Hannah - Vorstellung

  • Respekt. Hannah

  • Hallo Hannah

    Du machst das richtig, reflektieren und handeln, Schritt für Schritt :thumbup:

    Letztens als sich ein lockeres Gespräch mit einem Bekannten ergab, kam die Rede auch auf Alkohol und Konsum.

    "Ich trinke keinen Alkohol, denn ich habe gemerkt, dass es mir ohne sehr viel besser geht, sowohl körperlich als auch mental."

    "Und wenn man es genau nimmt, und das mache ich,ist Ethanol ein Zellgift ,das sich schön im ganzen Körper verteilt und eben auf alle Zellen wirkt. Wenn dann mache Zellen eben keine Lust mehr drauf haben mutieren sie.Das nennt man dann Krebs. Braucht kein Mensch."

    Kurzes stutzen auf der anderen Seite und Kopfnicken, mehrmals, So habe ich das noch gar nicht gesehen, sagte er dann.

    Ein Statement mit Erklärung, denn ich binde nicht jedem auf die Nase, das ich Alkoholiker bin, warum auch.Die allermeisten haben eben keine Ahnung und nur irgendwelche Bilder im Kopf, die schlicht nachgeplappert werden.

    Mach weiter so ;)

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hallo zusammen,

    ich wollte euch noch mal ein kurzes Update geben.

    Die Woche hatte für mich ehrlich gesagt ziemlich blöd angefangen. Ich hatte am Dienstag das Gespräch mit meinem Pflegedienstleiter und hatte da wirklich Hoffnungen reingesetzt, die wurden aber leider komplett enttäuscht. Er konnte mein Anliegen zwar verstehen, meinte aber, dass das schlichtweg nicht drin ist. Es müsse gleiches Recht für alle gelten, sonst käme ja jeder mit seinen Wunschzetteln an. Und dass ich durch meine Muttidienste, bei denen ich unter der Woche eine Stunde später anfange, um die Kinder zu versorgen, und dafür hinten raus eine Stunde länger arbeite, eh schon Vorzüge genieße. Kurzum, da war absolut kein Durchkommen.

    Nach dieser Aussage habe ich noch am selben Tag intensiv nachgedacht und beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Am Mittwoch habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und über deren Onlineportal eine Bewerbung an die Arztpraxis geschickt, in der meine Freundin arbeitet. Und was soll ich sagen, keine halbe Stunde später hat das Telefon geklingelt! Sie haben mich direkt angerufen und mir für heute einen Termin zum Hospitieren gegeben.

    Der Vormittag heute war einfach super. Es hat echt Spaß gemacht, das Team ist super nett und die Abläufe passen. Als ich gegangen bin, meinten sie direkt zu mir, dass sie mich sofort nehmen würden. Sie haben mir meine Wunschzeiten schon mitgegeben und meinten, ich soll mir das über das Wochenende und im Laufe der nächsten Woche in Ruhe überlegen. Sobald ich Bescheid gebe, machen sie direkt meinen Vertrag fertig.

    Ich lasse das jetzt zwar noch kurz sacken, aber ehrlich gesagt formuliere ich im Geiste schon meine Kündigung aus. Ich habe für mich den festen Entschluss gefasst, diesen Weg zu gehen. Dieser Wechsel bringt mir so unglaublich viel Erleichterung. Ich kann meine Stunden reduzieren, habe keinen Schichtdienst mehr, jedes Wochenende sowie alle Feiertage sind komplett frei und das ständige Hoffen und Bangen beim Blick auf den Dienstplan fällt endlich weg. Zudem liegt die Praxis genau in dem Ort, in dem meine Große zur Schule geht, sodass sie im Grunde nur rüberlaufen muss, wenn was ist. Mein Arbeitsweg ist viel kürzer und ich bekomme endlich einen strukturierten, planbaren Alltag.

    Was meinen Mann angeht, er hat von sich aus schon gesagt, dass es gut wäre, vom Fernverkehr in den regionalen Nahverkehr zu wechseln. Er hat sich jetzt auf eine Liste setzen lassen und ist vorgemerkt. Das wird natürlich dauern, bis er das switchen kann, aber der Stein rollt.

    Und was das Thema Alkohol angeht: Ich bin aktuell einfach so sehr damit beschäftigt, meinen Alltag neu zu strukturieren, dass für Gedanken an Alkohol gar kein Platz ist. Ein einziges Mal hatte ich bisher diesen typischen Gewohnheitsimpuls, als ich abends in der Badewanne lag und kurz dachte, boah, jetzt ein Glas Wein dazu. Aber das war auch ganz schnell wieder weg. Ich habe dann einfach das Wasser kalt gedreht, mich kurz abgeduscht und dann war die Sache auch schon wieder erledigt.

  • Ich habe für mich den festen Entschluss gefasst, diesen Weg zu gehen.

    Du hast doch nur Vorteile bei diesem Stellenwechsel!

    Keinen Schichtdienst und die Feiertage frei, das ist doch super!

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Wow, Hannah, das hört sich nach einem guten Neuanfang für dich an. Ich drücke die Daumen, dass alles genau so läuft, wie du es dir wünschst. Das kann dich nur stärken.

    Kaltes Wasser ins Wohlfühlbad bei Alkoholgedanke - kann man machen ^^ Alles außer Alk, ist meine Devise.

    Liebe Grüße

    Mattie

  • Hallo Hannah,

    mit dem was du drauf hast, bist du für die Arztpraxis eine super Bereicherung.

    Ich finde es gut wie du das angehst und die Gelegenheit beim Schopf packst. Und drüber schlafen ist trotzdem eine gute Idee.

    Auch positive Veränderungen sind Veränderungen und können was mit dir machen. Pass gut auf und schreibe regelmäßig hier. :thumbup:

    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Nach dieser Aussage habe ich noch am selben Tag intensiv nachgedacht und beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

    Das finde ich gut. Du hast versucht das Heute für dich passend zu machen, doch das hat nicht geklappt. Jetzt machst du das Morgen für dich passend. Du bist ins Handeln gekommen und bestimmst deinen Weg, den du nun nüchtern siehst:thumbup:

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ihr Lieben,

    wie einige von euch bestimmt noch wissen, habe ich schwer mit mir gerungen, was meine Kündigung angeht, vor allem wegen der unzumutbaren Nachtschichten. Am Montag habe ich es dann endlich durchgezogen und meine Kündigung offiziell abgegeben.

    Am Mittwoch kam dann das dicke Ende auf Station: Der Dienstplan für August wurde komplett umgeworfen. Statt drei Nächten standen plötzlich 14 Nächte drin! Jeweils 7 am Stück, danach nur ein Ausschlaftag, ein Tag frei und direkt wieder ab in den Tagdienst mit fiesen Wechseln von Spät auf Früh. Sogar meine festen Muttidienste mit späterem Beginn unter der Woche wurden mir einfach gestrichen.

    Auf meine Nachfrage, ob das jetzt die Retourkutsche für die Kündigung sei, hieß es nur: Nein, man müsse den Personalmangel im gesamten Haus abfangen. Einen Auflösungsvertrag, um früher in der Praxis anzufangen, wollte man mir aber auch nicht geben. Meine Kündigung steht jetzt zum 30.09.

    Als ich aus der Arbeit rauskam, war ich völlig durch den Wind und stand extrem unter Druck. An meiner Stammtankstelle kam dann dieser verdammt beschissene Moment: Dieser plötzliche Impuls im Kopf, dass ich jetzt einfach erst mal einen Schluck Sekt brauche. Ich musste wirklich die Zähne zusammenbeißen. Aber anstatt darauf einzusteigen, habe ich mich in genau diesem Moment bewusst umgelenkt. Meine Ärztin hatte mir mal gesagt, dass ich jederzeit vorbeikommen kann, wenn irgendwas ist. Genau daran habe ich mich erinnert, habe den Fokus verschoben und bin schnurstracks weiter zu ihrer Praxis gefahren. Als ich dort war, war dieser Suchtdruck auch wieder komplett weg. Aber das war echt ein harter Kampf.

    Meine Ärztin war fantastisch. Sie hat mich sofort rausgenommen und gesagt, dass sie mich ohne zu zögern bis zum 30.09. krankschreibt, damit ich in meiner vollen Stärke im neuen Job anfangen kann.

    Ich muss das jetzt erst mal für mich verarbeiten. Das Gefühl, das Team hängenzulassen, nagt enorm an mir, weil mir die Kolleginnen und Kollegen am Herzen liegen und das eigentlich überhaupt nicht meine Art ist. Aber ich weiß tief in mir: Wenn ich geblieben wäre, mit 14 Nächten in den Ferien und drei Kindern zu Hause (8, 10 und 12 Jahre), hätte mich das komplett zerstört.

    Ich versuche jetzt, mich damit abzufinden, den Sommer für mich und meine Kinder zu nutzen, ganz ohne Ferien Betreuungsstress. Der soziale Druck ist da, aber ich bin unheimlich stolz, dass ich meine Gedanken im entscheidenden Moment umgelenkt und die richtige Abzweigung genommen habe.

    Danke euch allen fürs Zuhören und euren Support in den letzten Wochen!

  • Meine Ärztin war fantastisch. Sie hat mich sofort rausgenommen und gesagt, dass sie mich ohne zu zögern bis zum 30.09. krankschreibt,

    Super, meinen Glückwunsch zu dieser tollen Ärztin!

    Und wegen des "alten" Jobs mache Dir keine Gedanken, ab dem 30.09. muss es auch ohne Dich weitergehen.

    Die PDL hat es regelrecht mit diesen miesen Schichten herausgefordert. Hat sie tatsächlich gedacht, Du nimmst das so hin? Ganz schön naiv!

    Du hast richtig reagiert und hast Dir sofort Hilfe geholt, vollkommen richtig.

    Du passt auf Dich auf! :thumbup:

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber ein langer Krankenschein nach erfolgter Kündigung kann den Arbeitgeber zu einer Retourkutsche animieren. Er kann das Attest anzweifeln. Stöber mal ein wenig in der KI, nicht Gemini, die sind zu schlecht in juristischen Fragen.


    Allerdings bist Du mit Deinem Alkoholismus in einer guten Position. Ich sage ja auch für mich, der Suff ist noch mal mein Trumpf-As. Steckt im Ärmel für den Notfall.

  • Das nenne ich Achtsamkeit und Selbstfürsorge👍

    Die Reaktion der PDL ist dir und deiner Arbeitsstätte gegenüber verantwortungslos. Du hattest ja kund getan, dass du die psychische Belastung reduzieren willst und mangelndes Entgegenkommen hatte die Kündigung zur Folge. Ein Weiterso mit noch mehr gefährdet deine Abstinenz und daher hat deine Ärztin professionell und nachvollziehbar gehandelt.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!