Nachtschicht - Vorstellung

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen, ich hoffe ihr habt bisher einen schönen Tag.


    Ich aktuell nicht so sehr, es ist Sonntag, 04:50 Uhr und ich habe mal wieder nicht geschlafen. Der Grund liegt neben mir. Mein Partner, der Mann, mit dem ich seit mittlerweile fast 10 Jahren zusammen bin und der nun schon wieder die ganze Woche durchgetrunken hat.

    Ich kann gerade nicht mehr und suche einfach nur einen Ort, an dem ich mal mit jemandem reden kann.

    Es tut mir Leid, der ganze Text ist schwerfällig und anstrengend zu lesen, was leider gerade auch gut meinen derzeitigen Zustand definiert. Ich bin müde, emotional wund, traurig, wütend, enttäuscht...ein harter Klumpen negativer Gefühle. Nicht unbedingt also diejenige, auf die alle sehnsüchtig gewartet haben. Ich hoffe trotzdem, dass sich hier irgendwo ein Plätzchen findet, wo ich mich selbst vielleicht ein kleines bisschen ordnen kann.


    Allen einen schönen Sonntag (und Muttertag, für den das gilt)

  • Guten Morgen Nachtschicht, ich sag einfach mal herzlich willkommen und schön das du her gefunden hast. Hier bist du richtig und mit deinem Gefühlsklumpen absolut nicht allein! Wenn du dich ein wenig umliest, dann wirst du auf ganz viele Geschichten treffen, die deiner ähneln. Und hinter jeder Geschichte hier stehen echte Menschen und Schicksale.


    Hast du denn eine Idee, was du tun könntest, damit es dir besser geht?


    Liebe Grüße und einen erholsamen Sonntag,

    Lea (EKA - erwachsenes Kind aus einer Alkoholiker Familie)

  • Hallo Nachtschicht,


    auch ich bin dzt. in einer ähnlichen Situation und ich kenne den harten Klumpen von Gefühlen und Emotionen und man weiß nicht wohin damit. Familie und Freunden (wenn sie es überhaupt wissen) möchte man auch oft nicht mehr damit verstören und belasten. Ich fühle mich dann oft sehr einsam mit diesen schweren Klumpen an Negativität, die man seinem Partner zu verdanken hat. Mir tut es dann gut, in den Garten zu gehen oder sich doch bei einer vertrauten Person wieder mal auszuweinen und anzulehenen und sich Kraft zu holen. Hast du schon Kraftquellen für dich gefunden? Meine sind zB die Natur und Musik.


    Ich wünsche dir einen schönen Muttertag, ....gestern hat eine Frau im TV gesagt, alle Frauen sind Mütter, auch wenn sie keine eigenen Kinder haben (wie ich). Wir habe doch alle Muttergefühle und kümmern uns meist sehr mütterlich um unsere Mitmenschen.


    Du bist nicht alleine.

    LG Karin

  • Liebe Nachtschicht,


    es freut mich, dass du hierher gefunden hast :) , auch wenn der Anlass kein guter ist.

    Ich war auch mehr als 20 Jahre mit meinem Exmann verheiratet, der im Laufe der Jahre immer tiefer in die Abhängigkeit gerutscht war. Ich habe auch viele Nächte wach gelegen und bin durch Gefühlswelten gegangen dabei.


    Hier ist ein guter Ort, an dem du dich sammeln, sortieren und Wege für dich finden kannst.

    Klick auf diesen Bewerbungslink:


    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de


    Schreib kurz was dazu und wir schalten dich für den Austausch frei. Dein Thema wird dann in den Bereich


    Erste Schritte für Angehörige und Coabhängige


    verschoben und du kannst dich dort nahtlos weiter austauschen.


    Liebe Grüße

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • Dankeschön für das liebe Hallo :)


    Ich denke, das Schlimmste aktuell ist einfach die Frage, ob unsere Beziehung seine Sucht überlebt oder nicht. Beim lesen der Beiträge hier habe ich mehrfach heftig angefangen zu weinen, weil man in allen Geschichten recht schnell ein Muster erkennt, gewissermaßen der "rote Faden der Abwärtsspirale".


    Man liest ja auch viel über Coabhängigkeit, ein Phänomen, das fürchte ich an mir komplett vorbei geht. Nicht, weil ich so doll viel cleverer bin als andere, sondern, weil ich (emotional) missbräuchliches Verhalten mit meiner narzisstischen Mutter durch habe, dort nach einem extrem schmerzhaften Prozess erkennen musste, dass ich andere nicht ändern und ich Verantwortung nur für mich übernehmen kann. Ich bin Halbwaise und habe trotzdem seit 8 Jahren keinen Kontakt mehr mit meiner Mutter. Traurigerweise die beste Entscheidung meines Lebens. Zusätzlich bin ich dann auch noch Krankenschwester. Ich war schon in verschiedenen Fachrichtungen unterwegs, unter anderem in der Geriatrie und Intensivmedizin. Die Geriatrie ist ein Augenöffner in Sachen Belastungsgrenze. Wie viele Zusammenbrüche von völlig fertigen Angehörigen ich gesehen habe, die den dementen Vater oder die demente Mutter allein zu Hause gepflegt haben, kann ich nicht zählen. Die Antwort bei Demenz ist immer an einem bestimmten Punkt Heimunterbringung, die Betreuung ist irgendwann zu Hause einfach nicht mehr machbar, sofern man nicht das Geld für eine 24h Betreuung hat. Auf Intensiv hat man dann in regelmäßigen Abständen auch immer mal einen Alkoholkranken im Leberversagen. Diese Patienten sind oft jung: Der Mittvierziger ist nicht ungewöhnlich. Und ich persönlich hatte keinen einzigen Patienten, der es geschafft hat.


    Gott, ein ewig langer Absatz. Aber das zu meinem Hintergrund. Zusammengefasst: Ich bin wohl schon durch meine Lebenserfahrungen ein gutes Stück desillusioniert und gehe früher in den Selbstschutzmodus. Ich bin 1000% bereit mit meinem Partner in den Kampf gegen seine Erkrankung zu ziehen. Er braucht nicht mal zu bitten, sobald er mich will stehe ich parat bei Fuß. Aber mitkämpfen muss er. Selber laufen auch, ich kann ihn nich tragen. Leider sehe ich da aktuell keinen Ansatz. Die Frage, die mir das Herz zerreisst, ist, ob unsere Beziehung als Signalschuss untergehen muss, bevor er etwas ändert.


    Sry, man merkt es herrscht einfach Redebedarf.

  • Cadda

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Nachtschicht - Vorstellung“ geändert.
  • Hallo Nachtschicht,


    ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dich auch direkt dort hin verschoben. Vor Deinen Betreff habe ich mal Deinen Usernamen gesetzt, damit Du und wir Dich besser wiederfinden :)


    Wenn das nicht ok sein sollte, melde Dich bitte noch einmal zurück...


    Ansonsten wünsche ich Dir einen guten Austausch.


    LG Cadda

  • Hallo Nachtschicht,

    ob unsere Beziehung als Signalschuss untergehen muss, bevor er etwas ändert.

    .... kann ein Signalschuss sein, muss aber nicht. Ich glaube, dass das nicht der springende Punkt ist. Wichtig ist doch, wie Du Dir Dein Leben vorstellst, was möchtest Du, welche Träume hast Du und kannst Du das mit deinem süchtig trinkenden Partner an Deiner Seite umsetzen? So wie Du geschrieben hast, kennst Du die gesamte Palette und weißt theoretisch, was auf dich zukommen kann. Was sollte bei Dir/Deinem Partner anders laufen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jeder für sich erstmal wieder sein Leben auf die Reihe kriegen musste, bevor an ein "wir" wieder zu denken war. Ich bin nach über 20 Jahren ausgezogen und hab dafür gesorgt, dass mein Bauchknoten verschwindet, dass ich mir klar darüber werde, was ich möchte, was meine Bedürfnisse sind. Denn machen wir uns nix vor, in der Beziehung mit einem Alkoholiker stellt ein Co-Abhängiger seine Bedürfnisse in den Hintergrund, nimmt sie sogar vielleicht irgendwann nicht mehr bewusst war. Es wird geschaut, wie ist der Pegel, wie ist die Laune, darf ich lachen ..... - sämtliche Antennen sind danach ausgerichtet.

    Leider sehe ich da aktuell keinen Ansatz

    das ist sein Plan und wie lautet Deiner?


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • hallo Nachtschicht und willkommen

    Und ich persönlich hatte keinen einzigen Patienten, der es geschafft hat.

    Ich bin 1000% bereit mit meinem Partner in den Kampf gegen seine Erkrankung zu ziehen

    wenn du schaffst, dass dein Partner diese Einstellung hat, kann es funktionieren....wie du weißt, geht das sowiso nicht von heute auf Morgen...das ist ein Prozess, mit vielen auf und ab

    meine Frau sagte zu mir....wir müssen mal reden Morgen....und ich wußte natürlich genau worum es geht....das da was nicht stimmt bekommen die Alkoholicker auch mit....ich wußte auch warum ich ein schlechtes Gewissen hatte...ich wollte es einfach nicht lassen, da ich mein Leben so organisiert hatte, mit meinem Freund Alkohol....ohne konnte ich mir nicht vorstellen....bei mir hat es so lange gedauert, bis meine Frau mich vor die Tür gesetzt hat (fast) und ich mir im Klaren war, wenn ich nichts mache, werde ich Wochenendvater....ich musste rausfinden, dass ich das wirklich für mich und meine Zukunft mache.....dann begann der Weg, der bei mir 2 Jahre gedauert hat, bis ich trocken wurde.....das war glaube ich eine sehr anstrengende Zeit für mein Famielchen....da muss man wirklich wissen ob man das will....meine Frau wollte auch Taten sehen....ich musste eine Psychotherapie machen und zu einer Selbsthilfegruppe gehen....sie hat das Forum als Alternative akzeptiert....

    ich wünsch dir viel Kraft

    Lieben Gruß

    mexico

  • Dankeschön Cadda fürs verschieben :)


    Danke fürs Antworten Lütte <3

    Mein Plan vom Leben ist tatsächlich recht simpel, nach dem ewig langem Terror mit meiner Mutter bin ich aktuell einfach nur glücklich, dass Ruhe eingekehrt ist. Oder eingekehrt war. Das ist auch genau der Knackpunkt. Ich bin gerade sehr bequem, will eigentlich generell nichts ändern. Das Gerüst meines Lebens ist schön gemütlich, die Verkleidung hat vielleicht ein paar Macken, aber wie schlimm sind die wirklich? Ich meine, mein Partner trinkt zwar, aber er ist dabei nicht aggressiv. Ganz im Gegenteil, eigentlich bleibt er der selbe nette Kerl, das einzige was nervt ist eben das ewige Gelalle. Und, dass er betrunken Auto fährt. Und wir seit fast schon einem Jahr keinen Sex mehr hatten, weil der ewige glasige Blick ein besseres Verhütungsmittel ist als jedes Kondom. Und der Knoten in meinem Bauch, aber daran ist ER ja nicht Schuld. Er ist die Liebe meines Lebens und falls diese Beziehung vor die Wand fährt werde ich wahrscheinlich A) sehr lange allein bleiben bevor ich überhaupt mal wieder an etwas wie eine Beziehung denke und B) wohl nie wieder mit einem Mann zusammen ziehen. Ich bin ein Sensibelchen mit Vertrauensproblem und entsprechend sofern einmal im Schneckenhaus richte ich mich dort auch häuslich ein. Ist die Trinkerei den wirklich SO schlimm? Ich liebe ihn doch, will ihn nicht verlieren. Das Beenden der Beziehung erscheint mir sehr radikal...


    So. Das dort oben sind die Gedanken meines harmoniebedürftigen Ichs. Es beschwichtigt und spielt herunter, will sich anpassen und gewöhnen. Tatsächlich ist das Verhalten meines Partners mir gegenüber wirklich nicht aggressiv. In 10 Jahren Beziehung gab es keine einzige Situation in der er mir auch nur Angst gemacht hätte. Die Furcht ihn zu verlieren ist dagegen aktuell überlebensgroß. Das ich ihn dadurch verlieren könnte, dass ich diese Beziehung beende zerreisst mich, denn ich WILL ihn nicht verlassen. Leider steht meinem Traumwelt-Ich, das sich gerne belügen möchte mein Rationales-Ich gegenüber und deren Einschätzung ist spürbar weniger rosarot.


    Fakt ist nämlich: Mein Mann TRINKT. Allein diese Tatsache ist an und für sich schon ein Dealbreaker. Nicht, dass er Alkoholiker ist, nicht, dass er ein Problem hat, aber er trinkt und tut augenscheinlich nichts um diesen Umstand zu ändern. Ich will nicht 6-7 Tage die Woche einen an- bis betrunken Kerl bei mir in der Wohnung haben. Das ist super lästig, anstrengend und ein echtes Problem. Auch wenn er aktuell dabei friedlich ist und was soll das überhaupt für ne Aussage sein? "Sei froh, dass er dir keine knallt?" Was ist das für ein Maßstab, mein eigener sicher nicht. Dann eben auch das Damoklesschwert "Bisher ist er friedlich." Alkohol ist ein Nervengift, zerstört in seinen Eigenschaften als solches unter anderem das Gehirn. Alkoholiker sind absolut gefährdet über kurz oder lang gewaltätig zu werden, gerade in Stresssituationen, wenn sie nicht ihren Willen bekommen. Mein Mann ist 10cm größer als ich und wiegt über 20kg mehr. Wenn er mich angreift habe ich keine Chance gegen ihn. Das sind Fakten. Und die Welt ist voller Frauen, die Stein und Bein geschworen haben, dass ihre Männer ihnen niemals etwas tun würden, bis es das erste Mal passierte. Man redet sich zwar gerne ein, dass man selbst die große Ausnahme von der Regel ist, aber Tatsachen ist es egal, für was ein besonderes Gänseblümchen man sich selbst hält.

    ER FÄHRT BETRUNKEN AUTO. Er ist ein erwachsener Mann, er ist nicht blöd. Und trotzdem ist er so unsagbarer fahrlässig, stumpf und ignorant, dass er schon an diesem Punkt nicht mehr genug Kontrolle und Einsicht zeigt.


    Und wo wir jetzt so ausführlich darüber gesprochen haben, was er für ein großer Arsch und ich für ein armes Mäuschen bin drehen wir doch mal die Lampe und leuchten auf mich. Das arme Opfer, unverschuldet in eine unglaublich schwere Situation geraten und ach was hasse ich Selbstmitleid. Ich bin 33 Jahre alt, berufstätig, mündig und im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte. Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich und um ehrlich zu sein, wenn ich ein Problem mit dem Alkoholismus meines Partners habe ist das in erster Linie mein Problem - und nicht seins. Ich denke mein Lebensgefährte sieht das ähnlich, würde man ihn fragen, was ihn im Leben im Augenblick belastet wäre seine Antwort vermutlich "Meine Frau denkt ich trinke zu viel." oder "Ich trinke zuviel und meine Frau macht mir deswegen Druck."

    Mich zwingt niemand bei ihm zu bleiben, wenn ich es tue, dann muss ich eben auch mit den Konsequenzen leben. Die wohl unangenehmste Wahrheit von allen. Die Verantwortung, die Handlungsgewalt liegt bei mir selbst. Wenn ich mein Leben von einem Alkoholiker bestimmen lasse trifft mich durchweg eine Mitschuld. Quasi schuldig durch Unterlassung.


    Entschuldigung für den schon wieder so ewig langen Roman, aber danke an jeden, der sich da durchkämpft. Ich ordne aktuell vor allem noch mich und meine Gedanken.

    Liebe Grüße von der Nachtschicht.

  • Ein richtig guter Beitrag, Nachtschicht.


    Im Grunde genommen hast Du alles schon sehr gut erfasst. Das Wichtigste nämlich, dass sein Trinken DEIN Problem ist, dass DU etwas verändern kannst.


    Es zu erkennen und in die Tat umzusetzen sind zwar zwei verschiedene Paar Schuhe, aber die Erkenntnis ist definitiv ein erster und wichtiger Schritt.


    LG Cadda

  • Hallo Mexico,

    ich frage mich nur, ist es ausreichend wenn jemand ANDERES will, dass man aufhört? Irgendetwas in mir zweifelt. Was, wenn man sich mal streitet? Wütend oder fristriert mit seinem Partner ist. *seufz* Entschuldigung. Danke für deine Antwort :)

  • Ja Cadda, blöd sind wir ja alle eigentlich nicht. Legt uns jemand unsere eigene Geschichte vor, ohne, dass wir wissen um wen es geht, können wir rational sehr schnell das Problem erfassen und sehen die Lösung.

    Du bist adipös? Iss weniger und beweg dich mehr.

    Dein Partner macht dir das Leben zur Hölle? GEH!

    Dein Beruf macht dich fertig? Such dir einen anderen.

    Nur sind wir zwar alle nicht blöd, aber es bewahrt uns nicht davor, uns zu benehmen wie Idioten ^^'

  • Hallo Nachtschicht,


    herzlich willkommen auch von mir.

    Ich lese Nachtschicht und sofort sind die Erinnerungen an 17 Jahre Nachtschicht im gleichen Beruf wieder wach.

    17 Jahre, damit ich am Tage bei meinen Kindern sein konnte.

    ich frage mich nur, ist es ausreichend wenn jemand ANDERES will, dass man aufhört? Irgendetwas in mir zweifelt.

    ein klares "Nein" von mir. Du mußt und kannst auch deinem Partner nicht zu dieser Einsicht verhelfen. Du bist nicht für ihn und sein Gefühlsleben verantwortlich und ohne ein Problembewußtsein von ihm, kannst du nichts tun.

    Was, wenn man sich mal streitet? Wütend oder fristriert mit seinem Partner ist.

    ja was ist dann?

    So fängt es an, wenn sich die Achterbahn der Gefühle dreht, und ich mich immer weiter auf den xy neben mir konzentriere. Dann beginne ich gedanklich, ihm den Weg frei zu räumen, damit er nur keinen Gedanken ans trinken verliert. Sollte er doch trinken war ich nicht gut genug, also lege ich eine Schippe drauf.

    So habe ich mich immer weiter aufgegeben, und der Alkoholiker neben mir hat weiter getrunken.

    Wenn es geht, meide diese Gedankengänge, um nicht in den Strudel gerissen zu werden.

    Was kannst du für dich tun?


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ich habe mal eine Frage zum "richtigen" Verhalten.


    Mein Partner ist gerade vom Fussball zurück gekommen und ist offensichtlich betrunken (Alkohol trinken gehört schließlich zum Sport dazu, das wissen wir alle... wer wird noch ironisch, wenn er traurig ist?).

    Jetzt frage ich mich, spreche ich das an, wenn er morgen wieder nüchtern ist? Ich mein, er sitzt friedlich auf der Couch, ich bin im Bett und um ehrlich zu sein stört er mich gerade überhaupt nicht. Ich bin froh, dass er heil und ohne Unfall wieder da ist (natürlich wieder Auto gefahren), mache mir aber, wie inzwischen fast immer, sorgen um seine Gesundheit. Um seine Leber vor allem. Ihn nicht darauf anzusprechen kommt mir falsch vor, zumal ich denke er ist der Meinung "Wenn sie nichts sagt hat sie es auch nicht bemerkt, ergo war ich nicht betrunken, ich hab mich voll unter Kontrolle." Diese völlig falsche Selbstwahrnehmung irritiert mich extrem. Ist da Feedback von außen irgendwie hilfreich oder geht das sowiso ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus? Oder ruft im Zweifel sogar noch Trotz hervor?


    Ich weiß, viele werden jetzt sagen "Der Alkohol ist seine Baustelle, hör auf dir darüber Gedanken zu machen" ABER (ja, ich weiß, das Ausreden-Aber :( ) wenn ich das tue, dann habe ich das Gefühl ihn kampflos aufzugeben. Ihn wirklich wegzuwerfen. Und mit viel Pech trennen sich dann unsere Wege und in ein paar Jahren lese ich seinen Namen auf meiner Patientenliste am Ende seiner Alkoholkarriere und ich weiß schon jetzt, dass ich mich dann ein Stück weit fühle, als hätte ich ihn mitumgebracht. Weil ich ihn jetzt allein lasse. Oder eher wie eine Ratte, die das sinkende Schiff verlassen hat. Hätte er Krebs, wäre depressiv etc würde ich ja auch nicht gehen.

    Gibt es als Angehörige gar nichts konstruktives, was man tun kann um nicht einfach...nur zuzusehen?

  • Hätte er Krebs, wäre depressiv etc würde ich ja auch nicht gehen.

    Aber er würde zum Arzt gehen und sich helfen lassen, um wieder gesund zu werden. Eigentlich lässt er dich im Stich! Er bringt sich um. Sich und eure Beziehung.



    Wenn alles so bleibt, wie es ist, wird alles so bleiben wie es ist. Wenn Du etwas veränderst, verändert sich was.


    Ich weiß, dass das schwer zu begreifen ist, wenn man mittendrin steckt, wenn man liebt, wenn man an Erinnerungen und Träumen festhält, festklammert und nicht loslassen mag und wahr haben will, dass die Realität - nüchtern betrachtet - zum Verzweifeln ist und man so verdammt machtlos zu sein scheint bzw. ist.


    Vielleicht ist die Veränderung am Ende auch anders, als Du Dir das erhoffst. Aber so wie es ist, macht es dich ja auch nicht glücklich - sonst wärst du nicht hier. Und Veränderung ist eine Chance, dich in den Mittelpunkt deines Lebens zu stellen und dich zu fragen: Will ich wirklich so leben?!

  • Hallo und guten Abend, Nachtschicht!


    In den letzten Tagen hast Du Dir viel Gedanken gemacht. Viel über Dich geschrieben. Über die letzten 10 Jahre.

    Was Dich stört... Du arbeitest wirklich viel auf in den letzten 3 Tagen. Dir wird bewusst, wie viel schiefläuft.


    Wie viel Zeit verbringt Ihr noch als Paar gemeinsam? Fahrt Ihr gemeinsam in Urlaub? Ist da noch irgendetwas,

    dass Euch verbindet?


    Und nein, Du kannst nichts tun, dass ihn trocken legt. Das kann der Alkoholiker nur selbst. Da helfen keine

    schönen, keine bösen Worte. Nichts... Die Sucht ist einfach stärker. Bis man sich todgesoffen hat, oder doch noch

    alleine den Absprung schafft.


    Du kannst diesen Kampf gar nicht gewinnen. Denn den "Kampf" führt der Alkoholiker mit sich selbst und dem Alkohol!

    Niemand anders!


    Aber Du kannst dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Deine Gedanken kreisen nur um ihn. Du musst als erstes

    auf Dich aufpassen und Dir klarmachen, Du kannst diese Spirale nicht aufhalten.


    Du kannst Dich distanzieren und damit dafür sorgen, dass es Dir besser geht!


    --------------

    Nachtrag:


    Zum Thema Alkohol am Steuer: Wenn er alkoholisiert Auto fährt, dann riskiert er nicht nur sein Leben,

    sondern vor allem das von anderen Menschen.

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Ich habe mal eine Frage zum "richtigen" Verhalten.


    Jetzt frage ich mich, spreche ich das an, wenn er morgen wieder nüchtern ist? Ich mein, er sitzt friedlich auf der Couch, ich bin im Bett und um ehrlich zu sein stört er mich gerade überhaupt nicht. Ich bin froh, dass er heil und ohne Unfall wieder da ist (natürlich wieder Auto gefahren), mache mir aber, wie inzwischen fast immer, sorgen um seine Gesundheit. Um seine Leber vor allem. Ihn nicht darauf anzusprechen kommt mir falsch vor, zumal ich denke er ist der Meinung "Wenn sie nichts sagt hat sie es auch nicht bemerkt, ergo war ich nicht betrunken, ich hab mich voll unter Kontrolle." Diese völlig falsche Selbstwahrnehmung irritiert mich extrem. Ist da Feedback von außen irgendwie hilfreich oder geht das sowiso ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus? Oder ruft im Zweifel sogar noch Trotz hervor?

    Hallo Nachtschicht,


    ja! Ansprechen.


    Viele Alkoholiker verfallen dem Irrglauben, die anderen merken nichts.

    Ich kenne das, von mir, als ich noch trank, ich habe es schöngeredet, verharmlost, es sei ja nicht so viel, andere trinken ja viel mehr, hin und wieder kann man ja mal, es gehört dazu (Fußball).

    Und ja, ich glaubte ab einem gewissen Stadium selbst daran.

    Allein, daß er alkoholisiert Auto fährt, ist eine arge Bewusstseinstrübung „… es ging ja immer gut …“ , ist der Lappen erst mal weg, wird’s echt haarig! Wenn die Angst verdrängt wird, daß man seine Fahrerlaubnis abgeben muß, wenn man erwischt wird, zeugt davon.


    Sprich ihn an und du wirst bemerken wie er reagiert, deine Schlüsse kannst du dann ziehen. Rede mit ihm, das kannst du machen.


    P.S. Ratten sind sehr clevere Tiere. :wink:

  • Hallo Nachtschicht,


    mir gehen sehr viele Dinge durch den Kopf, aber ich möchte mich nur zu einer Sache gerade äußern. Alkohol am Steuer. Ich habe seit knapp 4 Jahren keinen Führerschein mehr, bin auch immer betrunken gefahren, bis zum großen Knall. Im Nachhinein kann ich sagen, hätten sie mir den Führerschein Mal eher abgenommen. Ich weiß es ist leicht gesagt, aber bitte ruf das nächste Mal die Polizei. Irgendwann kommt er nicht mehr wohlbehalten zu Hause an und im schlimmsten Fall irgendwer anderes auch nicht. Ich hatte damals kein Unrechtbewusstsein mehr und hab nicht verstanden, das betrunken sein und Auto fahren ein no Go ist...

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