Stromer - Alkoholiker

  • Ja genau, am 13.2. bin ich zwei Jahre trocken.

    Ich habe keine Angst vor Alkohol. Ich habe auch kein Problem damit. Heute ist Alkohol für mich eine legale harte Droge von der ich selber erfahren habe, wie stark sie abhängig macht und wie zerstörerich diese Droge ist. Ich möchte sie nicht mehr konsumieren. Punkt.

    Ich habe aber auch gelernt, wie tückisch diese harte Droge ist. Sie hat mein Gehirn geschädigt, "umprogramiert" Ich werde mein Leben lang sehr wachsam bleiben. Ich übertreibe es nicht, erst recht nicht am Anfang, an dem ich noch stehe.

    Ich fühle mich aber auch sehr gut vorbereitet. Ich habe die letzten zwei Jahre sehr viel gelernt.

    Ich habe mit meiner Frau schon über unseren nächsten Urlaub gesprochen und auch hier ganz tolle Tips erhalten. Nur weil ich bisher vorsichtshalber auf Urlaub verzichtet habe, heisst das ja nicht, das ich nie wieder in den Urlaub fahre :)

  • herzlichen glückwunsch zu 2 jahren in freiheit.

    und im urlaub gilt das gleiche wie in der anderen zeit. halt dich von den säufern fern, dann wird es ein erholsamer urlaub.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Herzlichen Glückwunsch zu 2 nüchternen Jahren 👍🏻

    Du schreibst selbst, dass du viel gelernt hast in dieser Zeit. Das finde ich wichtig, um sich trauen zu können.
    Und du schreibst auch, dass du noch am Anfang stehst. Das denke ich von mir auch, weil ich ja auch immer vor Augen habe, wie viele Jahre die Sucht von mir Besitz ergriffen hat.

    Ich finde es gut, dass du jetzt auch wieder an Urlaub denkst.
    Die Nüchternheit ist ja inzwischen in deinem Kopf angekommen, so jedenfalls lese ich dich.
    Und da du ja deinen Kopf überall mit hin nimmst, wird deine Nüchternheit auch immer mitkommen.

    Achtsam sein und trotzdem leben.
    Mein Leben - meine Verantwortung.
    So ist mein Weg.

    Viel Spaß bei der Urlaubsplanung.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo, ihr seid ja lieb :) Vielen Dank für eure Glückwünsche <3

    Ich fühle mich heute weiterhin gut und vor allem bin ich sehr zufrieden. Das konnte ich dadurch erreichen, indem ich von Anfang an alle Hilfe dankbar angenommen habe, die ich erhalten konnte. Und die Hilfe konnte ich dadurch annehmen, weil mein Arzt mir klar und schonungslos meine Situation, die ich zu dem Zeitpunkt vollkommen falsch eingeschätzt hatte, mir vor Augen geführt hat. Ich war auf dem Weg in den Tot und hatte keine Ahnung.

    Solche Tage wie heute lassen in mir immer wieder ganz besonders deutlich meine Situation vor Augen führen, wie es vor meiner Entgiftung war. Ich werde nicht müde, alles zu unternehmen, damit ich nie wieder dort Lande.

    Dennoch wird mein Leben immer normaler. Ich war bisher vorsichtshalber übervorsichtig. Ich traue mir aber nun immer mehr zu. In meinem Kopf hat sich ein gewisses Selbstbewußtsein gefestigt. Ich weiss sehr gut, was geht und was mir nicht gut tun wird.

    Dieses Forum tut mir sehr gut. Ich lese hier sehr viel.

    Vielen Dank für alles :)

  • Mein Suchthirn hat mich bisher komplett in Ruhe gelassen. Ich glaube das hat mehrere Gründe. Ich bin gleich am Anfang an unfassbar wertvolle Menschen geraten, die mir meine Situation so vor Augen führten, das ich diese sofort annehmen konnte und ernst nahm. Dadurch konnte und wollte ich alle Hilfe annehmen, die ich bekommen konnte und habe gleich zu Anfang wirklich sehr viel über meine Krankheit gelernt.

    Dadurch konnte ich mich vor vielen Dingen schützen, ich war sofort sehr vorsichtig. Ich glaube, das dadurch mein Suchthirn sehr gut schlafen gelegt wurde.

    Ich glaube sowieso, das ich mein Suchthirn reizen kann, indem ich z.B. alkoholfreie Getränke wie Alkoholfreies Bier oder andere entsprechende Getränke konsumieren würde, an Orte gehen würde, an denen ich früher mal getrunken habe, all inklusive Urlaub, Feiern usw. Ich würde dann sicher nicht sofort anfangen zu trinken aber mein Suchthirn würde sammeln und irgendwann, wenn ich gar nicht daran denke, wäre er wie aus dem Nichts da *BÄM* der Suchtdruck.

    Ich bin jetzt etwas über 2 Jahre und 2 Monate trocken und ich bin die ganze Zeit sehr, sehr glücklich und zufrieden. Ich lebe ein ganz normales Leben. Alkohol spielt nur noch soviel eine Rolle, das ich mich täglich mit meiner Krankheit auseinandersetze, indem ich in Foren lese und in meine Selbsthilfegruppe gehe.

    Zufriedene Grüsse sende ich euch :)

  • Hallo, heute auf den Tag genau bin ich 900 Tage trocken

    Mir geht es sehr gut und ich bin zufrieden und glücklich. Ich fühle mich weiterhin noch am Anfang meiner Trockenheit aber viel ruhiger und gelassener als am Anfang.

    Ich war nun schon zwei mal in der Entgiftungsabteilung der Psychatrie hier mit dem Gruppenleiter unserer Selbsthilfegruppe. Wir haben dort Selbsthilfegruppen vorgestellt. Dabei ist es uns unwichtig, wohin die Patienten gehen, Hauptsache sie gehen in eine Gruppe ob nun online oder vor Ort. Ich selber war vorher noch nie in einer Psychatrie da ich ja ambulant entgiftet habe. Das sind dort für mich sehr wichtige aber auch heftige Erfahrungen. Aber ich hoffe, das ich auch etwas dort lassen kann. Mir wurde damals so toll geholfen, da möchte ich gerne auch etwas tun.

    Ich habe in den letzten 900 Tagen sehr viel mitgenommen, es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Bausteinen, die mir geholfen haben, trocken zu werden und zu bleiben, Bausteine worauf meine Abstinens aufgebaut ist. Der Arzt hat mir damals gesagt, daß ich alles mitnehmen soll, was mir hilft, trocken zu werden und zu bleiben. Das war damals alles so wichtig, was mir dieser Mann gesagt hat.

    Ich bin aber auch hier den Menschen sehr dankbar. Auch dieses Forum ist ein grosser Stützpfeiler für mich. Ich schreibe zwar nicht mehr viel, lese aber täglich. Ich möchte hiermit auch einfach mal danke sagen. Danke an alle, die dieses Forum am laufen halten.

  • Gruppenvorstellung im Krankenhaus - daran kann ich mich auch noch sehr gut erinnern.

    Solche Tätigkeit ist sehr hilfreich für die eigene Abstinenz, man bleibt gewissermaßen immer dicht am Thema.

    Ich selbst bin betrieblicher Suchtkrankenhelfer, & obwohl ich schon seit vielen Jahren keinen "Fall" mehr hatte,

    die Schulungen mache ich nach wie vor mit. Das ist nämlich auch eine Art der Selbsthilfe.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Stromer

    Schön, dass er noch da ist.:) Wenn sich jemand eine längere Zeit nicht meldet, wirkt das oft wie ein Rückfall – und nicht wie eine Leistung wie die Meldung „900 Tage trocken“. 900 Tage – das sind umgerechnet 2,465 Jahre sind dein Erfolg.

    Glückwunsch dazu.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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