Naira - ich stelle mich vor

  • Dann kannst du ja wieder Alkohol trinken, wenn er keine Rolle mehr spielt. Oder?

    An dem Satz bin ich hängen geblieben. Ich weiß nicht,wie ihr das definiert"(der Alkohol spielt keine Rolle mehr in meinem Leben")!Hartmut sagt, dann könnte man ja wieder Alkohol trinken. Aber in dem Moment, würde der Alkohol ja doch wieder eine Rolle spielen.Mich interessiert im Moment auch kein Alkohol .lch werde allerdings einen Teufel tun, zu vergessen, was die Trinkerei für negative Folgen hat.Es ist ja schön für mich, das ich nicht so leide wie andere Alkoholaussteiger.Allerdings könnte gerade das eine fiese Falle sein, um irgendwann die peinlichen, gefährlichen und selbstzerstörischen Episoden wieder zuzulassen.Deshalb bin ich auch ganz pragmatisch und lese und schreibe hier im Forum. Wenn ich wieder trinken würde,würde der Alkohol ja doch wieder eine Rolle in meinem Leben spielen.

  • Ich weiß nicht,wie ihr das definiert

    Ich weiß nicht wen du mit Ihr meinst. ;)

    Für mich bedeutet das Folgendes: Ich habe durch Alkohol eine Sucht entwickelt, und jedes Mal, wenn ich wieder Alkohol trinke, aktiviere ich die Sucht. Selbst wenn ich keinen Alkohol konsumiere, er gedanklich gerade keine Rolle spielt oder ich ihn nicht vermisse, ist er fest in meinem Leben verankert. Der Austausch über meine Sucht dreht sich deshalb immer um den Alkohol.

    Selbst im Schlaf laufen viele lebenswichtige Funktionen unseres Körpers unbemerkt weiter, genau wie eine Sucht, die im Hintergrund schlummert und jederzeit wieder aufleben kann. Aber das nur mal philosophisch am Rande.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut, ich meinte Naira und dich. Wollte eine Antwort auf die provokante Frage. Zitat: Dann kannst du ja wieder Alkohol trinken,wenn er keine Rolle mehr spielt. Da könnte ich jetzt eine Wortklauberei draus machen.Verschenkte Zeit, ich weiß ja was du meinst. Gruß Bono

  • Dann kannst du ja wieder Alkohol trinken,wenn er keine Rolle mehr spielt.

    Das ist ja nur ein Hinweis.

    Wenn Alkohol keine Rolle mehr in der Sucht spielt, kann ich wieder saufen; wenn er eine Rolle spielt, eben nicht. So war das gemeint.

    Nun gehöre ich zu den Alkoholikern, die sehr akribisch vorgegangen sind, und das mache ich heute noch so. Nicht verkrampft, sondern mehr darüber entspannt nachgedacht. Normalerweise bräuchte ich keine Austausch mehr in diesem Sinne, aber es ist immer gut, sich an die Anfänge zurückzuerinnern.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Gedanken zur Rolle des Alkohols

    Früher spielte er zur nassen Zeit die Hauptrolle, das Leben wurde um ihn herum gelebt und er bestimmte.

    Heute hat er für mich auch noch eine wichtige Rolle, weil er mich umbringen kann.

    Aber es ist eine Nebenrolle, nicht mehr benötigt, abgeschoben in eine Ecke und er darf nicht mehr raus:mrgreen:

    Er wird jede Lücke die ich ihm biete ausnutzen, sich wieder reinzudrängen in mein Leben und vorallem Denken.

    Er sitzt in der Ecke und motzt manchmal, bietet sich an.immer wieder solange ich lebe. Aber es wird im laufe der Zeit immer weniger, weil er wissen sollte:keine Chance

    Hatte auch Zeiten in denen ich glaubte, der Alkohol (die Sucht)spiele keine Rolle mehr in meinem Leben. Da hab ich mich gründlich geirrt.

    Es sind ja nicht nur die offenen versuche bei Festivitäten oder sonstigen risikobehafteten Situationen, sondern auch die gedanklichen.zb.Verharmlosungen jeglicher Art.

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Wenn Alkohol keine Rolle mehr in der Sucht spielt, kann ich wieder saufen; wenn er eine Rolle spielt, eben nicht. So war das gemeint.

    Ich finde der Satz sagt alles.

    Jeder „nicht süchtige Normalo“ trinkt mal ab und zu ein Glas oder auch zwei. Ist nicht süchtig und es spielt keine Rolle.

    Bei mir ist das nicht so. Wenn ich jetzt im Moment ein oder zwei Gläser trinken würde, dann wäre ich heute Abend schon betrunken und dicht. Und morgen schon würde sich mein Leben nur noch um Alk drehen. Und die Abwärtsspirale würde zuschnappen.

    Das ist der gravierende Unterschied, ich bin eben süchtig. Und das einzige was mir hilft, ist nie mehr Alk zu konsumieren. Keinen einzigen Tropfen. Deshalb ist es wichtig hier in der SHG aktiv zu bleiben. Zu lesen und zu schreiben. Leichtsinnigkeit könnte mir sonst zum Verhängnis werden.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Früher spielte der Alkohol eine Rolle in meinem Alltag. Weil ich nahezu täglich getrunken habe.

    Dann spielte er eine ganz grosse Rolle, als ich aufgehört habe. Da das schwierig war und ich quasi non stop gekämpft habe, nichts zu trinken.

    Heute spielt der Alkohol keine so grosse Rolle in meinem Alltag. Weil es normaler geworden ist, keinen zu trinken und andere Themen zu bearbeiten sind. Wäre ich nicht fast täglich hier im Forum, würde er vermutlich gar keine Rolle mehr spielen. Allerdings befürchte ich, dass er dann plötzlich wieder eine ganz grosse Rolle spielen könnte, wenn ich vergesse, dass ich süchtig bin.

    War jetzt sehr philosophisch zu einem kleinen Satz, den ich eigentlich anders meinte. Nämlich, dass es inzwischen für mich fast normal geworden ist, keinen Alkohol zu trinken.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Du hast es treffend beschrieben. Ich tue mich manchmal schwer, wenn ich irgendwo hier lese, dass der Alkohol keine Rolle mehr spielt.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Gar keine Rolle wäre im ersten Jahr höchst verdächtig- das könnte nach hinten los gehen. Aber so wie du es beschreibst Naira empfinde ich es auch. Ich komme wenig mit Alkohol in Berührung, erlebe immer mehr Dinge, die nicht nur mit Alkohol nichts zu tun haben sondern die man mit Alkohol gar nicht so machen kann.

    Dennoch bin ich genau wie die anderen hier, weil klar ist: Ganz abgeschafft ist er nicht aus der Welt, der Alkohol - und wie sehr man auch aufpasst, wird man ihm begegnen. Sei es das Weinregal im Supermarkt, der nett gemeinte Schnaps aufs Haus im Restaurant, seit heute bei uns wieder trinkende Menschen im Park. All das kann uns Stressen und herausfordern und wir müssen gut vorbereitet sein.

    Irgendwann wird das Ganze sicher weniger aufregend und man nimmt es weniger wahr, hat längst Routinen, die weit weg vom Alkohol sind. Dennoch ist klar, dass die Sucht nur trocken liegt und lauert, dass sie wieder gegossen wird. Sie lauert mal sehr still und träge, mal laut und fordernd.

    Aber sie ist da.

  • Ich unterteile es einfach in eine aktive und eine passive Rolle, und somit immer präsent.:mrgreen:

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Sie lauert mal sehr still und träge, mal laut und fordernd.

    Aber sie ist da.

    ja, so ist es. insofern ist es gar nicht mal so übel und bedrohlich, wenn die sucht sich immer wieder mal meldet, das hält meine aufmerksamkeit wach und zeigt mir, dass ich nie 100% sicherheit haben werde und immer aufpassen muss. insofern ist das suchtgedächtnis mittlerweile ein gutes frühwarnsystem.

    Abstinent seit dem 22.9.2023

  • Heute bin ich 9 Monate nüchtern. Es macht mich sehr dankbar, dass ich nüchtern bleiben konnte. Ich danke euch, dem Forum, für eure mal mehr und mal weniger geduldige Unterstützung. <3 Gelernt habe ich am meisten durch die weniger geduldigen, sondern eher härteren Worte. ;) Aber ohne die verständnisvollen und einfühlsamen Antworten wäre ich wohl leider wieder nach kurzer Zeit gegangen, und ich weiss nicht, ob ich das Nüchternsein ganz ohne eure Hife wirklich durchgehalten hätte. Darum auch danke an die verständnisvollen. :* Es braucht beides, um langfristig trocken zu werden und zu bleiben: Zuckerbrot :thumbup: und Peitsche :thumbdown:^^

    Ich bin aber auch allen Freunden dankbar, und als gläubiger Mensch auch der göttlichen Kraft. :saint:

    Aber ich bin auch stolz auf mich selbst. Die äusseren Umstände waren und sind wirklich nicht einfach. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Ich habe sie aber nicht zum Anlass genommen, rückfällig zu werden. Klar kamen in Ausnahmesituationen die Gedanken kurz auf, mit Alkohol den Kopf ruhig zu stellen. Aber mir war immer sofort bewusst, dass Alkohol alles nur verschlimmern würde. Ohne Alkohol kann ich klar denken und habe Energie, mit den Situationen umzugehen und weiter nach vorne zu gehen. Ich muss und musste natürlich erstmal damit klarkommen, dass ich alle Gefühle nun intensiver spüre, dass ich sie nicht einfach tagsüber aushalten und abends mit Alkohol abschalten kann. Aber dafür erlebe ich sie bewusst, nehme sie ernst und wurde trotz aller Umstände nicht wirklich depressiv- was ich mit Alkoholkonsum ganz sicher geworden wäre, wenn ich die Gefühle nur verdrängt hätte. Auch Selbsthass hat so viel weniger Chancen.

    9 Monate sind erst der Anfang. Aber es stellt sich allmählich doch eine Routine des Nüchternseins ein. Und ein innerer Friede mit diesem Thema. Ich schäme mich nicht mehr, nichts mehr trinken zu können, weil ich trockene Alkoholikerin bin. Sondern ich bin stolz darauf, den Ausstieg aus der Sucht geschafft zu haben. Mir ist bewusst, dass ich immer süchtig bleibe und deswegen lebenslang das erste Glas stehen lassen muss und werde. Mir ist klar, dass ich mich deswegen auch regelmässig mit dem Thema beschäftigen muss und ich bin froh, dafür das Forum hier zu haben. Ich sehe es aber nicht mehr als Strafe und als etwas beschämendes, sondern als Chance und Freiheit.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • 9 Monate sind erst der Anfang. Aber es stellt sich allmählich doch eine Routine des Nüchternseins ein. Und ein innerer Friede mit diesem Thema. Ich schäme mich nicht mehr, nichts mehr trinken zu können, weil ich trockene Alkoholikerin bin. Sondern ich bin stolz darauf, den Ausstieg aus der Sucht geschafft zu haben.

    Meinen Glückwunsch zu einem dreiviertel Jahr Abstinenz, Naira! :thumbup:

    Ich sehe es so, ich muss keinen Alkohol mehr trinken! Denn ich musste zum Schluss trinken, damit ich nicht in den Entzug gekommen bin!

    Es ist eine grosse Erleichterung, nicht mehr saufen zu müssen!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Herzlichen Glückwunsch zu 9️⃣ Monaten Abstinenz, Naira 💐🌞
    Das ist ein super Erfolg.
    Da ist der 3., der 6. Monat schon lange vorbei und das volle Jahr ist in Sicht.

    Liebe Grüsse
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • 9 Monate sind erst der Anfang.

    Und was für einer. 👍🏻


    Herzlichen Glückwunsch zu 9 nüchternen Monaten 💐

    Aber ich bin auch stolz auf mich selbst. Die äusseren Umstände waren und sind wirklich nicht einfach.


    Sei ruhig stolz auf jeden einzelnen Tag, denn du selbst hast dir jeden einzelnen nüchternen Tag geschenkt.

    Die äußeren Umstände sind ganz sicher bei niemanden immer nur einfach.
    Deshalb mache ich meinen nüchternen Tag nicht davon abhängig, welche äußeren Umstände meinem Alltag bestimmen. Meine Nüchternheit habe ich ganz fest in meinem Kopf verankert.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • ich gratuliere dir zu 9 Monaten ohne Alkohol, und wünsche dir, das da noch ganz viele Monate hinzukommen. .

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Herzlichen Glückwunsch Naira, weil ich auch ein Erstklässler✏️ bin, sehe ich alles eins zu eins so, wie du es in deinem schönen Text beschrieben hast. vielen Dank 👍

    Bald kommen wir in die zweite Klasse🥰

    Es gibt einen Grund dafür, weshalb ich so kindisch schreibe….. ich habe mit dem Saufen angefangen, weil ich erwachsen sein oder mich wie ein erwachsener fühlen wollte…..
    Durch meine Abstinenz fühle ich mich wieder etwas wie ein kleines Kind, welches noch sehr viel vor sich hat😊

    Lg Zwieback

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

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