Zu Rewe oder Tanke fahren ist wohl der leichte Weg. Ein Kampf ist das nicht? Was ist es dann?
Ist das nicht eher Unsicherheit und Respekt vor dem Alkohol? Wachsam zu bleiben heißt für mich nicht, Angst zu haben oder ständig zu kämpfen, sondern nur zu erkennen, wie nah ein Rückfall manchmal sein kann. Ein Kampf bedeutet, siegen zu wollen doch bei der Sucht gewinnt am Ende immer der nächste Schluck, und das bleibt bis zum Lebensende bestehen.
Warum sollte ich mich also einem Kampf stellen, wenn ich ohnehin nur verlieren kann? Da muss eben ein Schalter im Kopf umgelegt werden. Anders denken . Besser ist es, anzuerkennen, dass Sucht ihre Nebenwirkungen hat und der Weg hinaus Geduld erfordert.
Kein schönes Wort für alle, die trocken bleiben, aber genau das ist es eben kein Sprint, sondern ein Marathon.
Der Alkohol macht mir nichts. Er steht einfach nur herum, läuft mir nicht hinterher und schüttet sich nicht von selbst in mich hinein. Das ganze Spiel findet in meinem Kopf statt. Solange der Kopf Signale schickt "sauf mal wieder" , ist es ratsam, dem auszuweichen.
Natürlich klappt das nicht immer, aber für mich liegt der Unterschied hier: Laufe ich bewusst darauf zu, lade ich ihn ein. Kommt er unerwartet, kann ich dagegenhalten und mich davon entfernen. Es geht immer weiter , ein Tag nach dem anderen.
Aber, wenn du nicht gern trocken bist, wenn du dir nicht sicher bist, ob du da oder dort doch wieder trinken kannst, dann wird das nicht nur zur Qual, es wird dich irgendwann einholen.