Jacquy0 - Möchte mich vorstellen

  • Hallo zusammen,

    ich bin 40 Jahre alt und seit 14 Jahren mit meinem Mann (41) verheiratet. Wir haben 2 Kinder 10 und 7 Jahre alt. Leider trinkt mein Mann seit schon länger Zeit zu viel. Er trinkt Bier,aber das täglich und unter 5 Flachen an Tag sind es eigentlich nie. Am Wochenende werden es auch gern mal mehr Flaschen,sodass er dann bei 10 oder 11 angelangt ist.

    Wenn er unter der Woche trinkt, merkt man es ihm, wenn man ihn nicht kennt, nicht an. Selbst nach 7 oder 8 Biererkt man das nur wenn wann weiß wie er sich sonst verhält bzw. Redet. Zu Außenstehenden ist er immer freundlich. Alle mögen Ihn und erzählen mir was für'n tollen Mann ich habe. Zu Hause ist er oft schlecht gelaunt. Ab einem gewissen Pegel ist die Zündschnur extrem kurz. Ich muss ständig aufpassen was ich sage, damit er nicht wieder rumschimpft und mich blöd anmotzt. Er wird dann auch sehr erniedrigend mir gegenüber, auch vor den Kindern. Ich habe so oft versucht ihm klar zu machen,dass es zu viel ist was er trinkt. Aber er meint er arbeitet ja täglich und macht alles geregelt,also kann er ja kaum Alkoholiker sein. Ja, er geht geregelt sein Job nach. Ist sehr fleißig...auch außerhalb seiner Arbeit als Handwerker, dabei trinkt er natürlich gern sein Bier.. Er ist aber fast nie für die Familie da, arbeitet ständig,ich denke um sich rauszuziehen.

    Wenn ich das Themen Alkohol anspreche wird er sauer, macht mir Vorwürfe ich sei ja Schuld weil ich mich in der Ehe so verhalte wie ich es tue ... meinen tut er damit, dass das zwischenmenschliche schon längere Zeit auf der Strecke bleibt. Sex haben wir schon lange nicht mehr. Er hätte es gern, tut aber absolut nix dafür. Ich habe kein Verlangen nach Nähe, da ich mich schlecht behandelt fühle. Er beschimpft mich öfters und sagt ständig ich sei an ammel Schuld und dazu noch faul.

    Ich arbeite auf Minijobbasis, habe täglich 140 qm zu putzen, zu kochen, waschen, Hausaufgaben mit den Kindern...mein 7 jähriger hat ADHS da ist es oft nicht leicht. Ich fahre die Kinder zu Hobbys, gehe mit dem kleinen zu Therapien und versorge den Hund. Ich mache jeden Einkauf allein, nehme jeden Termin für die Kinder (Schule etc. ) allein wahr. Und noch weitere Dinge...und dann höre ich ich tue ja nix und nur er arbeitet so viel... Tut mir leid , aber mein Tag ist auch gefüllt mit Aufgaben. Bis zum schlafen gehen, aber ich trinke deshalb auch nicht uns gebe ihm die Schuld an allem.

    Er wird wenn er seinen Pegel hat auch zu den Kindern ständig verbal blöd. Brüllt nur Rum bei jeder Kleinigkeit die ihm nicht passt.

    Ich würde mir sehr wünschen,dass es wieder anders wird , denn ich möchte meine Familie zusammenhalten und auch dass wir als Paar irgendwie den Bogen kriegen...aber das was aus seiner Sicht der Grund für sein trinken ist, der fehlende Sex, den kann ich i nicht geben, da ich diese Nähe nicht spüren kann durch all das. Das versteht er nicht und sagt immer wieder er kann erst aufhören zu trinken wenn ich was daran ändere.


    Sorry für den langen Text, das musste mal raus. Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich denke immer wieder ich sollte mich einfach hingeben, vielleicht ändert sich dann was...aber ich kann es nicht.

    Ich hätte gern dass es wieder anders wird, aber ich möchte auch nicht das meine Kinder so aufwachen. Sie waren aber unendlich traurig wenn wir uns trennen. Obwohl sie auch oft unter seinen Ausbrüchen leiden, lieben sie ihren Papa natürlich.

    Es ist wirklich nicht leicht

    Danke fürs lesen.

    Lg

  • Hallo Jacquy,

    herzlichen willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Jacquy0!

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Jacquy0,

    dass dir alle erzählen, was für einen tollen Mann du hast, ist ja für dich und auch die Kinder irrelevant, denn sie müssen nicht jeden Abend mit ihm Zuhause sein und darunter leiden, wenn er betrunken rumbrüllt, motzt, euch erniedrigt und nie für euch da ist. Das hört sich sehr schlimm und unerträglich an.

    Den Schuh, dass du an der Verschlechterung eurer Beziehung und mangelnder Nähe schuld sein sollst und faul bist (so ein Quatsch!), würde ich mir nicht anziehen. Er schiebt dir die Schuld zu, dass er in Ruhe weiter trinken kann, daran nichts ändern muss, denn das ist schwer und damit du dich schlecht fühlst. Lass dir das bitte nicht einreden, zu trinken ist allein seine Entscheidung und dafür findet man immer genug Gründe.

    Du kannst mit gar keiner Änderung herbeiführen, dass er das Trinken aufhört, das kann er nur selber. Einsichtig wirkt er allerdings diesbezüglich nicht.

    Mit einer Trennung nimmst du deinen Kindern doch nicht den Vater, sie können ihn weiterhin sehen, leiden aber nicht mehr jeden Tag unter seinem inakzeptablen Verhalten.

    Er scheint ein funktionierender Alkoholiker zu sein, der weiter seiner Arbeit nachgeht, das gibt es, aber das ändert ja nichts an eurem Leid.

    Es sieht nicht danach aus, als würde er etwas ändern wollen, d.h. Entzug und weiterführende Maßnahmen einzuleiten, um abstinent zu leben. Hast du ihm schon gesagt, dass du so nicht mehr weiter mit ihm leben möchtest und wie könnten diesbezüglich deine nächsten Schritte aussehen?

    Den ersten, dich hier zu öffnen, hast du ja schon gemacht, das ist gut. Es gibt auch Suchtberatung für Angehörige, vielleicht wäre das auch ein passender Schritt für dich, klarer zu sehen, vor allem, dass deine Kinder sehr darunter leiden und nur du daran etwas ändern kannst.

    Vielleicht liest du dich auch mal in den EKA-Bereich hier im Forum ein, wie sehr Kinder unter Alkoholikern leiden und siehst das dann klarer, wieviel ein Leben mit einem Alkoholiker bei Kindern kaputt macht.

    Du bist noch jung,so willst du doch nicht dauerhaft leben?

    Liebe Grüße

  • Jetzt bin ich aber echt mal überrascht. Genau diesen Text hätte ich schreiben können. Genauso war es bei mir am Ende. Und genau so hab ich auch gedacht, vielleicht wenn ich etwas ändere, vielleicht bin ich auch schuld…
    Nein!!! du bist nicht der Fehler im System. Geh zu einer Suchtberatung und informiere dich.
    Ich hab mich befreit

  • Hallo ihr Lieben

    ich danke euch für eure Antworten. Es tut einfach gut alles mal loszuwerden und sich auszutauschen.

    Ihr habt sicher ganz Recht,dass ich an ihm nichts ändern kann. Das weiß ich im Prinzip auch. Daher denke ich auch immer neu in die Richtung, dass ich an mir etwas ändern muss bzw. Ihm das geben muss was er fordert,damit er sich dann ändern kann, weil er vielleicht dann sieht dass mir die Ehe wichtig ist und ihm das Ansporn gibt. Aber ich bin nicht in der Lage aus dem Nichts heraus diese Intimität zuzulassen. Es ist ja auch nicht so, dass er etwas dafür tut bzw. Versucht Stimmung dafür zu schaffen. Er erwartet einfach dass ich es ihm aus dem Nichts heraus anbiete so a la ... Hier bin ich also bedient dich. Ich aber bräuchte dafür zumindest mal das Gefühl dass es um mich als Person geht und nicht nur zum "abreagieren' da bin. Natürlich kann ich auch nachvollziehen,dass eine Ehe ohne Sexualleben für einen Mann problematisch ist. Ich habe ihm oft versucht meine Gefühlslage zu erklären, ihm gesagt, dass ich auch gern hätte das es wieder funktioniert zwischen uns in der Hinsicht, dass ich aber von ihm auch etwas brauche dafür, dass ich erstmal wieder das Gefühl brauche,dass er mich noch gern hat und dass ich und meine Gefühle ihm nicht egal sind. Leider sieht er immer nur meine Schuld und mein Versäumnis. Ich habe mich einfach sehr in mich zurückgezogen. Das weiß ich auch. Ich mache natürlich alles alltägliche für ihn, spreche natürlich normal mit ihm, Versuche nicht zu streiten. Aber ja, am Abend gehe ich ihm lieber aus dem Weg,weil er ja dann schon seine Biere drin hat und ich ärger vermeiden möchte. Ich halte mich mit meinen Meinung zurück,da er oft entgegengesetzte Meinungen hat. Wenn ich ihm sagen er soll wenigstens mit den Kindern vernünftig sprechen, dann sagt er ich soll einfach ruhig sein und mich nicht ständig einmischen. Mich macht das traurig.

    Er hat vor einem Jahr seinen Vater an den Alkohol verloren. Hat sich oft darüber beschwert,dass sein Vater ein Sturkopf ist, sich nicht auf eine Therapie einlässt, dass es so schwer für ihn ist, dass sein Vater sich so verhält. Und nun macht er das gleiche. Zudem hat er ein paar Monate zuvor seinen Onkel an den Alkohol verloren, der war erst 45 Jahre alt.man sollte meinen er habe daraus gelernt...aber leider geht er in die selbe Schiene.er funktioniert im Alltag einwandfrei. Keine merkt sein Trinkverhalten. Er fährt selbst mit 10 Bier intus das über 5 Meter lange Auto noch absolut sicher in die mega enge Garage. Ich wundere mich da immer wieder dass das nicht mal schief geht.

    Ich habe Angst, dass meine Kinder mir nachher die Schuld geben, wenn ich mich trenne, weil ich nicht zu ihrem Vater gehalten habe. Nie würde ich ihm den Umgang verbieten oder Probleme machen. Die Kinder sollen ihren Vater haben. Und auch wenn er trotz Alkohol im Alltag gut funktioniert, halte ich seine Launen nicht mehr aus. Möchte nicht immer wieder erniedrigende Sprüche hören und auch nicht hinnehmen,dass meine Kinder ständig im militärischen Ton angesprochen werden oder hat noch schlimmer verbal angegangen werden a la " du kannst auch echt gar nix" ' du bist selbst zu blöd zum essen' etc

    Ich weiß einfach nicht was richtig ist...für den Familienzusammenhalt zu kämpfen oder ob es für meine Kinder besser wäre wenn er nicht bei uns wohnt.

  • Hallo Jacquy0!

    Vieles was du da schreibst habe ich ähnlich selbst erlebt und es hat mich viel Mut und Kraft gekostet mein Leben wieder selbständig zu leben. Mein Mann hat mich auch ständig klein gemacht und mir die Schuld an seiner Trinkerei gegeben. Ich habe viele Jahre geschuftet und gerackert und mich verbogen um es ihm Recht zu machen. Aber nie war es gut genug, heute weiß ich er hat seine miese Spielchen mit mir getrieben.

    Wenn er nicht von sich aus nicht einsieht daß er zuviel trinkt und keine Anstalten macht daran etwas zu ändern bist du machtlos. Daß er regelmässig arbeiten geht sagt nicht soviel aus, mein Mann hat bis zur Rente gearbeitet und war auch immer fleissig. Nur zu Hause blieb alles an mir hängen das kenne ich nur zu gut.

    Es ist so furchtbar die ganze Familie leidet darunter auf Dauer gesehen ist das kein Zustand. Aber nur du kannst eine Besserung für dich und deine Kinder herbeiführen. Wenn er nicht einsichtig wird bleibt er auf der Strecke und du wirst den Weg alleine gehen müssen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Daher denke ich auch immer neu in die Richtung, dass ich an mir etwas ändern muss bzw. Ihm das geben muss was er fordert,damit er sich dann ändern kann, weil er vielleicht dann sieht dass mir die Ehe wichtig ist und ihm das Ansporn gibt

    Lass das bitte, das wird gar nichts ändern, er wird auch dann Gründe finden, warum er trinken "muss". Er muss seinen Ansporn finden, das Saufen aufzuhören, das ist nicht deine Aufgabe. Das macht mich ja fast schon wütend, diese von ihm absurde Argumentation zu lesen. Ich kann dir tausende Gründe nennen, warum mein Partner getrunken hat, der einzig wahre ist, er wollte das.

    Er hat vor einem Jahr seinen Vater an den Alkohol verloren. Hat sich oft darüber beschwert,dass sein Vater ein Sturkopf ist, sich nicht auf eine Therapie einlässt, dass es so schwer für ihn ist, dass sein Vater sich so verhält. Und nun macht er das gleiche. Zudem hat er ein paar Monate zuvor seinen Onkel an den Alkohol verloren, der war erst 45 Jahre alt

    Umso trauriger, dass ER keinerlei Einsicht und Engagement für Veränderung zeigt und stattdessen dir die Schuld zuschiebt.

    Ich habe Angst, dass meine Kinder mir nachher die Schuld geben, wenn ich mich trenne. Möchte nicht immer wieder erniedrigende Sprüche hören und auch nicht hinnehmen,dass meine Kinder ständig im militärischen Ton angesprochen werden oder hat noch schlimmer verbal angegangen werden a la " du kannst auch echt gar nix" ' du bist selbst zu blöd zum essen' etc

    Gerade angesichts seiner schlimmen Äußerungen denke ich, die Kinder werden später eher dir die Schuld geben, warum du sie nicht beschützt hast und in der Situation verharrt bist, wenn du nichts änderst. Sie können da ja nicht von selber weg und lernen gerade, dass so ein Umgang miteinander okay ist und dass sie doof und unfähig sind ☹️.

    Bitte mach dir einen Termin für Angehörige bei der Suchtberatung, um für dich zu sehen, dass du handeln musst. Aushalten wird nichts besser machen, deine Kinder werden geschädigt (und du auch, aber du kannst für dich entscheiden, was du ertragen willst, sie nicht).

    Wenn ich hier immer über Kinder lese, die von Alkoholismus so hart betroffen sind, macht mich das unheimlich traurig und wütend. Lass das nicht weiter zu.

    Für sich die Verantwortung tragen ist eine Sache, was man sich antut oder nicht liegt im eigenen Ermessen, aber wenn Kinder involviert sind, ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer.

  • Guten Morgen liebe Jacguy,

    Es tut mir in der Seele weh, Deine Texte zu lesen ohne das ich Dich kenne. Er hat Dich jetzt schon soweit, dass Du nach meinem Gefühl überhaupt nicht mehr sehen kannst, dass Du ein toller Mensch bist, der es verdient hat anständig behandelt zu werden.

    Ich wünsche Dir, dass Du jetzt mal hier das Forum nimmst, um auf Deine Hinterfüße zu fallen.

    Das Verhalten Deines Mannes geht gar nicht. Mache Dir einen Plan für Dich und versuche Dich unabhängig von ihm zu machen. So wie ich es lese, hängst Du ja auch finanziell an ihm.

    Was machst Du denn für Dich? Hast Du ein Hobby, Freundinnen mit denen Du mal was alleine unternimmt, etc.?

    LG Momo

  • Ich wundere mich darüber, dass es ein häufiges Muster unter Alkoholiker-Ehemännern offenbar ist, dass sie die Schuld für ihr Trinken bei der Frau suchen. Mangelnder Sex- so beknackt das Argument auch ist- wird da häufig genannt. Bitte liebe Frauen lasst Euch nicht durch so einen Bullshit verunsichern. Intimität zwischen zwei Menschen ist etwas symmetrisches und kann nicht einfach von einer Partei eingefordert werden- zumal unfreundlich mit Fahne. Die ehelichen Pflichten sind Gottseidank Schnee von gestern.

    Der Spruch ‚Du kannst ihn nicht ändern du kannst nur Dich ändern‘ zielt nicht darauf ab dass die Partnerin sich so verbiegen soll, dass der Herr in seiner Komfortzone bleibt und deshalb das Trinken auf wundersame Weise sein lässt. Wird er nicht- auch nicht mit viel Eididei. Es geht einfach darum, ihn los zu lassen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu gehen. Weg von ihm.

    Ich weiß wie unendlich schwer das ist. Mein Mann war auch ohne Alkohol schädlich für mich und vor allem die Kinder und was gäbe ich drum, wenn ich ihn früher verlassen hätte. Und ja, sie werfen mir genau das heute vor. Deine Kinder sind noch klein- hole sie raus da!

  • Er hat vor einem Jahr seinen Vater an den Alkohol verloren. Hat sich oft darüber beschwert,dass sein Vater ein Sturkopf ist, sich nicht auf eine Therapie einlässt, dass es so schwer für ihn ist, dass sein Vater sich so verhält. Und nun macht er das gleiche. Zudem hat er ein paar Monate zuvor seinen Onkel an den Alkohol verloren, der war erst 45 Jahre alt.man sollte meinen er habe daraus gelernt...aber leider geht er in die selbe Schiene.

    Merkst du was? Kinder lernen von ihren Eltern. Was meinst du, wie viel Prozent der Alkoholiker min ein alkohohlkrankes Elternteil haben?
    Was meinst du, was deine Kinder später mal machen?

  • Hallo Jackquy0,

    es tut mir sehr leid für dich und deine Kinder, was ihr wegen der Alkoholkrankheit deines Mannes mitmachen müsst. Ich schreibe dir aus der Sicht eines erwachsenen Kindes eines alkoholkranken Vaters, der überall angesehen und überaus beliebt war. Nüchtern war er ein humorvoller, liebevoller Vater. Hatte er jedoch getrunken, waren seine Zornausbrüche, die aus heiterem Himmel kamen, seine Wutanfälle wegen Banalitäten, diese ständige Unberechenbarkeit, wie er wohl heute gelaunt sein wird, für meinen Bruder, meine Mutter und mich sehr schlimm. Am schlimmsten war für mich als Kind die Ohnmacht, nichts dagegen tun zu können. Erst viel späterist mir bewusst geworden, dass wir nichts, aber auch gar nichts hätten ändern können. Es war allein seine Entscheidung zu trinken. Liebe Jackquy0, du bist absolut nicht für das Trinken deines Mannes verantwortlich, das ist er ganz alleine. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Bitte schütze dich selbst, aber vor allem deine Kinder.

    Hochfelln

  • Hallo ihr Lieben,

    vielen lieben Dank für euer Feedback und Ratschläge. Es hilft mir schon mal sehr zu lesen, dass ich ,zumindest rational gesehen, nicht Schuld habe an seinem Alkoholkonsum. Es ist nicht immer leicht für mich das alles einzuschätzen. Auch die Situation selbst ist irgendwie so widersprüchlich, denn auf der einen Seite geht er geregelt und fleißig SEINEN Pflichten nach und auf der anderen Seite steht dieses immer wieder zum Bier greifen und es einfach nicht lassen können. Er lässt mich mit allen Belangen des Haushalts und der Kinder vollständig allein, sucht sich aber ständig Arbeit bei anderen oder halt Dinge die er für wichtig hält, z.b. Stunden lang Auto putzen , wobei er dann gern ein Bier nach dem nächsten Trinkt. Familiär zieht er sich sehr raus, beschwert sich wenn er getrunken hat aber gern an Abend bei mir darüber,dass ich die Kinder nicht richtig erziehe, das ich sie verhätschle. Ja, ich gebe zu, ich bin sehr weich mit meinen Kindern. Aber es gibt natürlich auch Regeln,die er aber nicht mitbekommt, da er wenig zu Hause ist. Ich denke ich Versuche mit meiner weichen und liebevollen Art die verbalen Ausbrüche meines Mannes gegenüber den Kindern zu kompensieren. Sie werden von ihm oft genug im militärischen Ton angesprochen oder angeranzt. So möchte ich nicht mit meinen Kindern umgehen. Dieses verbal ausfallende ist seine Art ab einem bestimmten Pegel ...kurz vorher kommt kurz "lustig" und dann" blöd und gereizt".

    Ja ich weiß ich muss meine Kinder schützen und genau die Thematik belastet mich am meisten. Zu wissen meine Kinder möchten so gern eine intakte Familie und aber auch zu wissen, dass Sie unter dem Verhalten vom Papa unter Alkohol leiden. Er ist ja nicht immer so zu Ihnen. Wenn er noch nicht so viel getrunken hat tobt er auch mal mit Ihnen herum oder macht "Quatsch" mit Ihnen. Das genießen sie denn sehr, da er ja ohnehin selten zu Hause ist. Aber es ist so wie im letzten Beitrag von Hochfelln geschrieben....man weiß nie was auf einen zukommt. Hat er wieder bereits zu viel und ist schlecht gelaunt oder geht es noch... Wenn wir ohne hin weg gehen, weil er ja nie Zeit hat mir uns zu gehen, habe ich jedesmal schon Sorge wenn wir nach Hause kommen wie viel er schon getrunken hat. Manchmal geht es gut, oft nicht. Er hat allerdings ein paar Mal zwischendurch schon zugegeben,dass er zu viel trinkt und versprach immer jetzt dann mal eine Zeitlang kein Bier zu kaufen bzw zu trinken...aber das schafft er keine Woche und in dieser Woche holt er dann alkoholfreies Bier und dann schleichen sich wieder Tag für Tag die normalen Biere mit ein. So läuft es immer... spätestens nach einer Woche ist sein Versprechen nichtig. Er schafft es zwischendurch auch mal 1-2 Tage nichts zu trinken, aber es geht nicht mal längere Zeit ohne. Er sagt oft er kann ja ohne, will aber jetzt halt ein Bier trinken und er lasse sich von mir nichts vorschreiben. Dann wiederum gibt er manchmal zu, dass er was ändern muss und er weiß dass es zu viel ist.

    Ich bin einfach irgendwie überfordert. Würde er nur noch trinkend in der Ecke sitzen, wäre die Sache klar für mich...nix wie weg...aber er funktioniert im Alltag ja... Es sind diese ewigen verbalen Ausbrüche und die Gereiztheit unter Alkohol, die es schwer machen und Natürlich, dass ich das ein ganz schlechtes Vorbild für meine Kinder finde und dass es mich ansich stört,dass er so viel trinkt.

  • Würde er nur noch trinkend in der Ecke sitzen, wäre die Sache klar für mich...nix wie weg...aber er funktioniert im Alltag ja...

    ... NOCH Süchtige brauchen mit der Zeit immer mehr von ihrem Stoff und verlieren immer mehr von ihrer Restkontrolle. Das nennt sich Suchtspirale, und deren Weg geht nur nach unten, wenn die Sucht nicht konsequent gestoppt wird (Heilen ist nicht mehr möglich, "kontrolliert" trinken auch nicht) .

    Möchtest Du Dir das wirklich mit Deinen Kindern ansehen, wie es früher oder später immer schlimmer wird?

    (Frage ich als Alkoholikerin)

  • sucht sich aber ständig Arbeit bei anderen oder halt Dinge die er für wichtig hält, z.b. Stunden lang Auto putzen , wobei er dann gern ein Bier nach dem nächsten Trinkt. Familiär zieht er sich sehr raus, beschwert sich wenn er getrunken hat aber gern an Abend bei mir darüber,dass ich die Kinder nicht richtig erziehe, das ich sie verhätschle.

    Zum Schluss habe ich mich immer mehr aus dem Familienleben herausgezogen, Jacquy.

    Sobald mein Mann zu Hause war, bin ich abgetaucht, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Ich habe mich selbst isoliert und habe immer mehr gesoffen, bis zum Blackout.

    Bis ich dann die Reissleine gezogen habe und mit dem Saufen aufgehört habe. Aber das kam aus mir, weil ich körperlich und seelisch nicht mehr konnte!

    An diesem Punkt ist Dein Mann noch lange nicht. Er kann nicht handeln, denn er wird von dem Alkohol fremdbestimmt.

    Aber Du kannst handeln, vielleicht nicht heute oder morgen, aber Du solltest darüber nachdenken.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Jacquy,

    das Ganze hat leider System. Du bekommst ab und zu mal so einen Nervenberuhigungs-Brocken hingeworfen ( alkoholfreies Bier...u.s.w. ) aber ohne Alkohol geht es eben nicht mehr. Da hilft es auch nicht das es "nur" Bier ist, dieser Alkohol tötet auch. Es dauert nur länger.

    Suchtspirale, und deren Weg geht nur nach unten


    Wenn Du Dich und die Kinder neben einen Kasten Bier stellst, wo siehst Du Dich da in der Rangfolge ? Einfach mal von oben betrachten ohne die Verwirrungen täglich, wöchentlich.

    Das Ergebnis Deiner Erkenntnis führt Dich dann zu weiteren Entscheidungen.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Liebe Jacguy.

    Ich habe mal ein paar Zeilen aus Deinem Text gezogen

    Wenn er noch nicht so viel getrunken hat tobt er auch mal mit Ihnen herum oder macht "Quatsch" mit Ihnen. Das genießen sie denn seh

    Hat er wieder bereits zu viel und ist schlecht gelaunt oder geht es noch...

    habe ich jedesmal schon Sorge wenn wir nach Hause kommen wie viel er schon getrunken hat.

    Dieses ambivalente Verhalten ist für Kinder das schlimmste Verhalten überhaupt und schädigt sie langfristig. An was sollen sie die gute bzw schlechte Laune festmachen.?

    Selbst Du bist dann nie frei und fröhlich, sondern immer angespannt aus Angst was Dich erwartet. Ich kann Dir nur sagen, dass sich nichts ändern wird solange Du die Füße still hältst. Du musst aus diesem System aussteigen. Bleibst Du da drin, wird es immer schlimmer, auch für Deine Kinder.

    LG Momo

  • Ich bin da ganz bei Momo. Dieses heiß/kalt, nett/ungehobelt ist absolutes Gift für jedes Nervensystem und setzt sich auf Jahrzehnte fest.

    Ich bin selbst abstinenter Alkoholiker meine Ex EKA (erwachsenes Kind alkoholkranker Eltern). Sie hat bei ihrem launischen Vater gelernt auf Eierschalen zu gehen, eigene Bedürfnisse hinten anzustellen und mit sechsten Sinn die kommenden Stimmungsschwankungen zu erahnen. Ich komme aus einer Familie mit Gewalt, habe ebenfalls meine Bedürfnisse hinten angestellt, gelernt ich muss alles selbst schaffen und darf keine Gefühle zeigen. Match made in hell...

    Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass sich meine Ex niemals in mich verliebt hätte, wäre sie aus einem sicheren Elternhaus gekommen. Jede Frau mit gesunden Grenzen hätte mich und meine Launen (auch vor meiner Sucht) nach kurzer Zeit vor die Tür gesetzt.

    Was will ich dir mit dieser Anekdote sagen?

    Die Situation in der du gerade steckst, wird sich - wenn du sie aushältst- eventuell als Glaubenssätze in deinem Kindern manifestieren. "Es ist in Ordnung so behandelt zu werden. So sieht Liebe aus." Und das werden sie wenn es blöd läuft in die eigenen Beziehungen mitnehmen, beruflich/privat vollkommen wurscht. Es wird nicht umsonst von transgenerationaler Traumata Vererbung gesprochen.

    Eine intakte Familie zu sein, kann auch bedeuten einen Mensch mit schädlichen Verhaltensweisen daraus zu entfernen. Eine schimmlige Birne lässt man auch nicht so lange im Obstkorb liegen, bis der Rest gammelt.

    Es wird leider nicht besser werden, wenn dein Mann keine Krankheitseinsicht hat und darauf kannst du eventuell Jahrzehnte warten. Und vielleicht kommt sie selbst dann nicht...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall den Mut die Situation selbst in die Hand zu nehmen. Es macht mich wirklich traurig weil es so verdammt unfair ist aber die Angehörigen von Alkoholikern sind leider oft diejenigen, die zuerst für sich einstehen und gehen müssen.

  • Er ist ja nicht immer so zu Ihnen. Wenn er noch nicht so viel getrunken hat tobt er auch mal mit Ihnen herum oder macht "Quatsch" mit Ihnen. Das genießen sie denn sehr, da er ja ohnehin selten zu Hause ist. Aber es ist so wie im letzten Beitrag von Hochfelln geschrieben....man weiß nie was auf einen zukommt.

    Das genau ist fürchterlich! Besonders für Kinder. Ganz ganz schlimm. Lieber keinen Vater als einen „unberechenbaren“!

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