Wilma - Es hat einfach Klick gemacht?

  • Huhu Ihrs,

    habe wieder im Garten alles gegeben. War dann am Ende hungrig und dachte spontan: oh cool, kannst dir dein lieblingsessen mal wieder bestellen, lange nicht mehr gemacht und als ne schöne "Belohnung" für mich. Und im nächsten Moment mein anderes ich: bloß nicht, pfui ... da hast du zum schluss auch immer eine Flasche Wein mitbestellt.

    Ok, das vernünftige Ich hat recht, es gibt lecker Brot mit Paprika, Gurke und Salat 🤗

    Ich glaube, das Suchtgedächnis hat heute zu mir gesprochen 🙈

    „Es sind die Augenblicke, die zählen, nicht die Dinge.“

    Einmal editiert, zuletzt von Wilma (22. April 2026 um 20:41)

  • Ja, ich bin auch echt froh und dankbar, dass ich es erkannt habe. Es war nur sehr kurz und auch ganz schnell erledigt. Ich habe hier auch schon öfter gelesen, dass es sich aber auch fiese Maschen einfallen lassen kann. Was, wenn ich es nicht gleich merke oder zuordnen kann? Es möchte ja, dass ich wieder trinke, richtig? Und wenn ich nicht trinken will, erkenne ich es dann gleich?

    Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine 😊

    „Es sind die Augenblicke, die zählen, nicht die Dinge.“

  • Ich glaube, das Suchtgedächnis hat heute zu mir gesprochen 🙈

    Was, wenn ich es nicht gleich merke oder zuordnen kann? Es möchte ja, dass ich wieder trinke, richtig? Und wenn ich nicht trinken will, erkenne ich es dann gleich?

    Ich denke, wenn ich was nicht bemerke, ist da ja auch erstmal nix, was ich zuordnen müsste.

    Dass ich vor dem Alkohol kapituliert habe, bedeutet ja nicht, dass die Sucht weg ist. Die bleibt ja für immer, auch, wenn nüchtern bin.
    Und dass ich nicht trinken will, das weiß ich ja…..das wusste ich auch, als ich noch gesoffen habe, vollkommen unabhängig von der Situation. Da gibt es ja auch nix besonders zu erkennen. Das ist ja da.

    Aber die Frage nach dem ,Wollen‘ stellt sich nicht mehr, seit ich verstanden habe, dass ,Wollen‘ bei der Sucht nicht ausreicht. Fakt ist: Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Nie wieder. Und ,nie wieder‘ geht bei ‚jetzt‘ los und lässt keine einzige Ausnahme zu und endet erst dann, wenn ich entweder wieder saufen will oder tot bin.
    Gedanken zu einem möglichen Rückfall mache ich mir nicht. Ich bin aufmerksam, ich gehe gut mit mir um, ich lese hier jeden Tag. Ich sehe dieses Forum als meine Selbsthilfegruppe, hier finde ich Ansprechpartner, hier werde ich gelesen, hier lese ich und hier habe ich gelernt, dass ein Leben ohne Alkohol einfach nur schön ist. Das bedeutet nicht jeden Tag rosa Wölkchen am Himmel und das beinhaltet auch Kummer und Sorgen, aber es ist mein Leben.

    Gedanken kommen und sie gehen auch wieder. Manchmal muss man sie auch einfach nur aushalten…..

    Hast du dir einen Notfallkoffer gepackt?
    Sollte jemals Suchtdruck aufkommen, steht mein Notfallkoffer bereit. Ganz oben steht: Im Forum davon schreiben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Wilma , wie geht Dir Heute?

    Liebe iwona-w,

    danke für deine Nachfrage. Mir geht es prima. Die Anfangseuphorie ist weg, ich bin jetzt im "normalen" Alltag angekommen und komme gut zurecht. In mir bin ich ausgeglichen, ruhig, zufrieden, keine Dramen mehr. Ich nehme mich ungefiltert wahr und das ist schon spannend 🤭

    Morgen sind es 4,5 Monate und ich bin dankbar, dass ich den Mut hatte, mich hier erneut zu melden. Diese SHG tut mir einfach gut. Ich hoffe, dir geht es auch gut?

    „Es sind die Augenblicke, die zählen, nicht die Dinge.“

  • Guten Morgen liebes TB,

    heute ist ein schöner Tag, einer von vielen schönen Tagen, und doch bisschen besonders schön: denn heute bin ich 9 Monate alkfrei (und 2 Monate nikotinfrei).

    Hätte mir letztes Jahr jemand gesagt, wenn Du aufhörst zu saufen wird Dein Leben ganz anders, den hätte ich für verrückt erklärt. Als würde Alk sooooo eine große Rolle spielen, tz tz … tut er! Und ich hätte es besser wissen dürfen, weil ich es in 2024 schon mal probiert hatte .. aber da wohl noch nicht den Tiefpunkt erreicht habe .... :(

    Scheinbar musste ich mich erst so richtig verlieren, um mich neu wiederzufinden. Damit habe ich meinen Frieden gemacht und glaube manchmal sogar, dass alles so kommen musste, damit es am Ende gut ist. Ich konnte viel Balast (Ansprüche an mich selbst) hinter mir lassen. Die ersten Wochen der Abstinenz war alles so neu, es gab/gibt hier im Forum so viel zu lesen und zu verstehen. Diese SHG ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Abstinenz und auch in meiner Tagesstruktur fest verankert.

    Ich muss zugeben, dass mein Weg bis hierher ziemlich gut gangbar ist/war. Ich denke schon, es liegt auch daran, dass ich nahezu keinen Kontakt zu Alk habe. Klar ist er beim Einkaufen in den Regalen , im übrigen gehe ich immer noch mit dem Rücken am Weinregal vorbei und schaue nicht hin … ob das nach 9 Monaten notwendig ist, weiß ich nicht … ich möchte keinen Wein sehen. Ich glaube nicht, dass ich darauf reagieren würde – aber ich weiß es eben nicht und es ist auch unnötig, es herauszufinden, wozu? Da ich mich tagsüber mit Menschen treffe, ist Alk auch kein Thema. Ich erkenne keinen Sinn, mich Risikosituationen auszusetzen und es mir schwerer zu machen als nötig.

    Ein weiterer wichtiger Schritt ist und war die Überschreibung alter Muster und Strukturen – die Trockenarbeit. Plötzlich ist da viel Zeit, was mache ich nachmittags/abends, wenn ich die Zeit nicht mehr mit saufen verbringe? Begonnen habe ich mit Spaziergängen, Wellness mit Wanne und Gesichts/Haarmasken, mit Kinobesuchen, ich habe viel gelesen, gekocht, gebacken, Gartenplanung in Angriff genommen, zuhause aufgeräumt, ausgemistet, hatte Zeit für Aktivitäten und Gespräche mit Sohni und manchmal einfach nur bewusst ausgeruht und gechillt usw. Die Zeit rannte und war auf meiner Seite.

    Ich lebe ein so tolles Leben und liebe dieses Leben. Ich liebe es irgendwo am Feld zu stehen, diese Ruhe im gesamten Körper zu spüren, tief durchzuatmen, Glück und Zufriedenheit zu spüren. Ich liebe es, den Sonnenufgang zu beobachten, der einen neuen Tag ankündigt. Ich liebe es Libellen an meinem Miniteich zu beobachten und zu fotografieren, Raupen zu entdecken, aus denen Schmetterlinge werden, ich liebe es meinen Garten weiterhin naturnah auszubauen, um noch mehr Lebensraum zu schaffen. Ich liebe es, jeden Tag nüchtern aufzuwachen, ich liebe es jeden Tag Auto fahren zu können, ich liebe es mich gut und gesund zu ernähren, in Gesprächen mit anderen wirklich präsent und authenisch zu sein, ich habe kürzlich mit Pilates angefangen (aua). Und auch heute ist wieder Pilates angesagt. Ich liebe diese innere Ruhe in mir, manchmal glaube ich, mich bringt einfach nichts mehr aus der Ruhe … J

    Ja, diese Liste könnte ich unendlich fortsetzen, weil ich so dankbar bin, den Ausstieg gefunden zu haben (im 2ten Anlauf).

    Dieses Leben im JETZT und HIER, das ist für mich der ausschlaggebende Punkt für Zufriedenheit. Was war, kann ich nicht mehr ändern. Was kommt, weiß ich heute nicht und muss darüber jetzt nicht nachdenken. Aber was ich heute fühle und spüre, was ich heute tue oder auch nicht tue, das kann ich zum Teil wohl beeinflussen.

    Mit all dem wollte ich eigentlich nur sagen, dass es mir verdammt gut geht ;)

    „Es sind die Augenblicke, die zählen, nicht die Dinge.“

  • Mit all dem wollte ich eigentlich nur sagen, dass es mir verdammt gut geht ;)

    So etwas lese ich verdammt gerne! Super und weiter so! :thumbup:

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Liebe Wilma, als erstes herzlichen Glückwunsch zu diesen Meilenstein 🥳

    Und dann wollte ich dich gerne mal fragen, wo du meine Sätze her hast, die kann ich genauso für mich unterschreiben 🙃

    Diese SHG ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Abstinenz und auch in meiner Tagesstruktur fest verankert.

    Yes.

    Ich muss zugeben, dass mein Weg bis hierher ziemlich gut gangbar ist/war. Ich denke schon, es liegt auch daran, dass ich nahezu keinen Kontakt zu Alk habe.

    Yes, durch meine Familien-Bubble.

    Dieses Leben im JETZT und HIER, das ist für mich der ausschlaggebende Punkt für Zufriedenheit.

    Und vor allem der Satz! Yes!

    Alles Gute weiterhin auf deinem Weg. LG KW 🙋🏼‍♂️

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Liebe Wilma,

    ich möchte dir auch ganz herzlich zu deinen 9 und 2 Monate andauernden 2 Abstinenzen gratulieren.

    Ja, es war schon Schicksal (wenn man daran glaubt), das uns hier ins Forum geführt hat. Auch für mich ist diese SHG ein Bestandteil meines jetzigen Lebens geworden.

    Und ich erkenne mich in vielem, was du schreibst, wieder - Risikominimierung, neue Wege …

    Gehe weiterhin deinen Weg.

    Ich lebe ein so tolles Leben und liebe dieses Leben.

    Das ist die schönste Motivation.

    Liebe Grüße Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Kyra (1. Oktober 2026 um 15:22)

  • Ich liebe es irgendwo am Feld zu stehen, diese Ruhe im gesamten Körper zu spüren, tief durchzuatmen, Glück und Zufriedenheit zu spüren.

    Genau so. Ich liebe es auch. Innere Ruhe ist das Beste was es gibt.

    Herzlichen Glückwunsch Wilma.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!