Rennschnecke - bin froh, hier zu sein

  • Hallo R/no,

    das rührt mich sehr und ich denke auch oft an die liebgewonnenen Forys, von denen ich nun gar nichts mehr lese, weil manche eben nur noch im Grünen aktiv sind.

    Aber ich kann einfach nicht "kontrolliert lesen" und deshalb hat mich die Fülle der täglichen Berichte irgendwann erschlagen und überfordert und auch von meiner eigenen Selbsthilfe abgelenkt. Eine Tagebuchschreiberin wird aus mir wohl auch so bald nicht mehr, darum passe ich auf absehbare Zeit wohl besser hier in den offenen Bereich.

    Umso schöner, ab und an auch hier von Dir und anderen Tagebuchschreibern zu lesen....

  • Apropos Selbsthilfe, das möchte ich hier für mich festhalten, kann es auch nicht wirklich einordnen: War das ein perfider Gruß vom Suchtgedächtnis?

    Ich las neulich von einer weiteren Brauereischließung und den Existenzängsten der betroffenen Mitarbeiter und hatte spontan fast eine Art schlechtes Gewissen (obwohl ich diese Marke in nassen Zeiten nicht mal besonders mochte):

    Weil ich süchtig (und zum Glück inzwischen trocken) geworden bin, kann ich denen noch nicht mal alkfreies Bier oder Fassbrausen abnehmen und so deren Versuch unterstützen, auf gesündere Produktlinien umzuschwenken. Irgendwie auch schade um die uralte Traditon, Reinheitsgebot, Hopfenanbau usw....

    Bis ich irgendwann, irritiert von mir selbst, sauer wurde und dachte: Meinst Du vielleicht, die (Brauereimitarbeiter, lässt sich genausogut auf die darbenden Winzerbetriebe übertragen) hätten sich je ein schlechtes Gewissen erlaubt, weil sich mithilfe ihrer Produkte schon so viele Menschen ins Unglück gesoffen haben? Ne, die sind ja "selbst schuld, wenn sie nicht damit umgehen können" ...

    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, das gilt auch für Alkbetriebe, also bloß kein falsches Mitleid.

  • Apropos Selbsthilfe, das möchte ich hier für mich festhalten, kann es auch nicht wirklich einordnen: War das ein perfider Gruß vom Suchtgedächtnis?

    Wichtig ist für mich nicht, wie oder in welcher Form sich das Suchtgedächtnis meldet. Wichtig ist nur, dass ich es für mich richtig einordne. Ich mache mir da keine großen Gedanken darüber, warum genau dieser Impuls kommt oder was er jetzt „bedeuten“ soll.

    Denn wenn ich anfange, mich damit stundenlang zu beschäftigen, bin ich gedanklich oft schon wieder mitten in der Verhandlung mit der Sucht. Ich registriere den Impuls eher nach dem Motto „Aha, da bist du wieder. Kenne ich.“

    Und dann mache ich ganz normal mit meinem Alltag weiter. Mehr Aufmerksamkeit bekommt das nicht. Denn genau diese aktive Beschäftigung machte es in meinen Anfangszeiten wieder zu einem großen Thema. Das hielt mich fest.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke Dir, Thomson, "schaffen', d. h. Mit akuten Suchtgedanken klarkommen musste ich bisher zum Glück nur selten.

    Ansonsten bin ich einfach nur jeden Tag hier und werde nicht müde, mich mit dem Thema Sucht aus allen möglichen Blickwinkeln zu beschäftigen.

    Denn ich kann da noch viel lernen, bin ja noch nicht mal 2,5 Jahre alkfrei.

    Einmal editiert, zuletzt von Rennschnecke (17. Mai 2026 um 22:11)

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