für so eine Art Gespräch finde, und er ja meistens auch nicht nüchtern ist, und ich dann schwer sagen kann,was ich wollte, bzw. zu Wort komme.

    Hallo Steevie,

    das sagt doch eigentlich alles…

    Ich wünsche dir wirklich, dass du möglichst bald aus dieser Situation heraus kommst..

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Hallo Steevie ,

    Du hast mein volles Mitgefühl! Aber ich glaube auch, dass Du den Wunsch nach Veränderung hast, sonst wärst Du nicht hier, oder?
    Ich war nie in Deiner Situation, aber ich kenne Lebensphasen, in denen man erstmal keinen Ausweg, keine Lösung sieht... aber meine Erfahrung mit immerhin Anfang 50 ist, dass es immer einen Weg zur Veränderung gibt... manchmal holpriger, manchmal geschmeidiger...mal schneller, mal langsamer...
    Bleib dran und vertraue Dir, besinne Dich auf Deine Stärken und das, was Dir im Leben wirklich wichtig ist - auf Dauer.
    Und lass nicht zu, dass der Alkohol - egal, wer ihn trinkt - Dein Leben bestimmt!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hallo Steviee,

    die Erkenntnis, was das alles mit Dir macht, ist ein wichtiger Schritt.
    Ich habe viele Jahre mein Bauchgefühl verdrängt und nur nach Verstand gehandelt. Es tat mir aber nicht gut und es machte mich krank.
    Ich habe in der Mitte meines Lebens nochmal bei Null angefangen ( mit der Lebensweisheit von Jahrzehnten davor) .
    Heute kann ich sagen, ich bin glücklich - auch wenn das Leben immer wieder neue Herausforderungen bietet.
    Veränderung ist Leben, Stillstand der Tod.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich lebe gefährlich, da hast du recht!
    Es ist nur mein Freund der Bier trinkt und seine Mutter ihm die besorgt(wahrscheinlich co-abhängig ihrerseits!?) Die Mutter trinkt kaum Alkohol, der Vater garnicht…
    Aber das reicht schon, dass mein Partner in der Woche ca. 3 Kästen trinkt!!
    Aber ich weiß , was du meinst: der Alkohol ist da und es gibt viel zu viele Gelegenheiten ‚schwach‘ zu werden und keiner ist in meiner Nähe der Rücksicht nimmt!
    Und das stimmt natürlich alles! (Bitte korrigier mich, falls ich’s anders verstanden hab)

    Hallo,

    Wenigstens ist es nicht so wie ich dachte, das die Eltern mit dem Sohn saufen, es ändert aber nichts an der Tatsache das du dich garantiert in Gefahr bringst. 3 Kästen pro Woche kann man ja nicht mehr mit dem Feierabendbierchen begründen.

    Ich/wir wissen ja wie man nach der Menge Bier drauf ist, du bist permanent von einem stark alkoholisierten Partner umgeben, ich könnte das nicht aushalten, meine Frau trinkt zwar auch Alkohol was mir aber nichts ausmacht weil wir im Trennungsjahr sind und der ganze Zirkus irgendwann ein Ende hat.

    Du bist ja aber noch in einer "intakten" Beziehung und bist ja regelmäßig mit ihm zusammen, Tisch, Sofa, Bett...das stell ich mir wirklich hart vor als "frisch" gebackener trockener Alkoholiker.

    Das ist ja nicht die Flasche Wein die der Partner im Kühlschrank hat und dann ab und zu mal ein Glas trinkt, was im übrigen ja auch nicht zu empfehlen ist, 3 Kisten pro Woche sind ja jeden Abend quasi der Zustand vom Volksfest Besuch.

    Das weißt du aber bestimmt selbst, denk gut darüber nach auch wegen der Schulden vom Hausbau/Umbau usw.

    Mir hat das Zeug irgendwann den Boden unter den Füßen weggezogen und deinem Freund wird das mit großer Wahrscheinlichkeit auch passieren wenn er so weiter macht, dann bist du auf jeden Fall in einer sehr unangenehmen Situation. Kannst du eigentlich nicht mal mit den Eltern reden und sie darauf hinweisen daß ihr Sohn ein massives Alkoholproblem hat oder besser das er auch ein Alkoholiker ist.

    Gruß 👋

  • Hallo Stevie,

    ich finde es toll, wie du dich mit der Situation auseinandersetzt. So kann es anscheinend nicht weitergehen.

    Letztendlich ist es dein Leben. Das ist keine Generalprobe - du hast nur eins. Die Frage ist, wie möchtest du es für dich gestalten? Was ist dir wichtig? Wie möchtest du leben?

    Und noch ein Gedanke: Du nimmst ja nur an, wie dein Partner reagieren könnte. Du weißt es aber nicht. Die Szenarien sind ja erstmal nur in deinem Kopf. Er könnte anders reagieren. Und falls du Recht hast, was wäre dann? Dann kommen wir wieder zu der Frage, wie du dein Leben leben möchtest. Er hat seine Entscheidung für sich ja auch getroffen.

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Ich habe mir gedacht, dass ich meinem Freund erstmal einen Brief schreibe, um ihm meine Gedanken mitzuteilen. Weil ich nie den passenden Moment für so eine Art Gespräch finde, und er ja meistens auch nicht nüchtern ist, und ich dann schwer sagen kann,was ich wollte, bzw. zu Wort komme.

    Das würde ich nicht machen. Wenn er ihn betrunken liest, war es umsonst. Es kommt dann nicht an. Schreibe ihn und lese ihn vor WENN er nüchtern ist. Sonst kommt nichts an und es ändert sich nichts.

    Er bzw. seine Sucht braucht den Alkohol, bei mir war es auch so. Die mächtige Sucht tut doch alles dafür das weiter gesoffen werden MUSS.

    Heute trinke ich nicht

  • Letzte Woche habe ich erkannt, dass ich noch nicht so weit bin! Ich kann einfach nicht loslassen!
    Und weil mich das ständige Nachdenken über:“kann ich bleiben wenn er weitertrinkt,…muss ich mich trennen um abstinent zu bleiben etc.etc.“ ziemlich auslaugt und mir es schlechter damit geht, als trocken zu bleiben, werde ich das erstmal ruhen lassen.
    Ich brauche wohl etwas länger Zeit , um mich und meine wahren Gefühle wieder zu finden. Auch selbstbestimmter zu werden ist gerade sehr wichtig für mich und unterstützt mich nur dabei meinen Weg zu finden.
    Ich habe mir nun ein kleines Auto gekauft!
    Ich will jetzt endlich selbst Auto fahren! Das gehört für mich auch dazu mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.
    Es ist echt erschreckend, wie sehr ich mich selbst klein gemacht habe über die saufenden Jahre hinweg!
    AlsKind und Teenager war ich eigentlich immer sehr mutig und neugierig… das habe ich so gut wie ganz verloren gehabt. Aber je länger kein Alkohol meinen Geist vernebelt, desto mehr bekomme ich wieder von diesem Gefühl .

    Ich merke auf jeden Fall, dass es ein sehr komplexer Prozess ist!
    Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel (innerlich wie äußerlich) verändert, wenn man keinen Alkohol trinkt!
    Und der Frage was mir wichtig ist und wie ich mein Leben gestalten und leben möchte , komme ich nun erst immer näher.

    .

    Ich habe keinen Brief meinem Freund gegeben.
    Aber ich habe einen formuliert und aufgeschrieben. Allein das tut schonmal gut. Und nachdem ich ihn mir durchgelesen habe, empfinde ich viele Dinge garnicht so, wie ich es aufgeschrieben habe.
    Deshalb ist es doch besser die Idee mit dem Brief sein zu lassen!
    Auch wie Absti schreibt, er könne es dicht lesen und dann erst recht in den falschen Hals kriegen …
    Ich will mich nicht vor einem Gespräch drücken, aber provozieren will ich (zurzeit) auch keins. Wenn es darauf ankommt werde ich hoffentlich ehrlich sein können.
    Weil da hat Seeblick auch vollkommen recht!
    Ich nehme nur an, wie er reagieren könnte…

                                                                                                                      

    Kannst du eigentlich nicht mal mit den Eltern reden und sie darauf hinweisen daß ihr Sohn ein massives Alkoholproblem hat oder besser das

    Ich habe es mehrmals schon der Mutter gesagt, ist aber auch schon wieder länger her…Ich denke sie tut das aus eigenem Co-Ding…
    Aber ich muss es ihr nochmal sagen und erklären, dass sie es nur schlimmer macht! Welche Mutter unterstützt ihren Sohn Alkohol zu beschaffen…??!
    Das macht mich hin und wieder echt sauer auf sie!

  • Hallo Steevie,

    ich finde, es klingt ganz toll wie Du Dich auf die Reise zu Dir selber machst und das mit dem Auto ist super! Ein gar nicht kleines Stück Unabhängigkeit! Ich glaube zwar auch, dass ein offenes Gespräch mit Deinem Freund sich nicht lange wird vermeiden lassen, aber manche Dinge brauchen eben Zeit zu reifen... mach weiter, Schritt für Schritt und ja, ich bin auch jeden Tag aufs neue über die viel größere Klarheit in mir erfreut, die ich spüre, seitdem ich nicht mehr trinke...

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel (innerlich wie äußerlich) verändert, wenn man keinen Alkohol trinkt!

    Das ging mir auch so.

    Ich dachte ich trinke einfach nicht mehr und dann hat sich einfach alles Verändert. Weil ich mich verändert habe.

    Übrigens hatte ich auch einen Brief vor. Habe tagelang im Kopf formuliert. Ihn aber nicht geschrieben, weil ich nicht wusste wie ich anfangen soll.

    Und dann kam das Telefongespräch. Das Thema entwickelte sich sozusagen in meinen Brief im Kopf hinein. Dann ist praktisch der Inhalt des Briefes in einem Kopf, in das Gespräch geflossen.
    Als ich auflegt, wusste ich, dass ich jetzt "geprungen" bin. Köpfer vom Dreier. Es gibt kein Zurück.

    Und so war es dann auch.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Steevie,

    Welche Mutter unterstützt ihren Sohn Alkohol zu beschaffen…??!

    Zum Beispiel hat meine damalige Schwiegermutter das gemacht. Wenn wir oder mein Exmann alleine da zu Besuch war hatte sie immer Bier da. Und der Schwiegervater auch " Verdauungsschnaps".

    Und das obwohl sie schon auch gesehen haben, das da was nicht stimmte und ich, wenn ich dabei war, auch geschimpft habe.

    Sie haben oft genug ihren Sohn absolut volltrunken und zusammengesunken rumsitzen sehen.

    Sie haben die Augen verschlossen weil sie nicht wahrhaben wollten, dass ihr Sohn " so einer" war. Denn Alkoholiker sind nur die Anderen gewesen. Darüber hat sich die Schwiegermutter das Maul zerrissen.

    Und zudem sind auch Eltern nicht vor Coabhängigkeit gefeit. Zur Coabhängigkeit kann auch gehören, dass der Stoff besorgt wird.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Lustig dass du das schreibst Alex_aufdemweg !
    Die geschriebenen Worte gingen auch bei mir so in den Kopf, dass ich heute davon auch etwas sagen konnte!
    Eigentlich war es so, wir waren unterwegs und auf dem Rückweg sollte ich kurz an der Tanke ein Bier für ihn holen… habe mich aber gleich an Aurora s Worte erinnert:

    ur Coabhängigkeit kann auch gehören, dass der Stoff besorgt wird.

    Ich sagte ich unterstütze das nicht!
    Dann gab es natürlich erstmal laute Beschwerden … Verteidigung von ihm und unpassende Vergleiche…
    (Ich glaube nicht das ich übertreibe, wenn ich ihm kein Alkohol besorge!!)

    Naja, auf jeden Fall bin ich ruhig geblieben und habe von mir gesprochen. Es hört sich alles nicht so spektakulär an aber für mich ist es zurzeit immer ein Schritt vorwärts, wenn ich ihm sage, wie ich mich mit der ganzen Situation fühle!

  • erstmal laute Beschwerden … Verteidigung von ihm und unpassende Vergleiche…

    Wenn er mit seinem ersten Impuls durch ist, kannst du ihm auch genau das mitteilen. Erstens, dass es auch leiser geht und dann ggf. auch noch, dass die Vergleiche unpassend sind.

    Ich sagte ich unterstütze das nicht!

    Ein "nein", das Bestand hat, sorgt auch dafür, dass du ernster genommen wirst.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

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