Tabsi - Mein Weg ins selbstbestimmte Leben

  • Alles klar. Ich würde nur das "meist" nicht unterschreiben. Ich find in meiner Kindheit auch keine Ursache. Na ja, wichtig ist das Jetzt.

    Bis dann

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

    Einmal editiert, zuletzt von Hera (18. März 2026 um 16:48)

  • Ich find in meiner Kindheit auch keine Ursache.

    Zum Anfang meiner Abstinenz habe ich auch nach Ursachen/ Auslösern gesucht. Irgendwer musste doch Schuld daran sein, mein Ex, der schon immer gern trank, Probleme in der Beziehung, Stress auf Arbeit. Es ist leicht, die Schuld auf andere abzuwälzen, dass rechtfertigte ja auch immer mein Saufen.
    Letztendlich war ich diejenige, die das Glas zum Mund geführt hat und irgendwann hat der Körper mehr verlangt und wurde süchtig.
    Der Leidensdruck war eigentlich noch nicht groß genug, irgendwelche Veränderungen herbeizuführen, lieber schmollte ich im Selbstmitleid und dröhnte die schlechten Gefühle weg.

    wichtig ist das Jetzt.

    So sehe ich das auch. Aus der Vergangenheit konnte ich lernen. Heute mache ich neu, frei von alt.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Guten Morgen TB,

    ich habe in letzter Zeit viel im „ blauen Forum“ gelesen und auch kommentiert.

    In einigen Beiträgen ging es dann auch um die minderjährigen Kinder von Alkoholikern und Co‘s,

    welchen Gefahren sie ausgesetzt sind und oft in der ganzen Abhängigkeitsgeschichte „ übersehen“ werden.
    Alles dreht sich um den Alkoholiker oder Co.
    Die Kids leiden stillschweigend am meisten darunter, denn sie haben keine andere Wahl.
    Ich wollte das mal hier lassen, weil es mich traurig und nachdenklich macht.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi,
    dein Beitrag trifft mich mitten ins Herz. Das Thema Kinder ist auch für mich der wichtigste Grund, warum ich diesen Weg gehe. Ich möchte einfach, dass meine drei Kinder sich wieder richtig gesehen fühlen und sich niemals für mich schämen müssen.
    Mir ist wichtig klarzustellen: Meine Kinder sind nie ungepflegt oder ohne Essen und Trinken aus dem Haus gegangen. Das hat immer gestimmt. Aber die Auswirkungen waren trotzdem da: die Unberechenbarkeit meiner eigenen Stimmung je nach Pegel, die Hektik am Morgen oder abends die geschlossene Schlafzimmertür, damit niemand die Fahne riecht. Auch im Alltag ging vieles unter. Elternbriefe zum Beispiel, die man abends in seinem eigenen Film nur kurz abgenickt, weggelegt und am nächsten Tag vergessen hat. Es hat den Kindern einfach an echter, verlässlicher Aufmerksamkeit gefehlt.
    Heute bin ich an meinem neunten Tag ohne Alkohol und erlebe, wie sich das verändert. Heute Morgen hatten wir plötzlich Zeit und Ruhe. Während mein Sohn sich fertig gemacht hat, konnte ich meinen beiden Mädels in aller Ruhe Flechtfrisuren und Locken machen. Sie haben diese ungeteilte Aufmerksamkeit unheimlich genossen.
    Ich habe tatsächlich sogar schon darüber nachgedacht, ob ich offen mit meinen Kindern darüber sprechen soll. Aber ich glaube, sie sind einfach noch zu jung, um das in seiner Gänze zu verstehen, und ich will ihnen mein Problem auch nicht aufbürden. Mein Impuls kam aus dem tiefen Wunsch, ihnen zu erklären: „Es lag nie an euch, dass Mama manchmal so daneben war.“ Aber ich glaube fest daran, dass Taten hier viel mehr zeigen als Worte. Wenn ich jetzt dauerhaft nüchtern bleibe, wird sich dieses neue, verlässliche Gefühl in ihren Köpfen verfestigen. Sie werden die Vergangenheit vielleicht nicht komplett vergessen, aber sie werden erleben, wie die Mama jetzt ist.
    Natürlich sitzt das schlechte Gewissen tief, wenn man weiß, wo die Kinder zu kurz gekommen sind. Aber es bringt nichts, nur in der Schuldhaftigkeit zu verharren. Ich möchte das jetzt als Chance nutzen, positiv nach vorne schauen und an mir arbeiten, um diese Fehler Schritt für Schritt wieder auszumerzen und die Beziehung zu meinen Kindern in die richtigen Bahnen zu lenken.
    Danke für diesen wichtigen Impuls!
    Liebe Grüße,
    Hannah

  • Aber ich glaube fest daran, dass Taten hier viel mehr zeigen als Worte

    Das ist so. Mit ihnen zu reden, würde eher aus deinem schlechten Gewissen heraus kommen. Weil du gerne Absolution möchtest.
    Kinder haben sehr feine Antennen. Sie werden die Veränderungen sehr genau bemerken.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Heute bin ich 888 Tage nüchtern.
    Erstmal ist es nur eine Zahl.

    Ich möchte mit dieser Zahl aber auch Mut und Hoffnung machen für all diejenigen, die hier noch am Anfang stehen.

    Ich habe seit meiner Jugend getrunken, irgendwann war es dann fast täglich. Der Alkohol hatte mich im Griff und länger als 3 Tage ohne, waren für mich unvorstellbar.
    Ich dachte, ich schaffe es allein- Irrglaube.
    Erst als ich mich auf den Weg machte, mir Hilfe zu suchen, vor dem Alkohol kapitulierte, nicht mehr kämpfen musste, konnte ich wieder leben, lernte und lerne mich jeden Tag wieder neu kennen.

    Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst und auch neue Hürden kommen immer wieder dazu - aber ich ertränke sie nicht mehr in Alkohol, schiebe sie nicht mehr vor mich hin, suhle nicht mehr im Selbstmitleid.

    Meine Tochter erkrankte letztes Jahr an Krebs, ihr krebskranker Freund wird seit dieser Woche Palliativ behandelt. Wir gehen jetzt durch eine schwere Zeit.
    Alkohol hätte nichts besser gemacht.
    Nur nüchtern konnte und kann ich Ihnen eine wahre Hilfe sein, mit klarem Verstand nachts abrufbereit und jederzeit fahrbereit.

    Ich habe gelernt, mir selbst Hilfen zu suchen, zu reden, zu schreiben.
    Ich genieße die kleinen, schönen Augenblicke des Lebens. Ich bin mutiger, wieder selbstsicherer geworden. Ich bin mir wichtig!

    Nicht jeder hat eine Chance weiterleben zu dürfen.

    Die Alkoholkrankheit ist die einzige Krankheit, die ICH nur selbst zum stoppen bringen kann. Und jedem, dem das Leben etwas wert ist, hat es selbst in der Hand:

    Leben - oder elendig am Alkoholtod zu krepieren!

    Alles Gute allen, die sich auf den Weg machen - es funktioniert

    und Danke an das Forum und Mod-Team hier🍀

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi,

    herzlichen Glückwunsch zu 888 Tagen Freiheit. Das ist wirklich eine tolle Zahl und die Freiheit ist das Ergebnis. 💐

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

  • Glückwunsch zu 888 Tagen. Ich muss unbedingt auch mal im Rechner gucke wieviel Tage es bei mir eigentlich sind. Bin ja zeitlich in deiner Nähe.

    Lasse es schön krachen und freu dich über die schöne Zahl 🎉💐🎈

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    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Was für eine tolle Anzahl von nüchternen Tagen, meinen Glückwunsch, Tabsi! 🌻

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tabsi,

    vielen Dank für deine Zeilen, die mir auch sehr nah gehen.

    Und nicht zu vergessen: Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Anzahl an nüchternen Tagen 8️⃣8️⃣8️⃣ 🥳

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Herzlichen Glückwunsch, Tabsi, eine stolze Zahl!

    Danke für Deinen Rückblick. Ich kenne auch diese große Dankbarkeit, dass ich den schweren Prüfungen des Lebens nun wenigstens nüchtern begegnen kann.

    Falls das (noch neue) COs mitlesen, die sich vielleicht fragen: "Das hört sich so "einfach" und logisch an - warum begreift mein süchtiger Angehöriger das nicht, warum findet er oder sie den Ausstieg nicht?"

    Weil die Sucht auch darin einzigartig ist, den Süchtigen zu "belabern", z. B. : "Komm, so schlimm ist es doch gar nicht, irgendein Laster hat doch jeder. " Und vor allem: "Wenn Du armer Mensch jetzt auch noch auf Deinen Stoff verzichten sollst - dann ist das Leben ja gar nicht mehr lebenswert." Usw. Usw.

    Aber auch bei klassischen Krankheiten ist es wichtig, dass die Betroffenen mitarbeiten - was auch da nicht erzwungen werden kann.

    Vergleichen bringt also nur bedingt weiter. Am Ende ist jeder eigenverantwortlich unterwegs.

    Für Dich und Deine Lieben alles Gute!

  • Hallo Tabsi,

    herzlichen Glückwunsch zu 888 Tagen Abstinenz. Sie hört sich solide und stabil an und gibt dir die Kraft für die belastende Zeit.

    Alles Gute und weiter so 👍

    LG Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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