Abstinenzler - Der lange Kampf

  • Unsere Runde ist Alkoholfrei, sonst wäre ich nicht mit dabei

    Da es von dir schon mehrfach in ähnlicher Art wiederholt wurde, wäre es sinnvoll, wenn es mit dabei stünde. Kombiniert mit Worten der Entrüstung entsteht sonst eben ein falscher Eindruck.


    Apropos … ich habe, wenn ich dich lese, fast von Beginn an immer wieder den Eindruck, es schreiben hier "zwei unterschiedliche" Abstinenzler. No.1 ist empört, echauffiert und wütend auf Alk. No.2. ausgeglichen, ruhig, fast sanft im Vergleich. Wie zwei Gemütszustände mit extrem viel Kontrast.

    Das ist nur mein Gesamteindruck/gefühl; ohne nochmal konkret nachzulesen oder Zitatschnipsel aneinander reihen zu wollen. Nur als Spiegelung.

    2 Mal editiert, zuletzt von Oskar (19. Januar 2026 um 07:42)

  • Apropos … ich habe, wenn ich dich lese, fast von Beginn an immer wieder den Eindruck, es schreiben hier "zwei unterschiedliche" Abstinenzler. No.1 ist empört, echauffiert und wütend auf Alk. No.2. ausgeglichen, ruhig, fast sanft im Vergleich. Wie zwei Gemütszustände mit extrem viel Kontrast.

    Ich schreibe wohl so wie ich mich fühle. Mal aufgebracht, mal ruhig. Wenn ich wütend bin schreibe ich anscheinend so.

    Abstinent seit 10.11.2025

  • Meine Stimmung ist ganz schön im Keller. Der Winter nagt an mir. Dazu noch ein Hexenschuss und ein bakterieller Infekt bei Tag 11, doch keine Erkältung laut meinem Hausarzt. Das tolle ist, ich saufe die negativen Gefühle nicht weg sondern ich gucke was kann ich stattdessen machen kann. Gesund werden,auskurieren,akzeptieren wie es ist. Hoffen das es mir bald besser geht.

    Abstinent seit 10.11.2025

  • Hallo Abstinenzler

    Wer mag sich schon krank .

    Das kalte Wetter mag auch nicht Jeder .

    Ich kann mir vorstellen dass dein Immunsystem sich neu "justieren " muss so ohne regelmäßiger Alkoholzufuhr .

    Betrunken hättest du einige Symptome deines Infektes vielleicht garnicht so doll gemerkt . Physisch wie psychisch .

    Gute Besserung und

    Gruß von Shawn

  • Antibiotika wirkt wohl. Mir gehts wieder gut. Hexenschuss auch weg. Ist schon ein tolles Gefühl nicht mehr zu saufen. Diese Freiheit, diese Ruhe. Lohnt sich einfach nur zu 100 Prozent. Frage mich manchmal warum hab ich mir das so lange angetan? Die ganzen negativen Folgen?! Weil es die Sucht nicht interressiert- hauptsache der Alkohol wird gesoffen, egal welche Folgen. Jetzt heißt es dranbleiben

    Abstinent seit 10.11.2025

  • hallo

    Diese Frage habe ich mir auch immer wieder gestellt. Der Versuch, sie zu beantworten, ist glaube ich der faire Einstieg in die Abstinenz...

    warum eine neue baustelle aufmachen? momentan geht es darum das ihr stabil werdet:idea:über solch hypthetische fragen könnt ihr euch später gedanken machen...

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Hi,

    ständig müde und kaum Leistung, sicher nicht wegen Alk.

    Ständig Dünnpfiff und Magenschmerzen, sicher nicht wegen Alk.

    Schlechte Haut, rote Flecken, sicher nicht wegen Alk.

    Erkältungen die ewig dauern und blaue Flecken die nicht weg gehen, sicher nicht wegen Alk.

    Es ist schon beachtlich wie lange die Liste werden kann und wie gut man es verdrängt. Jetzt wo das alles plötzlich weg ist wird umso klarer wie sehr man sich die Sucht schön geredet hat. Ich nehm es als zusätzliche Motivation da ich sie jeden morgen ohne Verachtung im Spiegel sehe.

    LG,

    Paul

  • Moin,

    grad meinen Alkoholiker Nachbarn mit Bier in der Hand getroffen. Triggeralarm!! Dachte mal wieder der darf Saufen ich nicht.Der hat Spaß. Ich könnte wenn ich wollte- will aber nicht. Ob der Spaß hat weiß ich nicht, wer weiß welche Krankheiten und wie es innerlich aussieht. Selbst wenn er Spaß hat. Ich hab ihn nicht wenn ich Saufe- ganz im Gegenteil mir gehts elendig, räudig, beschissen. Dat war das Suchtgedächntnis... Nein danke, nö,gibts nicht, Nein, Nein, Nein. Gehe nicht mehr zurück!! Schon verrückt, kurz im Keller 1 Typ getroffen und Saufgedanken, so schnell gehts...

    Naja,mir gehts super, wunschlos glücklich. Nachher Sport, war schön mit Hund draussen, gleich lecker essen, dann noch chillan, was will man mehr???

    Abstinent seit 10.11.2025

  • Es gehört zu dem Prozess der Abstinenzentwicklung dazu, dass immer wieder mal Trinkverlangen ausgelöst wird. Häufig durch äußere Reize wie der jetzt schon saufende Nachbar. Übrigens, das habe ich damals um die Zeit am Samstag auch hinbekommen.

    Es sind Phasen, die es zu durchlaufen gilt. Das nächste Meeting mit dem Burschen wird dann schon leichter für Dich.

  • Moin,

    grad meinen Alkoholiker Nachbarn mit Bier in der Hand getroffen. Triggeralarm!! Dachte mal wieder der darf Saufen ich nicht.Der hat Spaß. Ich könnte wenn ich wollte- will aber nicht. Ob der Spaß hat weiß ich nicht, wer weiß welche Krankheiten und wie es innerlich aussieht. Selbst wenn er Spaß hat. Ich hab ihn nicht wenn ich Saufe- ganz im Gegenteil mir gehts elendig, räudig, beschissen. Dat war das Suchtgedächntnis... Nein danke, nö,gibts nicht, Nein, Nein, Nein. Gehe nicht mehr zurück!! Schon verrückt, kurz im Keller 1 Typ getroffen und Saufgedanken, so schnell gehts...

    Naja,mir gehts super, wunschlos glücklich. Nachher Sport, war schön mit Hund draussen, gleich lecker essen, dann noch chillan, was will man mehr???

    Komisch das dich das immer triggert. Ich sehe auch ständig irgendwelche Alkis auf der Straße und ich fühle Mitleid und mache drei Kreuze, dass ich nicht mehr saufen muss. Spaß habe ich ohne Alkohol mehr.

    LG

  • Komisch das dich das immer triggert. Ich sehe auch ständig irgendwelche Alkis auf der Straße und ich fühle Mitleid und mache drei Kreuze, dass ich nicht mehr saufen muss. Spaß habe ich ohne Alkohol mehr.

    Das Saufen schüttet ja im Gehirn große Mengen Dopamin aus. Und daran erinnert sich mein Suchtgedächtnis. Der Rausch ist ja nicht nur scheiße, sonst macht man es doch nicht. Die negativen Folgen werden erstmal ausgeblendet bis ich sage Moment mal was passiert hier gerade im Kopf. Habe ja mit ihm zusammen gesoffen, er ist normal gekleidet, unauffällig und symphatisch und so sagt mein Saufhirn ist doch alles nicht so schlimm. 20 Minuten später ist das Thema dann aber auch wieder vergessen

    Abstinent seit 10.11.2025

    Einmal editiert, zuletzt von Abstinenzler (25. Januar 2026 um 07:04)

  • Während der Sucht habe ich gesoffen, weil ich saufen musste. Ob der Rausch „gut“ war, ob Alkohol ein Gift ist oder welche Eigenschaften er hat, war mir völlig egal. Ich musste trinken. Genau deshalb mache ich das im trockenen Zustand nicht mehr zum Thema.

    Ich bewerte Alkohol nicht mehr , weder moralisch noch gesundheitlich noch philosophisch. Das bringt mir nichts. Es zieht mich nur wieder in denselben inneren Film. Vor der Sucht gab es ja auch Zeiten, in denen ich getrunken habe wie viele andere auch. Mal mehr, mal weniger. Und nicht jeder, der trinkt, wird süchtig.

    Auch das bewerte ich heute nicht mehr rückwirkend, weil ich sonst sofort wieder in dieses alte Vergleichsspiel rutsche: Krankheit oder keine Krankheit, Sucht oder keine Sucht. Das ist für mich eine Sackgasse.
    Für mich sind nicht die Leute auf der Straße das Problem. Auch nicht die Flasche im Supermarkt. Das Problem sitzt im Kopf. Verknüpfungen, Erinnerungen, Sinneseindrücke, alte Geschichten. Da baut sich das Suchthirn seinen Plan und sagt dann ganz nüchtern das Einzige, was es kann "Sauf wieder"

    Deshalb verteufele ich Alkohol nicht und gebe ihm auch nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig. Ich halte Abstand. Sachlich.

    Wie bei jeder anderen bekannten Gefahrenquelle. Wenn ich an einem hundert Meter tiefen Abgrund stehe, denke ich natürlich darüber nach, nicht runterzufallen. Aber ich stelle mich nicht an den Rand und fantasiere darüber, wie es wäre aufzuschlagen.

    Genau so gehe ich heute mit Alkohol um.

    PS: Doch eine Bewertung für Alkohol gibt es – er bringt mich um. Das war’s aber schon.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Das Problem sitzt im Kopf. Verknüpfungen, Erinnerungen, Sinneseindrücke, alte Geschichten. Da baut sich das Suchthirn seinen Plan und sagt dann ganz nüchtern das Einzige, was es kann "Sauf wieder

    Danke. Hatte gerade einen heftigen Streit mit meiner Frau. Ich soll mich verpissen und ausziehen. Das hat mich verletzt. Mein Kopf sagte Sauf wieder. Habe überlegt loszufahren weil es mich so gestresst hat. Haben uns wieder vertragen

    Abstinent seit 10.11.2025

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